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Aphrodisierender Allrounder: alles über Tomaten

Von den Azteken bis nach Italien musste die Tomate reisen, um endlich als das Allround-Talent wahrgenommen zu werden, das sie ist. Heute gibt’s unzählige (teilweise kuriose) Tomatensorten, Gerichte mit dem „Goldapfel“ und Methoden der Anpflanzung. Taucht ein in die Welt der Tomaten!
Annalena
Annalena, Redaktion

Tomaten – Ursprung des „Goldapfels"

Wenn man Tomaten hört, denken die meisten von euch wahrscheinlich sofort an Italien. Die italienische Zutat schlechthin stammt aber eigentlich gar nicht aus Italien – sondern aus Südamerika! Tatsächlich gibt es Tomaten erst seit dem 16. Jahrhundert in Italien – alle heute bekannten Tomatenrezepte wie Tomate-Mozzarella, italienischer Tomatensalat oder Tomatensauce sind erst in den letzten Jahrhunderten entstanden.

Zur damaligen Zeit, ca. 100 Jahre nach der Entdeckung Amerikas, brachten die Spanier die roten Früchtchen nach Europa, wo sie anfangs aufgrund ihrer Säure auf Abneigung stießen und die Tomate eher als Zierpflanze angebaut wurden. Ursprünglich stammen Tomaten aus Peru und wurden bereits von den Azteken für aromatische Saucen verwendet. 

Entgegen der vorwiegend herzhaften Verwendung ist die Tomate kein Gemüse, sondern botanisch gesehen eine Frucht, die zur Familie der Nachtschattengewächse zählt. Daher und von der ursprünglich vor allem gelben Farbe stammt auch der italienische Name „pomodoro“, was so viel wie Goldapfel heißt. In Süddeutschland, Österreich und Südtirol wird die Tomate deshalb auch oft „Paradeiser“ (Paradiesapfel) genannt.

Weltweit stammt heute fast ein Fünftel der konsumierten Tomaten aus Italien (frische Tomaten, Dosentomaten und andere verarbeitete Tomatenprodukte). Die Hauptsaison von frischen Tomaten ist von Mai bis September, die Haupterntezeit ist im August.

Tomatensorten

Je nach Tomatensorte unterscheiden sich die roten Früchte sehr stark in Aussehen, Form, Größe und Geschmack. Was die meisten Tomaten aber gemeinsam haben, ist eine bestimmte Balance an Süße und Säure und ein mehr oder weniger weiches, saftiges Fruchtfleisch mit kleinen Samen darin. 

Verschiedene bunte Tomatensorten in einer Kiste

Es gibt heute mehr als 3.000 Tomatensorten – jede*r sollte also die perfekte Sorte für sich finden!

Wir stellen euch die gängigsten und einige besondere Tomatensorten vor, inklusive Tipps, wofür sich welche Sorte am besten verwenden lässt – ob Salat, Tomatensauce oder zum Snacken.

Strauchtomaten oder Stabtomaten – was ist der Unterschied?

Grundsätzlich werden Tomatensorten in Strauchtomaten und Stabtomaten unterschieden. Busch- oder Strauchtomaten wachsen als verzweigter Strauch und sind somit kleiner, aber standfester als Stabtomaten. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal gegenüber Stabtomaten ist, dass Strauchtomaten an der Rispe geerntet werden, nicht als einzelne Frucht. Sie können an der Rispe nachreifen. Zu den Strauchtomaten gehören z.B. Datteltomaten oder Roma Tomaten.

Stabtomaten wachsen hingegen in die Höhe, weil die Seitentriebe immer wieder abgeschnitten werden. Die Pflanzen sind somit robuster und tragen etwa doppelt so viele Früchte wie Strauchtomaten. Aufgrund des höheren Ertrags und des meist damit verbundenen niedrigeren Preises sind ca. 70 % der weltweit angebauten Tomatensorten Stabtomaten. Beliebte Stabtomaten-Sorten sind z.B. San Marzano Tomaten, Ochsenherztomaten oder Honigtomaten.

