Warenkunde

The One and Onion: Deshalb passt Zwiebel zu allem!

Kochen ohne Zwiebeln ist möglich, aber sinnlos. Warum die gesunden Scharfmacher in keinem Essen fehlen dürfen, wozu welche Zwiebelsorte am besten passt und wie ihr beim Zwiebel-Schneiden keine Träne vergießt, lest ihr in unserer großen Zwiebel-Warenkunde mit Rezepten.
Nicole
Nicole, Redaktion

Nach ihrem Ebenbild werden in der Architektur Dächer gebaut und in der Mode Looks geschaffen: die Zwiebel. Natürlich hat die vielschichtige Knolle nicht nur optische Vorzüge. Sie sorgt für leckere Würze in warmen und kalten Gerichten und ist neben Knoblauch einer der besten Appetitanreger überhaupt. Immerhin lässt uns nichts so schnell das Wasser im Mund zusammenlaufen wie der Duft von frisch geschmorten Zwiebeln in Fett.

Ihr denkt, ihr wisst schon alles über Zwiebeln? Kennt ihr dann auch den Unterschied zwischen roten Zwiebeln und Schalotten oder zwischen Perlzwiebeln und Silberzwiebeln und könnt ihr Lauchzwiebeln eindeutig von Lauch unterscheiden? Wir haben die verblüffendsten Zwiebel-Infos im Gepäck und zeigen euch nicht nur, wie ihr Zwiebeln richtig lagert, sondern lüften auch das Geheimnis um die gesündeste Zwiebelsorte.

Haben wir euch den Mund wässrig geredet, tischen wir euch unsere besten Zwiebel-Rezepte auf – mit praktischen Tipps zum Kochen, Braten und Rösten der scharfen Knollen. Außerdem erfahrt ihr bei uns, wie ihr Zwiebeln schneiden könnt, ohne zu heulen wie ein Schlosshund, und mit welchen Tricks man rohe Zwiebeln bekömmlicher machen kann, sodass auch der (Bläh-)Bauch zufrieden schweigt.

Also dann: on and onion – freie Zwiebel-Liebe für immer!

Was sind Zwiebeln überhaupt?

Was haben wir da eigentlich vor uns, wenn wir Zwiebeln essen? Die rundlichen Knollen mit den Mini-Wurzeln unten sind nichts anderes als verkürzte Pflanzensprossen, die so dick und geräumig sind, weil sie unter der Erde die Nährstoffe der Pflanze speichern. Viele Pflanzen und Blumen haben so eine unterirdische Zwiebel, aus der sie herauswachsen. 

Wenn wir von essbaren „Zwiebeln“ als Gemüse reden, meinen wir umgangssprachlich die klassische Küchen- oder Speisezwiebel (bot. Allium cepa L.), die eigentlich nur ein Organ der gesamten Zwiebelpflanze ist. Botanisch gehört die Zwiebel zur Familie der Lauchgewächse und ist damit direkt mit Knoblauch, Bärlauch und Schnittlauch verwandt.

Herkunft und Saison: Woher kommen Zwiebeln?

Die genaue Heimat der Küchen- bzw. Speisezwiebel ist nicht bekannt, da wilde Arten längst von kultivierten Formen verdrängt wurden. Vermutet wird die Herkunft der ersten Zwiebeln vor rund 5.000 Jahren in Zentral- und Südasien rund um Afghanistan und Pakistan. Hierzulande sind Zwiebeln seit dem späten Mittelalter in aller Munde.

Hochsaison feiert die Zwiebel aus regionalem Anbau von Juli bis Oktober – dank Lagerbestände gibt’s die Scharfmacher aber ganzjährig zu kaufen. Laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft belegt die Zwiebel in Deutschland Rang 4 der beliebtesten Gemüsesorten, gleich nach Möhren, Gurken und den erstplatzierten Tomaten. Fast 9 Kilo Zwiebeln essen wir pro Kopf jährlich im Durchschnitt, Tendenz steigend. Wer in der Platzvergabe die Kartoffel vermisst: Die gehört ernährungstechnisch zum Getreide statt zum Gemüse – und läge mit einem Pro-Kopf-Jahres-Durchschnitt von ca. 60 Kilo (!) natürlich ganz vorne.

