OH MY ITALY!
Reportage

Reise durch Bella Italia: Südtirol

Es geht nach Südtirol! Wir zeigen euch authentische Südtiroler Rezepte & typische Spezialitäten. Spoiler: Mit mir als Südtiroler Editorin ist dieser Artikel zwar nicht allzu objektiv, dafür aber umso emotionaler und mit erprobten Tipps versehen!
Annalena
Annalena, Redaktion

In der südlichsten Insel-Region Italiens, Sizilien, ist unsere Reise gestartet, dann sind wir in die wunderschöne Toskana gereist. Nun geht es weit in den Norden, nach Südtirol: Von typischen Spezialitäten und Produkten über klassische Rezepturen und einzigartige Gerichte gibt es in Südtirol sehr viel zu entdecken.

Südtirol: Siamo in Italia!

Eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen ist und bleibt Südtirol. Ist ja auch irgendwie klar: Man kann sich leckerstes, italienisches Essen gönnen, muss aber nicht allzu weit reisen und kann weiterhin bequem deutsch sprechen. Das perfekte Urlaubsziel! Die durchschnittlichen 300 Sonnentage im Jahr sprechen ebenso für einen Urlaub in Südtirol.

Das mit der Sprache ist so eine Sache in Südtirol: Dadurch, dass Südtirol vor dem 1. Weltkrieg zu Österreich gehörte, ist die Region zweisprachig. Die beiden Landessprachen Deutsch und Italienisch werden sowohl in der Schule gelehrt als auch im öffentlichen Leben gleichgestellt – zumindest in der Theorie. In der Praxis gibt es auf beiden Seiten unterschiedliche Sprachlevels – je nach Alter, Landesteil und Bildung.

Die enge Verbindung der beiden Sprachen in „Sudtirolo“, wie Südtirol von den restlichen Italienern genannt wird, spiegelt sich auch in der Küche wider: Pasta und Pizza florieren neben Gerichten wie Knödeln oder Apfelstrudel. Die aus den beiden Welten entstandene „Südtiroler Küche“ hat sich das Beste aus den zwei unterschiedlichen Küchen herausgenommen und zu bombastischen Gerichten wie Pasta mit Speck-Sahnesauce oder gebackenen Apfelringen kombiniert.

Die Südtiroler Küche: das Beste aus zwei Welten

Südtirol gehört zu den Top Food-Destinationen innerhalb Italiens und sogar weltweit. Von Rot- und Weißwein, Äpfeln, Käsespezialitäten bis Speck bietet die italienische Region (fast) alles, was das Foodie-Herz begehrt. Qualitätsprodukte bilden die Basis der Südtiroler Küche, die das Beste aus der italienischen Küche und den Einflüssen der Alpen, des Nordens und der ehemals österreichischen Herrschaft vereint.
Das Ergebnis? 25 Michelinsterne, die höchste Dichte an Sternerestaurants in ganz Italien und eine richtig, richtig gute Gastronomie.

Noch immer sind Südtiroler Rezepte und Gerichte stark an die unterschiedlichen Jahreszeiten und regionale Produktverfügbarkeiten gebunden. Die Wertschätzung dieser saisonalen und regionalen „prodotti tipici“ (typischen Produkte) geht so weit, dass es je nach Jahreszeit verschiedene Feste und Themenwochen in Südtirol gibt, die ein Hero-Produkt feiern. Die Spargelwochen im Frühling, das Erdbeerfest im Sommer und das Weinfestival im Herbst sind nur einige Beispiele davon.

Tipp: Besucht diese Food-Events unbedingt, wenn ihr zufällig zu der Zeit in Südtirol seid! Es gibt immer viel leckeres Essen, man kann oft bei der traditionellen Zubereitung von Rezepten zuschauen und taucht perfettamente in die Esskultur der Region ein!

Das Witzige an der ganzen Sache? Dass italienische Touristen aus dem Rest Italiens gerne in Südtirol Urlaub machen, um die typisch „alpine“ Südtiroler Küche zu genießen. Touristen, die von außerhalb Italiens kommen, freuen sich hingegen vor allem auf italienische Dolce Vita, Essen und Wein. Wofür würdet ihr euch entscheiden?