San Marzano Tomate

Die Kleinstadt San Marzano in Kampanien, in der Nähe von Neapel, ist vor allem für eines bekannt: die San Marzano Tomate. Die italienische Spezialität ist mit dem DOP-Siegel (geschützte Ursprungsbezeichnung) ausgezeichnet und wird auch „Kampaniens rotes Gold“ genannt.

San Marzano Tomaten werden vor allem in der Industrie für aromatische, saftige Tomatensauce verwendet und zu hochwertigen Dosentomaten verarbeitet. Traditionell kommen in Pizza-Sauce und Ragù alla Bolognese nur San Marzano Tomaten. Kein Wunder, dass die San Marzano Tomate deshalb auch „Königin der Tomaten“ genannt wird und als beliebteste Tomatensorte der Welt gilt.

Cherrytomate

Cherry, Cherry, lady! Weil die kleinen Tomaten optisch an Kirschen erinnern, haben sie den Namen Cherrytomaten oder Kirschtomaten erhalten. Achtung: Cherrytomaten sind nicht gleich Cocktailtomaten – denn Cherrytomaten sind süßer als Cocktailtomaten, noch kleiner und fester. Weil sie an der Rispe wachsen und damit geerntet werden, werden beide Sorten auch als Rispentomaten bezeichnet.

Runde, kleine Cherrytomaten haben im Spätsommer Hauptsaison – dann sind sie auch am aromatischsten. Das Allround-Talent Kirschtomate könnt ihr für eine Vielzahl von Rezepten verwenden, am besten roh oder ihr gart sie nur kurz, um den süßen Geschmack nicht zu verlieren. Auch lecker: Cherrytomaten waschen und pur snacken!

Ochsenherztomate

Ochsenherztomaten sind die Schwergewichte unter den Tomaten – mit einem Kampfgewicht zwischen 300 und 800 Gramm! Der Name stammt von der großen, teilweise asymmetrischen Form der Tomate, die an ein Ochsenherz erinnert.

Geschmacklich sind Ochsenherztomaten einer der Favoriten unter den Tomatensorten, weil sie sehr aromatisch sind. Viel festes Fruchtfleisch und die beachtliche Größe machen sie zur perfekten Salat-Tomate oder Basis für gefüllte Tomaten und Co.

Mehrere Ochsenherztomaten in verschiedenen Farben auf grauem Untergrund

Weil sie viel Fruchtfleisch enthalten und meist mehr als 200 Gramm wiegen, werden Ochsenherztomaten auch oft als Fleischtomaten bezeichnet. Es gibt aber auch andere Tomatensorten, die als „Fleischtomaten“ bezeichnet werden, weil sie eben genau diesen Kriterien entsprechen (z.B. schwarze Fleischtomaten, weiße Ochsenherztomaten).

Cocktailtomate

Die große Schwester der Cherrytomate, die Cocktailtomate, sieht ihr zum Verwechseln ähnlich. Cocktailtomaten sind jedoch üblicherweise etwas größer und weniger süß als Cherrytomaten. Trotzdem gehören sie zu den süßeren Tomatensorten, die maximal so groß wie eine Walnuss werden und zu den Rispentomaten zählen. 

Cocktailtomaten eignen sich genau wie Cherrytomaten gut, um roh gesnackt zu werden. Aufgrund der kleinen, runden Form werden sie auch oft für Salate oder Spieße verwendet. 

Die bunte Welt der Tomaten!

Bunte Tomaten gibt es mittlerweile in fast jedem gut sortierten Supermarkt – zu Recht, denn sie sehen toll aus, sind lecker und mal was Anderes auf dem Teller. Bunte Tomaten gibt es in verschiedenen Farben und Sorten.