Funfact: Einen besonderen Stellenwert hatte die Speisezwiebel im Alten Ägypten. Beim Bau der Pyramiden sollen sich die Arbeiter täglich an den rohen Knollen gestärkt haben und auch als religiöse Opfergabe und Zahlungsmittel waren sie im Umlauf. Allerdings geht man davon aus, dass die Zwiebel damals etwas milder als heute war.

Deshalb solltet ihr Zwiebeln roh essen

In rohen Zwiebeln ist die Konzentration an gesunden Inhaltsstoffen besonders hoch, da viele Stoffe durch das Erhitzen beim Kochen oder Braten verloren gehen. Wer in den Genuss der vollen Heilwirkung kommen will, sollte daher Zwiebeln roh essen. Der Haken: Ähnlich wie Böhnchen macht auch jedes Zwiebelchen ein Tönchen und kann bei Menschen mit empfindlicher Verdauung zu Magenschmerzen und Durchfällen führen.

Warum blähen Zwiebeln eigentlich so stark?

Der Grund für die blähende Zwiebel-Wirkung sind die enthaltenen Kohlenhydrate, die in Zwiebeln als sogenannte „Fruktane“ vorliegen. Diese Stoffe (etwa Inulin) dienen der Zwiebelpflanze in der Natur als Energiereserve. Im menschlichen Körper werden die Fruktane vom Dünndarm nur schlecht aufgenommen, sodass sie unverdaut in den Dickdarm gelangen. Dort freuen sich die Darmbakterien über die süße Nahrung und produzieren bei der Fermentierung bzw. Zersetzung Gase, die sich als Blähungen bemerkbar machen. Auf der anderen Seite profitieren wir von der präbiotischen Wirkung von Zwiebeln, da sie die nützlichen Bakterien beim Aufbau einer gesunden Darmflora unterstützen und beispielsweise gegen Verstopfung helfen.

So werden (rohe) Zwiebeln bekömmlicher!

Hartnäckige Stoffe wie das Inulin verkraften selbst Hitze, sodass auch gebratene Zwiebeln blähen können. Da Inulin aber wasserlöslich ist, sind in Wasser gekochte oder gedünstete Zwiebeln weniger blähend. Leichter verdaulich werden rohe Zwiebeln ebenfalls, wenn ihr sie kurz mit kochendem Wasser überbrüht und anschließend in kaltem Wasser abschreckt. Alternativ Zwiebeln mit Kümmel oder Fenchelsamen zubereiten, da die Gewürze entblähend wirken. 

Um die Schärfe abzumildern und rohe Zwiebeln bekömmlicher zu machen, mariniert ihr sie am besten eine Viertelstunde mit säurehaltigen Lebensmitteln wie Zitronensaft oder Essig. Gerade in der mexikanischen Küche nutzt man gerne die Kombi mit Limetten, um rohe Zwiebeln besser als Topping für Tacos, Enchiladas oder Burritos genießen zu können. Um rohe Zwiebeln zu entschärfen, könnt ihr sie alternativ 1–2 Stunden vor dem Verzehr mit etwas Salz bestreuen oder eine halbe Stunde in Milch einlegen – das soll auch gegen Sodbrennen von Zwiebeln helfen.

Mild bis scharf: Diese Zwiebelsorten gibt es

Wie scharf eine Zwiebel ist, hängt von ihrem Schwefel-Gehalt ab. Die verschiedenen Zwiebelsorten unterscheiden sich aber nicht nur durch ihren jeweiligen Schärfegrad, sondern auch durch Form, Farbe und Größe. Wozu welche Sorte passt und worin ihre Stärken und Schwächen liegen, lest ihr hier.

