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Das Frühlingskraut sprießt – alles, was ihr über Bärlauch wissen müsst!

An den Bärlauch, fertig, los! Es ist Frühling, das grüne Kraut sprießt aus dem Boden und schreit förmlich: Pflück mich, iss mich! Hier findet ihr Fakten, Tipps und Tricks rund um unser geliebtes Kraut.

Sophie
Sophie, Redaktion

Da kommen doch glatt Frühlingsgefühle auf: Die Tage werden länger, die Temperaturen klettern langsam wieder ins Zweistellige und schon hebt sich unsere Laune von ganz allein. Letzteres könnte zu dieser Jahreszeit aber auch am krautigen, grünen Frühlingsboten liegen: Der Bärlauch ist endlich aus dem Winterschlaf erwacht!

Bärlauch – was ist das?

Bärlauch ist ein typisches Frühlingskraut, das im Vergleich zu anderen Pflanzen recht früh im Jahr austreibt. Ab Ende März ist Bärlauch für rund 6 Wochen lang bis in den Mai hinein in Wäldern und an Wiesenrändern zu finden, wo er in fast ganz Europa und Teilen Asiens wild gedeiht. Bärlauch wird wegen seiner zunehmenden Beliebtheit mittlerweile aber auch kommerziell angebaut. Auch wenn die komplette Pflanze essbar ist, werden oftmals nur die aromatischen und geschmackvollen Blätter in der Küche verwendet. Wie die meisten Küchenkräuter sollte auch Bärlauch nicht gekocht, sondern roh verzehrt werden. Durch Hitzeeinwirkung verliert das Kraut sowohl seinen charakteristischen Geschmack als auch viele Nährstoffe. Im Mittelalter spielte außerdem die entgiftende Wirkung von Bärlauch eine bedeutende Rolle, sodass er auch als Heilpflanze verwendet wurde. Noch heute wird das Kraut in der Volksmedizin bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Woher bekomme ich frischen Bärlauch?

Bock auf Bärlauch? Los geht’s! Um ein paar Stiele des Frühlingskrauts zu ergattern, stehen euch gleich mehrere Optionen zur Verfügung: mal mehr, mal weniger aufwendig!

Bärlauch anbauen

Die beste Nachricht des Tages: Um Bärlauch selber anzubauen, braucht ihr definitiv keinen besonders grünen Daumen. Das Kraut lässt sich ganz easy auf dem Balkon oder im Garten ziehen und gilt nicht als besonders empfindlich. Allerdings braucht ihr ein bisschen Vorlaufzeit. Die Bärlauchsamen müssen bereits im Sommer oder Herbst an einem halbschattigen Plätzchen ausgesät werden. Trockenheit, Hitze und direkte Sonneneinstrahlung sind hingegen nichts für den Bärlauch – in freier Natur wächst er daher oftmals in bewaldeten Gegenden. Durch den winterlichen Frost wird dann in der Bärlauchsaat der Keimvorgang ausgelöst. Daher ist es unbedingt notwendig, die Saat über den Winter bereits in der Erde zu haben. Ansonsten bedarf der Anbau von Bärlauch aber keiner aufwendigen Mühen. Achtet nur darauf, dass der Boden niemals zu trocken, sondern immer feucht ist.

Bärlauch ernten

Im ersten Frühjahr nach der Aussaat lohnt sich die Ernte von eurer selbstgezogenen Pflanze häufig noch nicht – Geduld ist gefragt. Bärlauch vermehrt sich von Jahr zu Jahr und breitet sich rasch aus. Nach 3-4 Jahren lohnt sich daher die Ernte erstmals. Am aromatischten schmeckt der frisch geerntete Bärlauch Ende April/ Anfang Mai, wenn die Blätter bis zu 30 cm lang sind – der perfekte Erntezeitpunkt. Ihr solltet jedoch darauf achten, euren Bärlauch nicht komplett abzuernten, damit er sich bis zur nächsten Saison wieder neu ausbreiten kann. Mitte Mai beginnt der Bärlauch zu blühen und markiert somit das Ende der Erntezeit. Aus der Blüte entwickeln sich schließlich grüne Samen, die – bei geeigneten Bedingungen – im nächsten Frühjahr noch mehr Bärlauch wachsen lassen.