  • Schwarze Tomaten: Sie sind supergesund, weil sie mehr Antioxidantien und Lycopin als rote Tomaten enthalten. Diese beiden Stoffe helfen bei der Abwehr von freien Radikalen, können die Zellalterung verlangsamen und das Krebsrisiko senken. Die bekanntesten schwarzen Tomatensorten sind Black Cherry (schwarze Kirschtomaten), Black Krim und Tartufo.

  • Grüne Tomaten: Selten, aber beliebt sind auch grüne Tomatensorten. Nicht zu verwechseln mit unreifen, grünen Tomaten – die sollte man nicht verzehren! Grüne Tomaten schmecken süß, fruchtig und leicht würzig. Zu den grünen Tomatensorten zählen z.B. Green Doc, Grüne Ananas, Smaragdapfel und die ausschließlich in Sardinien und Sizilien angebaute „il Camone“ (rot-grün und extrem aromatisch).

  • Gelbe Tomaten: Goldgelbe Tomaten sehen toll aus – vor allem in Kombination mit roten, grünen oder schwarzen Tomaten. Am bekanntesten sind gelbe Cocktailtomaten. Die aromatischsten davon wachsen direkt am Fuße des Vesuvs in Süditalien. Sie schmecken meist leicht nach Kräutern, süß-säuerlich und werden am besten roh verzehrt.

Johannisbeertomaten gehören zu den ältesten Tomatensorten, die erst vor einigen Jahren wiederentdeckt wurden. Die kleinen, aromatischen Früchte zählen zu den Wildtomaten und ähneln den Ursprungssorten aus Südamerika. Johannisbeertomaten gibt es in rot und gelb, beide Sorten sind extrem aromatisch, leicht würzig, aber gleichzeitig süßlich mit angenehmer Säure. Die vielen enthaltenen Samen sorgen dafür, dass die Tomaten oft wild wachsen und man mit einer Frucht Samen fürs nächste Jahr säen kann.

Quality before Quantity wurde hier berücksichtigt – Johannisbeertomaten sind nämlich eine der wenigen Tomatensorten, bei denen die Qualität und das Aroma vor den Ertrag und die Größe gestellt werden.

Roma Tomate

Direkt am Strauch, mit geringerem Ertrag, aber hochwertigem Ergebnis, wächst auch die Roma Tomate. Roma Tomaten haben eine kleine, längliche Form, eine dünne Schale und schmecken sehr süßlich. Roma Tomaten werden weltweit häufig angebaut, weil sie neben der San Marzano Tomate am geeignetsten für Tomatensauce, Dosentomaten oder zur Herstellung von getrockneten Tomaten sind.

Datteltomate

Datteltomaten erinnern in ihrer länglichen Form an Roma Tomaten, sind aber eine Art von Kirschtomaten. Die länglichen Cherrytomaten enthalten viel Zucker und schmecken deshalb sehr süß. Datteltomaten werden inner- und außerhalb Italiens vor allem für Saucen, Tomatensalat, aber auch Bruschetta verwendet.

Optisch erkennt man Datteltomaten vor allem an ihrem intensiven Rot. Auch sie gehören zu den Rispentomaten, enthalten viel Fruchtfleisch, wenige Samen und sind sehr aromatisch.

Ananastomate

Ananas? Ja, ihr habt richtig gelesen – die Ananastomate gibt es tatsächlich! Genau wie die Johannisbeertomate gibt es auch die Ananastomate schon länger als die meisten heutigen Sorten. Sie gehört zu den alten Tomatensorten unter den großen Fleischtomaten, die ebenfalls wild wachsen und im nächsten Jahr mit den Samen einer Frucht nachgepflanzt werden können.

Ananastomaten gehören zudem zu den Stabtomaten, da sie einzeln und nicht an der Rispe geerntet werden und in die Höhe wachsen. Sie sind meist gelb oder rot mit gelben Streifen, es gibt aber auch Ananastomaten in Grün, Lila oder sogar Schwarz. Namensgeber der Frucht ist der süße, fruchtige Geschmack, der an Ananas erinnert.