Sieben ganze Speisezwiebeln als Topshot vor dunklem Untergrund

Speisezwiebel: die Klassische

Der Klassiker unter den Zwiebelsorten ist die kugelige, etwa faustgroße Speisezwiebel mit gelb-brauner Schale und weißem Inneren. Da sie am meisten ätherische Schwefelöle enthalten, sind Speisezwiebeln die schärfsten Zwiebeln von allen. Die Aroma-Bomben werden mit Vorliebe als natürliche Würze zum Braten oder Kochen verwendet. Auch zum Spicken und Marinieren von Fleisch finden gelbe Zwiebeln Einsatz, da die gesunden Scharfstoffe zähes Fleisch weicher machen sollen. In Frikadellen und Bolognese ist der Klassiker sowieso Pflicht, genauso wie in Reibekuchen.

 

Speisezwiebeln passen zu: Hackfleisch- und Kartoffelgerichten wie Moussaka sowie zu Schmorbraten und Suppen; roh auf Mettbrötchen, in Salsa oder Döner

Gefüllte-Zwiebeln-mit-Petersilie

Gemüsezwiebel: die Große

Die runde Gemüsezwiebel kann mehr als doppelt so groß und schwer wie die Speisezwiebel werden. Ihre Schale ist rot-braun und deutlich brüchiger, was das Schälen von Gemüsezwiebeln zum Kinderspiel macht. Die sanften Riesen sind so mild im Geschmack, dass man sie auch gut roh essen kann. Dank der Größe lassen sich Gemüsezwiebeln super füllen und als Ganzes im Ofen oder auf dem Grill garen. Das extra saftige Fruchtfleisch sorgt dafür, dass die Knollen trotz hoher Temperaturen nicht austrocknen. Frittiert ergeben Gemüsezwiebeln als XXL-Zwiebelringe einen pikanten Snack.

 

Gemüsezwiebeln passen zu: Fleischgerichten, Grillgemüse, Käse-/Hackfüllung, Bierteig für Zwiebelringe; roh im Salat oder Dip

Fünf rote Zwiebeln mit rot-violetter Schale vor dunklem Untergrund im Topshot

Rote Zwiebel: die Hübsche

Mit den violett-roten Zwiebelhäuten und dem kontrastreichen weißen Fruchtfleisch ist die rote Zwiebel eine echte Schönheit. Die für die rote Farbe verantwortlichen Anthocyane machen sie obendrein zur gesündesten Zwiebelsorte von allen. Bei Anthocyanen handelt es sich um Antioxidantien, die freie Radikale abfangen und Krebs vorbeugen sollen. Zudem sind rote Zwiebeln milder und sogar leicht süßlich im Geschmack, weshalb sie gerne roh verzehrt werden und als essbare Deko auf kalten Platten landen.

 

Rote Zwiebeln passen zu: Chutney; roh in Salatsauce, Marinade, auf Burgern, als Brot- oder Bowl-Topping

Sechs ganze Schalotten vor dunklem Untergund im Topshot

Schalotte: die Edle

Durch die rötliche Schale sehen Schalotten von außen aus wie kleine, langgezogene rote Zwiebeln. Spätestens beim Blick ins reinweiße Innere wird jedoch klar, dass Schalotten eine eigene Zwiebelart sind, denn die Edelzwiebel setzt sich aus mehreren kleinen Zehen zusammen – ähnlich wie Knoblauch. Mit dem ist die Schalotte genauso verwandt wie mit der Küchenzwiebel. Geschmacklich punktet sie durch ein super mildes Aroma mit feiner Süße. Angebraten (gerne mit Rotwein) karamellisieren Schalotten noch besser als rote Zwiebeln – aber Vorsicht: bei zu starker Hitze werden die edlen Zwiebeln schnell bitter.