Italienische Küche in Südtirol

Authentische italienische Küche in einem deutschsprachigen Umfeld? Das gibt’s nur in Südtirol. Zwischen einheimischen Italienern und Zugezogenen aus dem Rest Italias gibt es so einige Talente, die original italienische Pizza im Holzofen backen, auf einem Pastabrett Orecchiette per Hand formen oder stundenlang die perfekte Bolognese einkochen. Nicht nur im professionellen Bereich, sondern auch in privaten Haushalten kocht man in Südtirol viele italienische Gerichte.

Funfact: Was die typisch italienische Küche angeht, gibt es in Südtirol große Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Gegenden und den einzelnen Altersgruppen:
Der „städtische“ sowie der jüngere Teil der Südtiroler Bevölkerung kocht sehr viel italienisch, also v.a. Pasta, Risotto, Gerichte mit Mozzarella und Co. Die ältere Generation und z.T. auch die jüngere in den ländlichen Gegenden kochen v.a. traditionelle Südtiroler Gerichte, die eher österreichischen, alpinen Einfluss haben, wie z.B. Kaiserschmarrn oder Knödel.

Klassiker wie Spaghetti Aglio e Olio, Lasagne oder Insalata Caprese findet man im Südtirol-Urlaub wirklich an jeder Ecke. Und wisst ihr was? Beinahe in jeder kleinen Bar sind die Gerichte echt lecker. Einfach, mit qualitativ hochwertigen Zutaten zubereitet und mit Liebe gekocht – die Dolce Vita spürt man auf jeden Fall auch in Südtirol!

In Südtirol spürt ihr das mediterrane Flair nicht nur aufgrund der vielen Pflanzen, der Sonne und der Pizza: Viele Gewohnheiten sind in der teils deutschsprachigen Region auch sehr italienisch. Aperitivo darf auf keinen Fall fehlen – im Sommer sitzen mindestens genauso viele Südtiroler mit einem Aperol Spritz auf der Terrasse wie im Rest Italiens.

Spannende Facts & Food-Inspo für einen richtig italienischen Aperitivo gibt’s in unserem Artikel zum „Aperitivo Italiano“!

Caffè? Sì, per favore! Ohne guten Kaffee wie Espresso geht auch in Meran, Bozen und Co. nichts. Übrigens: Die Eigenart, Milchkaffee wie Cappuccino nach 11 Uhr zu trinken, beginnt erst weiter nördlich. Damit outet man sich in Südtirol ganz klar als Tourist ;)

Alpine & österreichische Einflüsse

Südtiroler Omas sind ein bisschen anders als typisch italienische Nonnas: Sie sind meistens in der Zeit groß geworden, als Südtirol erst frisch an Italien angebunden wurde und in der noch viel mehr österreichische und nördliche Gewohnheiten und Produkte zirkulierten.

Je nach Alter und Wohnort (Städte vs. ländliche Gegend) haben sie sich mehr oder weniger italienische Gewohnheiten in der Küche angeeignet. In den meisten Köpfen schlummern aber noch viele traditionelle Rezepte von früher – alpin, nördlich und alt-österreichisch.

Was die Bergküche, die von den früheren österreichischen Traditionen beeinflusst ist, ausmacht? Milchprodukte, Fleischgerichte, Suppen und richtiges Comfort Food. Bestimmte Getreidesorten wie z.B. Roggen- oder Buchweizenmehl werden in Südtirol viel öfter verwendet als in anderen Regionen oder Ländern. Anstelle von mediterranem Olivenöl wird oft Butter verwendet, statt Basilikum Schnittlauch.

Tiramisu und Panna Cotta? Gibt’s auch, werden aber durch Süßspeisen (die heute meist als süße Hauptmahlzeit serviert werden) wie Kaiserschmarrn oder „Strauben“ mit Preiselbeermarmelade ergänzt – Letzteres ist in kreisförmigen Bahnen frittierter Teig, der mit Puderzucker und Preiselbeermarmelade vor allem auf Festen und an Feiertagen serviert wird.