Honigtomate

Kostspielig, aber unglaublich lecker – Honigtomaten gehören zu den teuersten Sorten im Supermarkt, zeichnen sich aber auch durch ein einzigartiges Aroma aus. Die aus Mexiko stammenden kleinen Cherrytomaten sind extrem süß und enthalten im Vergleich zu anderen Tomatensorten kaum Säure. Daher auch der Name Honigtomate. Die Früchte der Stabtomate sind klein, fest und durch den Anbau an einem in die Höhe wachsenden Stab ist die Pflanze im Vergleich zu den meisten Kirschtomaten ziemlich ertragreich.

Nahaufnahme von geschmorten Ofentomaten mit Honig und Burrata

Auch lecker mit Honigtomaten: Ofentomaten mit Burrata – dann könnt ihr euch den Honig direkt sparen.

Als Flaschentomaten werden längliche, alte Tomatensorten wie die San Marzano Tomate bezeichnet. Die als Stabtomaten wachsenden Sorten sind sehr aromatisch und reifen im Spätsommer. Sie sind vor allem verarbeitet und eingekocht für Tomatensauce, als Pizza-Basis und für Pastagerichte mit Tomaten super geeignet. 

Neben San Marzano Tomaten gibt es auch noch andere Tomatensorten, die zu den Flaschentomaten zählen: z.B. Banana Legs, schwarze Flaschentomaten wie die Black Plum oder die grüne Green Sausage.

Tomoffel – Mythos oder wahr?

Es gibt sie tatsächlich, die Kreuzung aus Tomate und Kartoffel, Tomoffel genannt. Die Veredlung der beiden beliebten Pflanzen lässt eine Pflanze entstehen, die Tomaten am Strauch und Kartoffeln an den Wurzeln trägt.

Die 2-in-1-Pflanze klingt kurios, ist aber ganz praktisch, denn sie kann auch auf engem Raum oder sogar im Topf auf dem Balkon angepflanzt werden. Somit könnt ihr im Sommer süße Tomaten genießen und ein paar Monate später Kartoffeln aus der Erde ziehen. Crazy, oder?

Sind Tomaten gesund?

Schon im 16. Jahrhundert wurden Tomaten in Frankreich für magische „Zaubertränke“ verwendet, weil den sog. Liebesäpfeln eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wurde. Dass Tomaten tatsächlich leicht „stimmungsaufhellende“ und aphrodisierende Kräfte haben, ist heute bewiesen – dafür sorgen u.a. die darin enthaltenen Stoffe Tyramin und Serotonin.

Tomaten sind aber aus viel mehr Gründen gesund, nicht nur als Aphrodisiakum. Durch den hohen Wassergehalt (über 90 %) schlagen sie buchstäblich nicht ins Gewicht, weil sie nur etwa 17 Kalorien auf 100 g enthalten. Zum Vergleich: Rote Paprika hat 37 Kalorien auf 100 g, zählt aber trotzdem noch als Leichtgewicht. 

Tomaten wird eine entwässernde Wirkung nachgesagt, sie punkten mit Vitamin C, B, D und E und Kalium. In den gelben, roten oder schwarzen Farbstoffen enthalten Tomaten auch viele Antioxidantien, vor allem in Form von Lycopin, das den Alterungsprozess verlangsamen und freie Radikale bekämpfen soll.

Tipp: Im Gegensatz zu Vitamin C, das hitzeempfindlich ist, wird Lycopin vor allem in gekochten Tomaten freigesetzt. Besonders viel ist somit z.B. in Tomatensauce enthalten. 

Gönnt euch also ruhig mal eine Portion Tomaten, vor allem, wenn es saisonale, regionale oder auf kurzem Lieferweg zu uns gelangte Sorten gibt. Eure Gesundheit wird es euch danken – und schmecken tun die vielfältigen Früchtchen natürlich auch!

Tomaten pflanzen – so geht's!