 

Schalotten passen zu: französischen Gerichten wie Boeuf Bourguignon oder Quiches, als Basis für Bratensauce; roh in Vinaigrettes

Tramezzini Mit Perlzwiebeln Und Rucola Pesto

Silberzwiebel: die Winzige

Silberzwiebeln sind mit einem Durchmesser von maximal 35 mm die kleinsten Zwiebeln überhaupt. Wir kennen sie nur geschält als knackige Zutat in sauer eingelegten Mixed Pickles, wo sie dank des milden Eigengeschmacks eher Zierzwecke erfüllen. Denn die Mini-Zwiebeln glänzen buchstäblich durch ihr silbrig-weißes Außenhäutchen. Optisch erinnert die perlige Silberzwiebel an die genauso kleine, aber ungeschälte Perlzwiebel – die ihrerseits jedoch näher mit dem Lauch als der Zwiebel verwandt ist.

 

Silber- und Perlzwiebeln passen zu: Eintöpfen und Pot Pies, Schmorgerichten, Kurzgebratenem (auf Spießen); eingelegt zu Fondue oder Raclette oder im Sandwich

 

Funfact: Durch die weißliche Farbe haben Silberzwiebeln von außen Ähnlichkeit mit weißen Zwiebeln, die allerdings so groß wie normale Speisezwiebeln ausfallen. Die milde Zwiebelsorte mit der weißen Schale ist hierzulande leider kaum zu finden, in Südeuropa aber häufiger und macht sich roh perfekt in mediterranen Salaten.

Frühlingszwiebel im Bund

Frühlingszwiebel: die Dünne

Mit ihrer schlanken Form tanzt die Frühlingszwiebel aka Lauchzwiebel ganz schön aus der Reihe. Die Knolle beschränkt sich bei dieser Zwiebelart auf eine kleine Verdickung, aus der leuchtend grüne Lauchblätter sprießen. Anders als beim verwandten Porree bzw. Lauch sind die Blätter hübsch gerollt statt flach. Das Grün der Frühlingszwiebel schmeckt knackig-frisch nach Schnittlauch und ist auch roh bei empfindlichem Magen bekömmlich. Der weiße Zwiebelteil ist schärfer und verträgt größere Hitze beim Kochen.

 

Frühlingszwiebeln passen zu: asiatischen Gerichten wie Reisnudelsalat, chinesischen Pancakes oder vietnamesischen Crêpes; roh in Quark-Dips, Bowls, Ramen oder Pho

Zwiebeln schälen und schneiden:

Bevor wir die Zwiebel essen können, müssen wir sie noch richtig vorbereiten. Dazu gehört es, die Zwiebel zu schälen und zu schneiden. Wie das Ganze möglichst einfach und tränenarm funktioniert, lest ihr hier. 

Tipp: Durch das Schälen und Schneiden gehen die geschmacksgebenden Sulfide in der Zwiebel rasch verloren. Deshalb sollte man die Knollen erst kurz vor der Zubereitung schälen und anschneiden.

Zwiebeln schälen: So geht’s besonders schnell!

Die Schale der Gemüsezwiebel ist so brüchig, dass sie fast von allein abfällt. Andere Zwiebelsorten haben fester sitzende Zwiebelschalen. Um diese Zwiebeln schneller schälen zu können, blanchiert ihr die Knollen am besten kurz. Dazu legt ihr sie 2 Minuten in eine Schüssel mit heißem Wasser und gebt sie anschließend zum Abschrecken in eine zweite Schüssel mit Eiswasser. Die Zwiebelschale löst sich nun viel einfacher. Zugleich entschärft das Wasserbad die schwefelhaltigen Säuren, wodurch die Zwiebel bekömmlicher wird.

Um die Zwiebel zu schälen, halbiert ihr die Knolle der Länge nach. Wollt ihr die Zwiebel im Ganzen verwenden, schneidet ihr stattdessen nur die Enden ab. Die Schale „packt“ ihr jeweils mit der Messerspitze und zieht sie von oben nach unten ab. Es kann helfen, die Schale leicht mit dem Messer anzuritzen, um einen besseren Angriffspunkt zu schaffen.