Typische Produkte aus Südtirol

Das Schlemmerparadies Südtirol ist nicht nur wegen der abwechslungsreichen Restaurants bellissimo, sondern auch wegen der Produkte. Souvenirs? Echte Foodies bringen keine Staubfänger mit nach Hause und kaufen anstelle von Figürchen, Schlüsselanhängern und Co. lieber etwas, mit dem man sich die Urlaubskulinarik nach Hause holen kann.

Bei der Fülle an Produkten, die in der Region produziert werden, ist die Auswahl riiiesig. Die Qualität steht bei den Produkten aus Südtirol an erster Stelle. Klar, es gibt auch industrielle Produzenten, die in Masse produzieren und weniger auf Qualität achten, aber grundsätzlich ist der Qualitätsstandard von Südtiroler Lebensmitteln, Wein und Restaurants sehr hoch. Nicht umsonst sind sehr viele Erzeugnisse aus Südtirol mit einem europäischen Qualitätssiegel wie I.G.P. (indicazione geografica protetta, geschützte geografische Angabe), D.O.C. (denominazione di origine controllata, kontrollierte Ursprungsbezeichnung) oder g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) ausgezeichnet.

Italienische Produkte, die in Südtiroler Feinkostläden und auf Märkten verkauft werden, sind z.B. besondere Pasta, Pesto oder Milchprodukte wie Mozzarella und Ricotta. Das alpine Erbe in Südtirol sorgt dafür, dass neben klassischen Milchprodukten aus Kuhmilch auch viel auf Basis von Ziegen- und Schafsmilch gemacht wird. Käse-Liebhaber*innen aufgepasst, das sorgt für eine außergewöhnlich große Auswahl an Käsesorten wie der Stilfser Käse g.U. oder der Ziegenweichkäse „Sissi“. Auch Fleischliebhaber*innen, Gewürzjunkies, Obst- und Gemüsefreaks kommen in Südtirol auf seine*ihre Kosten. Von italienischer Salami bis hin zu Äpfeln, Bergkräutertees und Brotgewürz: Südtirols Food-Kultur bietet für alle was!

Must-Haves? Folgende Produkte dürft ihr auf keinen verpassen:

  • Parmesan (Grana Padano oder Parmigiano Reggiano)

  • Südtiroler Speck I.G.P.

  • Südtiroler Wein wie Sauvignon (weiß), Lagrein (rot) oder Gewürztraminer (Dessertwein)

  • Schüttelbrot (ein Knäckebrot-ähnliches, knuspriges und lecker gewürztes Brot).

Mein Tipp als Südtirolerin: Fahrt am besten mit einem halb leeren Koffer oder Auto nach Südtirol in den Urlaub, damit ihr vor Ort ordentlich Food- und Wein-Shopping betreiben könnt.

Südtiroler Apfel

Wir in Hamburg fahren gerne ins Alte Land, um die Apfelblüte zu bestaunen, frische Äpfel zu kaufen oder eine idyllische Radtour zu unternehmen. In Südtirol kann man das alles fast überall machen – die kleine Region ist nämlich das größte zusammenhängende Apfelanbaugebiet Europas! Achtet einmal darauf: Auch in deutschen Supermärkten kommen nicht wenige Äpfel aus Italien.

Bekannte Sorten wie Golden Delicious, Pink Lady oder Kanzi sowie weniger bekannte wie Marlene oder Morgenduft kommen aus Norditalien. Von August bis November pflücken ca. 7000 Familien zusammen mit Erntehelfern unzählige Äpfel, die in die ganze Welt exportiert werden. In einen frischen Apfel, direkt vom Baum, in Südtirol zu beißen? Ein unbeschreibliches Geschmackserlebnis. Von Apfelwanderungen bis Apfel-Tastings und -hotels gibt es so ziemlich alles rund um das Vorzeigeprodukt aus Südtirol. Na los, ab zur Apfelernte in Bella Italia!

Südtiroler Speck und Milchprodukte

Auch wenn die moderne Südtiroler und italienische Küche viele vegetarische und vegane Optionen bietet und insgesamt leichter und gesünder ist als noch vor einigen Jahrzehnten, sind Fleisch und Milchprodukte immer noch traditionell ein wichtiger Teil davon.