Tomaten gehören nicht zu den pflegeleichtesten Pflanzen, sie sind nämlich etwas zimperlich. Aber mit dem richtigen Know-How gedeihen auch Tomatenpflanzen in eurem Garten oder auf dem Balkon, versprochen!

Warum Tomaten selbst anpflanzen, wenn man sie doch in jedem Supermarkt bekommt? In erster Linie für den Geschmack und die Qualität. Bio, keine lange Lieferkette, da das Produkt direkt im eigenen Garten oder auf dem Balkon angepflanzt wird und natürlich ein frischer Bomben-Geschmack sind die Hauptvorteile. 

Generell gilt: Wildtomaten sind sehr robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten, deshalb eignen sich alte Tomatensorten vor allem für Anfänger*innen hervorragend. Wichtig für den Anbau von leckeren Tomaten ist vor allem auch der Standort für Tomatenpflanzen: Dieser sollte sonnig, warm und windgeschützt sein. Je nachdem, ob ihr Tomaten im Garten oder in einem Topf auf dem Balkon anpflanzt, gibt es andere Eckpunkte zu beachten.

Tomaten im Garten pflanzen

Im Garten gezogene Tomaten sollten in einem Treibhaus oder an einem überdachten Plätzchen stehen. Sie sollten genug Sonne und keinen direkten Regen von oben erhalten, aber täglich liebevoll gegossen werden. 

Zudem braucht ihr im Freiland Folien, die ihr bei Bedarf über die Tomaten ziehen könnt, damit sie vor Regen und Kälte geschützt sind. Am besten wachsen Tomaten auf gelockertem Boden, der viele Nährstoffe enthält und keine Staunässe bildet.

Tomaten auf dem Balkon pflanzen

Wenn ihr Tomaten auf dem Balkon pflanzt, sollte der Blumentopf mindestens 10 Liter fassen und ein Ablaufloch besitzen. Die Tomatenpflanze braucht nämlich ausreichend Platz und es kommt nicht zu Staunässe.

Am besten eignen sich Strauchtomaten für den Anbau auf dem Balkon. Wenn ihr etwas mehr (wettergeschützten) Platz habt, könnt ihr auch höher wachsende Stabtomaten anpflanzen.

Tomaten säen, vorziehen und auspflanzen

Wenn ihr euch gegen Jungpflanzen und für den Kauf von Tomatensamen entscheidet, packt direkt noch kleine Anzuchtschalen und Blumenerde mit in euren Baumarkt-Einkaufskorb, denn zum Vorziehen gehören die Samen erst einmal auf die Fensterbank.

Zum Säen Tomatensamen in mit Blumenerde gefüllte Anzuchtschalen füllen und mit ca. 1 cm Erde bedecken. Die Samen bis zum Zeitpunkt des Auspflanzens (bis sie zu Jungpflanzen herangewachsen sind) immer warm und leicht feucht halten. Der beste Zeitpunkt, um Tomatensamen zu säen, ist zwischen März und April. Ca. 10 Tage nach dem Säen keimen die Tomatensamen, nach ca. 3 Wochen entwickeln sich die ersten Blattpaare.

Tipp: Tomaten an einen sonnigen Ort stellen oder beim Vorziehen sehr tief einbuddeln. Wenn sie nämlich im Dunkeln stehen, bilden sie kaum Blattpaare aus. 

Sobald sich die ersten Blätter gebildet haben, können die Tomatenpflanzen pikiert werden – vereinfacht gesagt, werden sie umgesiedelt, damit jede Pflanze mehr Platz für sich hat. Dazu nimmt man die kleinen Pflänzchen vorsichtig aus der Anzuchtschale und setzt jede in einen ca. 10 cm großen Topf. Die Tomaten regelmäßig gießen und vor allem bei Stabtomaten mit einer Rankhilfe versehen.