Zwei Hände, die eine braune Küchenzwiebel schälen, wobei Teile der braunen Außenschale bereits auf der hölzernen Arbeitsfläche liegen

Zwiebeln bestehen bekanntlich aus mehreren Schalen – daraus resultiert der mehrlagige Zwiebel-Look in der Mode. Nur die dünne äußere Hülle sollte vor dem Verzehr entfernt werden. Unmittelbar unter der Außenschale sitzen die meisten gesunden Inhaltsstoffe der Zwiebel. Schon deshalb solltet ihr sparsam beim Schälen sein.

So lässt sich die Zwiebelschale verwerten

Zwiebelschalen solltet ihr nicht wegwerfen, denn damit lassen sich beispielsweise Suppen oder Saucen ansetzen. Damit später keine harten Schalenstücke in Brühe, Fond oder Sauce treiben, kocht ihr die Zwiebelschalen am besten in einem Filterbeutel mit. Vorher solltet ihr die Schalen waschen – das geht am einfachsten, wenn ihr die Zwiebel direkt vor dem Schälen putzt. 

Sammelt ihr übers Jahr fleißig Zwiebelschalen, könnt ihr damit sogar Ostereier natürlich färben. Je nach Zwiebelsorte erhalten die Eier neben einer goldbraunen bis rotvioletten Farbe auch ein würziges Zwiebel-Aroma. Dazu einfach die Zwiebelschalen 15 Minuten in heißem Wasser aufkochen und die Eier 5 Minuten im Zwiebelsud ziehen lassen. Um 6 Ostereier zu färben, braucht ihr rund 1 Kilo Zwiebelschalen.

Warum weinen wir beim Zwiebel-Schneiden?

Dass die meisten Leute beim Schneiden von Zwiebeln und Schalotten weinen müssen, liegt an der Aminosäure Isoalliin. An sich ist die schwefelhaltige Säure in der Zellwand der Knolle harmlos, doch beim Verletzen bzw. Anschneiden der Zwiebel kommt sie in Kontakt mit dem Enzym Alliinase, das im Inneren der Zwiebel sitzt. Dadurch wird die Aminosäure gespalten – unter anderem in Propanthial-S-Oxid. Beim Verdunsten gerät dieser Stoff in die Luft und reizt als Dampf die Schleimhäute und Augen. Unser Körper reagiert zum Schutz darauf mit dem Aktivieren der Tränendrüsen, um den Stoff wieder auszuspülen. Deshalb weinen wir beim Zwiebel-Schneiden.

Funfact: Im Grunde produziert die Zwiebel das „Tränengas“ aus Selbstschutz. In der Natur soll der Reizstoff Fressfeinde abschrecken, wenn diese die Zwiebel verletzen.

Zwiebeln schneiden: So geht‘s ohne Tränen!

Ist die Zwiebel geschält, kann es ans Schnippeln gehen. Ihr habt dabei die freie Wahl, ob ihr Zwiebeln klassisch würfeln oder in Scheiben bzw. Streifen schneiden wollt. Egal, welche Form die Zwiebel annehmen soll, wir empfehlen, den Strunk bzw. Wurzelansatz zum Schneiden dranzulassen. Er gibt der Zwiebel mehr Halt, sodass ihr nicht so leicht mit dem Messer abrutscht und die Zwiebelwürfel oder -scheiben schön gleichmäßig gelingen.

Eine rote und eine braune Zwiebel, die zu Würfeln und Scheiben geschnitten wurden, vor schwarzem Untergrund

Apropos Messer: Verwendet am besten ein scharfes Gemüsemesser. Es ist wichtig, die Zwiebel zu schneiden und nicht zu zerquetschen, wie es leicht mit halb stumpfer Klinge passiert. „Zieht“ das Messer außerdem durch die Zwiebel und drückt nicht dagegen. Je akkurater der Schnitt, umso weniger Tränen fließen beim Schneiden. Denn macht ihr „kurzen Prozess“ mit der Zwiebel, verkürzt sich auch die Kontaktzeit zwischen Isoalliin und Allinase – es werden also weniger reizende Dämpfe produziert.