Ihr esst Fleisch? Dann müsst ihr das Südtiroler Food-Erlebnis unbedingt mit Speck krönen. Nach einer Wanderung eine Speck- und Käseplatte genießen, Gerichte mit Speck wie z.B. Speckknödel, Rösti mit Speck oder herzhafte Pfannkuchen mit Speck und Käse schlemmen… die Möglichkeiten sind fast endlos!

Wie ihr guten Südtiroler Speck erkennt und Touristenfallen umgeht? Achtet auf das Siegel „Südtiroler Speck g.g.A.“ – die Kriterien und Kontrollen sind streng und es muss ein ganz bestimmter Herstellungsprozess eingehalten werden, damit Speck so genannt werden darf und das Qualitätssiegel erhält. Der Speck wird mit Gewürzen wie Pfeffer und Wacholder eingerieben (die spezifische Gewürzmischung ist je nach Hersteller individuell), geräuchert und luftgetrocknet, bevor er für ca. 3 Wochen reifen darf. Der Geschmack ist rauchig, würzig, salzig und einzigartig – das Ganze lässt sich weder mit Schinken noch mit Bacon vergleichen.

Funfact: Zwei Welten, die aufeinandertreffen – das gilt auch bei der traditionellen Speck-Herstellung. Die Kombi aus Räuchern (nordische Technik) und Lufttrocknen (mediterrane Technik) zeigt in einem Produkt ganz deutlich, wie sich die beiden (Ess-)Kulturen in Südtiroler verbunden und eine Symbiose geschaffen haben.

Südtiroler Wein

Mediterranes Klima, ca. 300 Sonnentage im Jahr…da würden wir uns auch wohlfühlen, oder? Genauso geht es den zahlreichen Weinreben in Südtirol: Sie strotzen nur so vor Lebenskraft und produzieren superleckere, ganz unterschiedliche Weine!

Manche Rebsorten hielten bereits die alten Römer bei Laune, wie z.B. Weißburgunder, Gewürztraminer oder Lagrein. Andere Rebsorten wie Cabernet Sauvignon kamen erst später nach Südtirol. Frisch, spritzig, säuerlich – so schmecken die meisten (Weiß-) Weinsorten aus den Bergen Südtirols.

Für alle Weinliebhaber*innen ist die Weinstraße ein Muss auf eurem Südtirol-Besuch. Entlang einer fast 50 km langen Strecke könnt ihr alles über Südtiroler Wein erfahren, Kellereien und Weinberge besuchen, an Verkostungen teilnehmen und sogar in Hotels mit eigenem Weinberg übernachten. Bei gutem Wetter (und das ist zum Glück meistens so!) solltet ihr unbedingt eine Radtour entlang der kleinen Dörfer der „strada del vino“ (Weinstraße) machen.

Tipps für den perfekten Genießerurlaub in Südtirol

Ihr seid auch im Urlaub richtige Foodies? Dann gibt’s jetzt die perfekten Südtirol-Tipps zu Gerichten, Getränken und Food-Erlebnissen, die ihr unbedingt probieren solltet – je nach Jahreszeit!

Frühling in Südtirol ist anders als Frühling in Hamburg: Es ist oft schon sehr mild, manchmal schon richtig warm und alles blüht. Per favore, probiert:

  • Südtiroler Spargel – am besten die berühmten Terlaner Spargel. Wenn ihr Zeit habt: Besucht die Restaurants und Hofläden, die an den Spargelwochen teilnehmen!

  • Schlutzkrapfen – halbmondförmige Teigtaschen mit Spinat-Ricotta-Füllung. Diese kann man zwar das ganze Jahr über genießen, aber mit frischem Spinat sind sie besonders lecker!

  • Neben Bären (ja, wirklich) gibt’s in Südtirol auch Bärlauch zu finden – Bärlauchpesto oder Kräuterbutter mit Bärlauch sind ein großer Hit in „Sudtirolo“.

Der Sommer in Bella Italia kann auch im Norden ziemlich heiß werden. Erfrischung gibt’s in den Bergen, wo es kühler ist. Am Ende des Wanderweges solltet ihr auf jeden Fall an einem Bergrestaurant einkehren und traditionelle Gerichte genießen!