Übrigens: Tomaten bestäuben sich in den meisten Fällen selbst. Aber auch natürliche Akteure sind an der Bestäubung beteiligt: Wind und Insekten wie Bienen oder Hummeln. Ansonsten kann vor allem bei Tomatenpflanzen im Gewächshaus nachgeholfen werden: Tomatenpflanzen dafür einfach vorsichtig schütteln, so verteilen sich die Pollen von selbst.

Für alle, die weniger Aufwand, aber dennoch Tomatenpflanzen wollen, empfehlen wir den Kauf von Jungpflanzen. Dabei optimalerweise etwas Kompost in die Erde einarbeiten und den Boden auflockern (das beugt Staunässe vor). Tomatenpflanzen so einpflanzen, dass das erste Blattpaar ca. 20 cm über dem Boden ist, so haben sie mehr Stabilität und bilden zusätzliche Wurzeln.

Junge Tomatenpflanze in sonnigem Blumenbeet nah fotografiert

Tomaten pflanzen für Faule: Jungpflanzen kaufen, einpflanzen und schon bald ernten! Überlebenswichtig für selbstgezogene und gekaufte Jungpflanzen: Licht, Sonne und viel Wasser. Tomatenpflanzen täglich gießen, aber niemals von oben – immer an der Wurzel.

Tipps zur Zubereitung von Tomaten

Das Allerwichtigste bei der Zubereitung von Tomaten: die richtige Tomatensorte für jedes Rezept. Je nachdem, ob ihr Tomatensauce einkochen, Bruschetta toppen oder Tomaten füllen wollt, solltet ihr unterschiedliche Tomatensorten verwenden. Aber ihr könnt auch noch einige andere Tipps beachten, damit ihr zum*r perfekten Tomatenkoch*in werdet!

  • Für alle Rezepte, in denen ihr Tomaten roh verwendet, solltet ihr Tomatensorten wählen, die ein festes Fruchtfleisch haben, knackig und noch nicht überreif sind (z.B. Honigtomaten oder Cherrytomaten).

  • Tomatensauce und Co., für die ihr die Tomaten einkocht, vertragen tiefrote, reife, sehr süße Tomatensorten. Außerhalb der Saison könnt ihr Dosentomaten oder passierte Tomaten aus dem Glas verwenden (Passata).

  • Vermeidet Küchenutensilien aus Aluminium, wenn ihr Tomaten verwendet. Die Säure der Tomaten reagiert nämlich mit Aluminium, was den Tomaten einen bitteren Geschmack verleihen und zu Farbverlust führen kann. Zudem können intensiv-rote Tomaten auf die Utensilien abfärben.

  • Genau diese Säure kann auch dazu beitragen, dass Lebensmittel, die mit Tomaten zusammen gekocht werden, bis zu 20 % länger brauchen, bis sie fertig sind (z.B. Hülsenfrüchte). Garzeit also anpassen!

  • Entweder ein sehr scharfes glattes Messer oder ein gezahntes Messer wie z.B. ein Brotmesser für das Schneiden von Tomaten verwenden, um die Früchte nicht zu zerquetschen.

Tomaten lagern – im Kühlschrank oder nicht?

Auch bei Tomaten stellt sich oft die Frage: Im Kühlschrank lagern oder besser nicht? Die Antwort ist: besser nicht kalt stellen. Tomaten sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden, weil sie dadurch an Aroma verlieren (schon nach ein paar Tagen bis zu 70 % des Geschmacks). Zudem verändert sich die Konsistenz von Tomaten durch die Kälte – sie werden mehlig.

Wie lagert man also Tomaten, wenn nicht im Kühlschrank? Am besten sollten Tomaten bei Raumtemperatur gelagert werden, in einer Schale oder einem Körbchen in der Küche. So bleiben sie ca. eine Woche lang frisch.

Tomaten schälen

Auch wenn sich in der Schale wertvolle Vitamine und andere Stoffe befinden, gibt es dennoch Rezepte, für die geschälte Tomaten gebraucht werden. Wenn ihr keine fertig geschälten Dosentomaten verwenden möchtet, zeigen wir euch, wie ihr frische Tomaten einfach schälen könnt.