Hier noch zwei weitere Tricks, mit denen das Zwiebel-Schneiden ohne Tränen klappt:

 

  • Wasser: Befeuchtet Zwiebel, Messer und Schneidebrett vor dem Schneiden mit Wasser. Das bildet kurzfristig einen Puffer gegen die Reizstoffe. Alternativ kann es helfen, einen Schluck Wasser im Mund zu behalten, während ihr die Zwiebel schneidet. Das Wasser schützt die Schleimhäute im Mund und hält die Dämpfe für kurze Zeit in Schach, bevor sie weiter nach oben in die Augen steigen und das große Weinen beginnt. Wer es sich zutraut, kann die Zwiebel auch direkt in einer flachen Schüssel mit Wasser schneiden. Aber Vorsicht: Hier ist die Verletzungsgefahr höher, weil sich die schlüpfrige Zwiebel im Wasser weniger gut greifen lässt.

  • Distanz: Setzt euch zum Zwiebel-Schneiden lieber hin und beugt euch dabei möglichst nicht über die Arbeitsfläche. Zwiebeldämpfe steigen senkrecht auf, deshalb erwischen sie euch ungeschützt, wenn ihr stehend auf sie herabschaut. Haltet ihr dabei den Mund auf (oder kaut ihr währenddessen Kaugummi), bleiben dort bereits viele Reizstoffe haften, statt bis in die Augen hinaufzuziehen. Dann habt ihr höchstens den Zwiebelgeschmack auf der Zunge, müsst aber weniger weinen.

 

Tipp: Um den Zwiebelgeruch nach dem Schneiden von den Fingern zu kriegen, könnt ihr Kaffeesatz oder Kaffeepulver zwischen den Händen verreiben. Auch frischer Zitronensaft soll dabei helfen, den zwiebeligen Geruch loszuwerden. Einfach kurz einwirken lassen und anschließend mit warmem Wasser abwaschen. Andere Nebenwirkungen wie der fiese Zwiebel-Mundgeruch lassen sich durch das Kauen von Minze bekämpfen.

Keller oder Kühlschrank: Tipps zur Zwiebel-Lagerung

Zwiebeln sind ein ideales Lagergemüse, da sie sich bei richtiger Aufbewahrung bis zu einem halben Jahr halten. Der beste Platz zur Lagerung von Zwiebeln ist der Keller, da es dort dunkel und trocken ist. Durch die Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit schimmeln Zwiebeln im Kühlschrank schneller.

Auch bei Raumtemperatur sollte man Zwiebeln nicht lagern. Licht und Wärme lassen die Knollen rascher keimen. Eine Ausnahme sind Frühlingszwiebeln. Wenn die Wurzeln noch dran sind, könnt ihr sie bei Zimmertemperatur wie Blumen in ein Glas mit Wasser stellen. Die Lauchzwiebeln bleiben auf diese Weise länger frisch und können sogar nachwachsen.

Kann man keimende Zwiebeln noch essen?

Keimende Zwiebel sind leicht an den grünen Trieben erkennbar, die ähnlich wie bei einer Frühlingszwiebel aus der Knolle ranken. ÖKO-TEST gibt Entwarnung: Anders als gekeimte Kartoffeln sind Zwiebeln mit Keimen nicht giftig. Sie enthalten lediglich weniger Vitalstoffe, da diese in die Triebe hinaufgewandert sind. Für die volle Nährstoff-Dröhnung also am besten die Zwiebelkeime mitessen. Beim Zwiebel-Kauf sollten die Knollen aber möglichst noch nicht gekeimt sein, dann sind sie knackiger und halten sich länger.

eingelegte Zwiebeln in vier Weckgläsern vor Holzhintergrund

Zwiebeln einlegen und haltbar machen

Durch süß-saures Einlegen lässt sich die Haltbarkeit von Zwiebeln verlängern. Zum Konservieren könnt ihr wie in unserem Rezept für Pickled Red Onions Apfelessig nehmen. Der Klassiker ist verdünnter Weißweinessig, der sich mit Salz, Lorbeerblättern, Pfeffer- oder Senfkörnern beliebig würzen lässt. Werdet kreativ und kombiniert verschiedene Zwiebelsorten für Mixed Onion Pickles oder setzt zur Abwechslung auf eingelegte Frühlingszwiebeln – gesüßt mit Honig wird das Lauchgemüse zu einem besonderen Leckerbissen. Mit Essig und Zucker gemischt und in sterile Gläser abgefüllt, sind selbst eingelegte Zwiebeln im Kühlschrank 2–3 Wochen haltbar.