  • Süße Erdbeeren aus dem Martelltal: Vielleicht könnt ihr sogar die alljährlich gekürte Erdbeerkönigin auf dem Erdbeerfest bestaunen?

  • Aprikosen, Zwetschgen, Beeren, Kirschen…mit dem frischen, saisonalen Obst werden z.B. original Südtiroler Marillenknödel bzw. Zwetschgenknödel zubereitet (Kartoffelteig mit Aprikose/Erdbeere in der Mitte, in Butter und Zimt-Zucker gewälzt).

  • Saftige Tomaten wachsen in Südtirols Gärten und auf Balkonen und auch die importierte Ware ist nicht weit weg und kommt meist aus Süditalien.

Herbst = Schietwetter? In Südtirol hält der Spätsommer oft lange an und der Herbst kann zwar verregnet sein, aber oft auch noch schönes Wetter bieten.

  • Kastanien bzw. Maronen – auf dem Kastanienfest in einen noch warmen Kastanienkrapfen beißen, mhmmm!

  • Der Norden lässt grüßen: Auch in Südtirol wird im Herbst Sauerkraut (mit geräuchertem Schweinefleisch) serviert.

  • Äpfel – die Apfelernte beginnt und es gibt frische Äpfel, die zu Apfelstrudel, Frittelle di Mele oder Apfelkuchen verarbeitet werden.

Jetzt wird’s freddo! Kalte Winter und Schnee sind in Südtirol keine Seltenheit, deshalb gibt’s Comfort Food – perfekt nach einem Tag auf der Skipiste!

  • Gerichte mit Wild wie Hirsch oder Reh sind ein Muss auf den Wintermenüs der Südtiroler Gastronomie – von Ragu bis Gulasch und Carpaccio gibt’s fast alles.

  • Suppen und Eintöpfe, mit Gerste, Linsen, Bohnen oder eine einfache Brühe gehören auch in Südtirol in die typische Winterküche.

  • Zitrusfrüchte aus Italien – allen voran Orangen und Mandarinen – findet man in top Qualität. Wie wär’s mit einem Orangenkuchen oder Zitronenplätzchen für die Weihnachtszeit?

  • Die Weihnachtsmärkte in Meran, Bozen und Co. sind wahre Foodie-Tempel: am Ende des Marktes werdet ihr zurück in die Unterkunft rollen und den Koffer vollgestopft mit Essen haben, das verspreche ich euch!

Typische Südtiroler Rezepte

Italienische Rezepte gibt es in Südtirol unzählige, deswegen zählen wir die hier gar nicht auf. Pasta, Pizza und Co. gehören sozusagen automatisch zur Südtiroler Küche. Wir stellen euch aber ein paar besondere Südtiroler Spezialitäten vor, die es so (fast) nur in der norditalienischen Region gibt.

Südtiroler Apfelstrudel & Apfelringe

Wenn es schon die besten und meisten Äpfel in Südtirol gibt, ist es ja auch logisch, dass man damit richtig viele leckere Gerichte wie original Südtiroler Apfelstrudel macht, oder nicht? Frisch vom Baum wird der Südtiroler Apfel zusammen mit Pinienkernen, Rum, Zitrone und Zimt in einen dünnen Teig verpackt, gebacken und am besten noch warm mit einer Kugel Vanilleeis serviert. Wusstet ihr, dass Apfelstrudel bereits in der Zeit von Kaiserin Sissi bekannt und beliebt war? Die österreichische Tradition haben die Südtiroler nach Italia mitgenommen – zum Glück!

Nicht nur Apfelstrudel, sondern auch ausgebackene Apfelringe sind ein Herbstdessert für Naschkatzen. Die Italiener außerhalb von Südtirol haben sich ihre „Frittelle di Mele“ von den Südtiroler*innen abgeguckt, deshalb findet man sie im Norden auf zahlreichen Weihnachtsmärkten außerhalb der Grenzen Südtirols. Zimt-Zucker darf natürlich auch hier nicht fehlen!

Tipp: Die beste Apfelsorte für Apfelstrudel und Apfelringe ist eine leicht säuerliche, aber gleichzeitig süße Apfelsorte. So braucht ihr weniger Zucker und habt trotzdem eine leichte Säure, die die Süße des Gebäcks ausbalanciert.