Impepate Di Cozze Tomaten Häuten

Tomaten schälen – so geht’s: Tomaten waschen und den Strunk abschneiden bzw. herausschneiden. In einer Schale mit kochendem Wasser übergießen, nach 1–2 Minuten sollte die Schale sich langsam ablösen. Tomaten in kaltem Wasser abschrecken und, sobald sie abgekühlt sind, ganz einfach die Schale abziehen.

Die besten Tomatenrezepte

Tomaten können extrem vielseitig in der Küche eingesetzt werden. Wir kennen die rote Frucht vor allem vom Italiener, aber auch hierzulande und im internationalen Kontext ist die Tomate ein Must-Have in der Küche. Ob als Tomatensauce, Bruschetta, Salatzutat und viel mehr – wir haben die allerbesten Tomatenrezepte für euch gesammelt!

Bruschetta-Rezepte

Was wäre Bruschetta ohne Tomaten? Auf jeden Fall nicht das Gericht, das wir alle kennen und lieben. Für diesen italienischen Klassiker ist es besonders wichtig, dass ihr leckere, süße und aromatische Tomaten verwendet – die simpelsten Gerichte schmecken nämlich nur so geil, wenn die Grundzutaten von guter Qualität sind.

Die besten Bruschetta-Rezepte mit und ohne Tomaten plus Tipps zur Zubereitung der perfekten Bruschetta findet ihr in unserer Bruschetta-Rezeptsammlung.

Tomatensalat

Ein Klassiker beim Grillen, an warmen Sommerabenden oder als Beilage zu fast allem: Tomatensalat. Egal, ob ihr ihn fancy mit Burrata zubereitet, orientalisch angehaucht mit Granatapfel und Minze oder ganz „originale“ als italienischen Tomatensalat nur mit ein paar Kräutern – auch hier ist die Qualität der Tomaten entscheidend. Am besten eignen sich für Tomatensalat feste, knackige Tomatensorten mit viel Fruchtfleisch wie z.B. Ochsenherztomaten, Datteltomaten, Cocktailtomaten oder Cherrytomaten.

Tipp: Tomaten für Tomatensalat entkernen, damit das Dressing nicht verwässert.

Tomatensauce

Das ultimative Rezept für Flaschentomaten wie die San Marzano Tomate ist natürlich Tomatensauce! Kaum ein Basic aus der italienischen Küche ist so wandelbar wie Tomatensugo – zu Pasta, Lasagne, als Basis für Pizza, zum Füllen, mit Fleisch wie Polpette und, und, und.

Ein weiterer Benefit von Tomatensauce neben ihrer Wandelbarkeit ist der hohe Lycopin-Gehalt. Durch das Kochen wird mehr Lycopin in Tomatensauce freigesetzt, der Körper kann also noch mehr vom gesunden Stoff aufnehmen.

Außerhalb der Tomaten-Saison im Sommer könnt ihr auch eine leckere Tomatensauce aus Dosentomaten kochen. Frische Tomaten für Tomatensauce am besten entweder schälen oder im Hochleistungsmixer ganz fein mixen und durch ein Sieb passieren, damit ihr eine feine, cremige Masse habt.

Tomate-Mozzarella

Insalata Caprese oder Tomate-Mozzarella ist das perfekte Gericht für den Sommer. Es geht schnell, ist extrem simpel und schmeckt immer. Auch hier ist es wichtig, dass ihr besonders aromatische Tomaten wie Datteltomaten, Ochsenherztomaten oder Honigtomaten verwendet – sie sind der perfekte Gegenspieler zum cremig-neutralen Mozzarella.

Psst: Wenn ihr mal was Anderes ausprobieren möchtet, empfehlen wir euch Mango-Caprese. Wahnsinnig lecker und erfrischend – mit oder ohne Tomaten!

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