Kann man Zwiebeln einfrieren?

Für eine praktische Zwiebel-Reserve könnt ihr einfach die Zwiebeln einfrieren. Dazu packt ihr die geschälten und gewürfelten Zwiebeln in einer luftdicht verschlossenen Box oder einem Gefrierbeutel ins Gefrierfach. Tiefgekühlte Zwiebeln halten sich ca. ein Jahr. Bei längerem Einfrieren können sie allerdings etwas Aroma verlieren. Positiv gesagt sind aufgetaute TK-Zwiebeln milder.

Zum Heulen gut: unsere besten Zwiebel-Rezepte

Rohe Zwiebeln sind zwar nährstoffreicher und dadurch gesünder, aber gekochte, gebratene oder geschmorte Zwiebeln sind eben doch irgendwie vielseitiger. Durch das Erhitzen bekommen die Knollen außerdem eine leckere Karamellnote, da der enthaltene Zucker freigesetzt wird. Wie unterschiedlich ihr das Lauchgemüse zubereiten könnt, seht ihr in unserer Sammlung der besten Zwiebel-Rezepte.

Tipp: Für mehr Flexibilität in der Küche sorgt Zwiebelpulver. Die getrockneten und fein gemahlenen Zwiebeln sind beispielsweise super zum Würzen von selbst gemachten Kartoffelchips geeignet.

Frittierte oder geröstete Zwiebeln: Hotdogs und Stullen

Ihr liebt es knusprig? Dann sind frittierte Zwiebelringe oder Röstzwiebeln genau euer Ding! Die bemehlten und in reichlich Pflanzenöl ausgebackenen Zwiebelwürfel sorgen in Salat, Brotteig oder auf Hot Dogs für würzigen Crunch und werden mittlerweile sogar in Sterne-Restaurants als essbare Deko auf dem Teller eingesetzt.

Gebratene oder geschmorte Zwiebeln: Burger und Braten

Sollen die Zwiebeln einen feinen Schmelz haben, könnt ihr sie in Butter und etwas Zucker schmoren. Karamellisierte Zwiebeln bilden das perfekte Burger-Topping und sind auch zu Spätzle ein Muss. Einfach gebratene Zwiebeln machen Fleischgerichte wie Braten zarter, geben aber auch Gemüse oder Pilzen eine leckere Würze.

Gebackene oder gefüllte Zwiebeln: Flammkuchen und Quiche

Zum Backen im Ofen kommen die großen Gemüsezwiebeln wie gerufen. Genau wie Paprika, Zucchini- oder Aubergine-Schiffchen lassen sie sich mit Hackfleisch, Reis, Couscous, Gemüse oder Käse füllen. Für die Zubereitung im Ofen eignen sich Zwiebeln aber auch als Belag von Flammkuchen, Pizza, Quiches und Zwiebelkuchen.

Gedünstete oder gekochte Zwiebeln: Suppen und Saucen

Beim Ansetzen einer deftigen Suppen- oder Saucenbasis gehören Zwiebeln zu den Grundzutaten. Von klarer Brühe über cremige Sahnesauce stehen euch dabei alle Möglichkeiten offen. Soll es exotischer sein, könnt ihr die gekochten Zwiebeln mit saisonalen Früchten kombinieren und daraus ein herzhaftes Chutney zubereiten.

Eine tolle Knolle und ein super Scharfmacher ist übrigens auch Ingwer. In unserer Warenkunde erfahrt ihr alles über den leckeren Exoten.

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