Ihr habt noch Äpfel im Obstkorb übrig? Apfelstrudel ist ein gnädiges Dessert: Egal, wie schrumpelig die Äpfel (solange sie noch gut und nicht geschimmelt sind), für Apfelstrudel eignen sie sich super!

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Ausgebackene Apfelringe
Sweets

Ausgebackene Apfelringe

Italiener können nur Pizza und Pasta? Papperlapapp, sie sind auch Großmeister des Backens: Die italienische Köstlichkeit, besser bekannt als "Frittelle di mele", sind saftig und einfach atemberaubend gut!

Südtiroler Knödel

Knödel, Klöße, Dumplings…Beinahe jedes Land und jede (Ess-) Kultur hat eine Art von Knödelgericht. Südtiroler Knödel sind ein ehemaliges Reste- und Armenessen, da altes Brot so noch verwertet und zu etwas Leckerem gemacht werden konnte.

Buonissimi! – sind die typischen Südtiroler Käseknödel, die meist mit Krautsalat (Weißkohlsalat mit Speck und Kümmel) oder einem bunten Salat, brauner Butter und Parmesan serviert werden. Aber täuscht euch nicht, es gibt noch viiiele andere Knödel-Varianten in Südtirol: Spinatknödel, Speckknödel, Buchweizenknödel, Pilzknödel, Kräuterknödel, Rote-Bete-Knödel…Ihr habt die Qual der Wahl!

Südtiroler Käseknödel auf einem Wirsingbett auf einem verzierten Teller
Vegetarisch

Südtiroler Käseknödel mit Wirsing

Käse, gaaaanz viel Käse – den findet ihr in dieser Südtiroler Spezialität. Zusammen mit etwas Wirsing habt ihr einen perfekten Starter für jedes Dinner.

(Karnevals-)Krapfen – die Berliner Südtirols

Jeder Südtirolerin isst mindestens einmal im Jahr „Faschingskrapfen“, wie die Berliner in Südtirol genannt werden. Obwohl sie das ganze Jahr in Bäckereien und Konditoreien erhältlich sind, gehören sie traditionell zum Karneval und sind in dieser Zeit in den besonderen Hotspots oft schon früh morgens ausverkauft!

Das fluffige Hefegebäck wird meist mit Aprikosenmarmelade, Crema Pasticcera oder Schokocreme gefüllt und kann entweder frittiert oder im Ofen gebacken werden. Mit Puderzucker bestäubt zaubern die Faschingskrapfen ein Lächeln ins Gesicht eines jeden Kindes – und auch vieler Erwachsener.

Funfact: In Südtirol gibt es meist schon in der Grundschule einen Berliner für jedes Kind. Lehrer*innen, Eltern oder die Schule organisieren das Ganze, damit jedes Kind zu Fasching einen Krapfen genießen kann!

Bomboloni mit Crema pasticcera in einem Korb, der mit Backpapier ausgelegt ist.
Sweets

Bomboloni al forno – italienische Karnevalskrapfen mit Vanillecreme

Krapfen, aber italienisch – geil, oder? Die fluffigen Hefebällchen backen wir im Ofen, anstatt sie zu frittieren. Danach füllen wir sie mit einer cremigen Crema pasticcera und bestäuben sie mit reichlich Puderzucker. 

Spinat-Ricotta-Tortellini: Südtiroler Schlutzkrapfen

Habt ihr schon mal was von „Schlutzkrapfen“ gehört? Sie sind eines der Rezepte, die es in dieser Form ausschließlich in Südtirol gibt. Unsere Spinat-Ricotta-Tortellini sind eine etwas vereinfachte und italienischere Variante davon – eigentlich werden Schlutzkrapfen aber mit einem großen Anteil Roggenmehl im Teig zubereitet und halbmondförmig ausgestochen.

Roggenmehl ist ein in Südtirol sehr beliebtes Mehl – das Getreide ist robust, unempfindlich gegen Kälte und wächst auch in höheren Lagen. Roggenmehl findet man in vielen Südtiroler Gerichten wieder: Schlutzkrapfen, Roggenbrot und Brötchen…

Probiert die Tortellini Südtirols mit etwas brauner Butter und Parmesan – das perfekte Gericht an einem kalten Wintertag, deshalb wird es auch vor allem im Herbst und Winter serviert.

Tortellini mit Spinat-Ricotta-Füllung von oben

Tortellini mit Spinat-Ricotta-Füllung

Einen besonderen Platz in unserem Nudel-Herz nehmen italienische Tortellini mit Spinat-Ricotta-Füllung ein! Selbstgemacht mit Tomatensauce, brauner Butter oder einer Sauce eurer Wahl, schmecken diese Nudeln Groß und Klein.

Steinpilze & Pfifferlinge: Risotto und Pasta

Pilze suchen? Ein richtiges Abenteuer in Südtirol. So langsam wird es aber schon fast zu abenteuerlich, da sich seit einigen Jahren wieder einige Bären in Südtirols Wäldern herumtreiben und schon so manchen Pilzsucherin erschreckt haben. Die sichere Variante? Pilze auf dem Markt kaufen – macht nur leider nicht halb so viel Spaß!

Mit typischen Waldpilzen könnt ihr tolle italienische und typische Gerichte der Südtiroler Küche zaubern, allen voran Risotto mit Pilzen oder Pasta (meist eine lange Pastasorte) mit Pilzen. Italienischer Reis oder Pasta, kombiniert mit alpiner Sahnesauce und mediterranem Parmesan – das ist kulturelles Food-Pairing vom Feinsten!

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Vegetarisch

Steinpilz-Risotto mit Pfifferlingen

Cremiges Risotto mit mega leckeren Pilzen wie dem Steinpilz und dem Pfifferling ist ein echtes Wohlfühlgericht. Eine warme Portion von diesem Gericht lässt sich hervorragend bei kaltem Winterwetter genießen.

Kaiserschmarrn – österreichisches Souvenir

Ursprünglich stammt der Kaiserschmarrn aus Österreich, doch genau wie Knödel und Apfelstrudel gehört er zu den Gerichten, die die Südtiroler sich mit in ihre neue Heimat Italien genommen und dort verfeinert haben.

DAS Après-Ski-Rezept schlechthin ist Kaiserschmarrn mit viel Puderzucker, Preiselbeermarmelade und evtl. in Rum eingelegten Rosinen (anstelle des ersten Shots, versteht sich). Der wesentliche Unterschied zum österreichischen Kaiserschmarrn-Rezept? Den kennen weder die Südtirolerinnen, noch die Österreicherinnen so genau – aber auf jeden Fall sind beide megalecker!

P.S.: Während Kaiserschmarrn in Österreich meist als Dessert serviert wird, ist er in Südtirol eher eine süße Hauptspeise. Na, welche Variante würdet ihr wählen?

Krautsalat mit Speck

Südtiroler Speck wird nicht nur zur Brotzeit serviert, sondern auch in deftigen Gerichten wie Speckknödeln, Pastagerichten und Co. verarbeitet. Krautsalat mit Speck ist ein Klassiker aus Südtirol, der zu Knödeln (doppelt Speck hält schließlich besser), Gegrilltem oder als Beilage zu Fleisch gereicht wird.

Weißkohl gehört genau wie Roggen zu den unempfindlichen, in den kalten Wintern Südtirols gedeihenden Lebensmitteln. Außer Kohl, Kartoffeln und Roter Bete gibt es auch auf norditalienischem Boden in den Wintermonaten nicht viel zu ernten. Regionale Produkte müssen in der Kälte und oft in hohen Lagen überleben, um im Südtiroler Winter verfügbar zu sein – von Importware abgesehen. Aber aus der Not eine Tugend machen, das kann die Südtiroler Küche: Weißkohl, Speck, Kümmel und ein simples Dressing aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer und voilà – der Südtiroler Krautsalat mit Speck wurde geboren.

Krautsalat mit Speck in einer Schüssel mit Kümmelsamen auf Holzuntergrund
Glutenfrei

Krautsalat mit Speck

Südtirol represent: mit diesem erfrischenden und herzhaften Krautsalat, der mit knusprigem Speck und Kümmel serviert wird. Die perfekte Beilage für eine private Hüttengaudi.

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