Tipp: Verwendet bei der Bärlauch-Ernte unbedingt eine Garten- oder Küchenschere und schneidet die Pflanze stets 2-3 cm über der Erde ab, um die Wurzel nicht zu beschädigen. Auch Abzupfen oder Reißen schadet dem Wurzelwerk der Pflanze.

Bärlauch sammeln

Für viele ist das Sammeln von wildem Bärlauch eine richtige Frühlingstradition. Ihr zählt auch zu den (Bärlauch-)Sammlern statt zu den Jägern? Dann haben wir hier noch ein paar Tipps, Tricks und Hinweise, bevor ihr euch mit einem Körbchen bewaffnet auf den Weg macht:

 

  • Giftige Doppelgänger
    Wer das erste Mal im Wald nach Bärlauch Ausschau hält, sollte unbedingt einen Wildkräuter-Experten mitnehmen. Dieser hilft euch nicht nur bei der Suche nach lukrativen Bärlauch-Spots, sondern kann Bärlauch sicher von seinen giftigen Doppelgängern unterscheiden. Das leckere Kraut kann nämlich leicht mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen verwechselt werden. Da ist es umso kniffliger, dass sowohl Bärlauch als auch seine Doppelgänger gerne an denselben Standorten zu finden sind. Wir empfehlen euch deshalb lieber erstmal eine geführte Wildkräuterwanderung, bevor ihr selbst auf die Jagd geht.

    Tipp: Wenn ihr euch unsicher seid, könnt ihr einfach mit den Fingern an der Pflanze reiben. Riechen diese anschließend nach Knoblauch, handelt es sich um Bärlauch. Wenn nicht, Hände gut waschen!

    Unterscheidung Bärlauch – Maiglöckchen:
    Im Gegensatz zu Maiglöckchen wächst Bärlauch einzeln aus dem Boden heraus. Seine Blätter weisen einen langen Stiel auf und haben einen matten Grünton, während bei Maiglöckchen die Unterseite der Blätter leicht glänzt.

    Unterscheidung Bärlauch – Herbstzeitlose:
    Im Vergleich zu Herbstzeitlosen besitzt Bärlauch einen dünnen Blattstiel, der aus dem Boden sprießt.

  • Standort-Check
    Bärlauch wächst besonders gerne an schattigen, feuchten Stellen in Laub-, Buchen- und Auwäldern. Dort, wo er seinen Platz gefunden hat, breitet er sich meistens in großem Umfang aus und ist deshalb kaum zu übersehen.

  • Naturschutz
    In Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern gilt striktes Pflückverbot von Bärlauch. Außerhalb dieser Bereiche genießt der Bärlauch aber auch einen sogenannten „Mindestschutz“, der besagt, dass „wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort nicht entnommen, genutzt, ihre Bestände niedergeschlagen oder auf sonstige Weise verwüstet werden dürfen.“ (Bundesnaturschutzgesetz § 39)
    De facto bedeutet das, dass wild wachsender Bärlauch nur für den Eigenbedarf und auf keinen Fall zu kommerziellen Zwecken gepflückt werden darf. Außerdem empfehlen wir, pro Pflanze nur 1-2 Blätter zu pflücken, um das Kraut zu schonen. Und um euch zu schonen, solltet ihr nur wilden Bärlauch pflücken, der abseits von Straßen und Wegen wächst, um eine mögliche Schadstoffbelastung zu vermeiden.

Bärlauch kaufen

Ihr gehört zu den fauleren Bärlauch-Fans? Kein Problem, warum der ganze Aufwand, wenn man auch einfach zum nächsten Wochen- oder Supermarkt gehen kann… Hier findet ihr in der besagten Bärlauch-Saison von Ende März bis Anfang Mai das Kraut eurer Begierde in der Kräuter-Abteilung.

Wie Bärlauch lagern?

Tja, nun haltet ihr den frischen Bärlauch also in den Händen und fragt euch: Wo lagere ich meinen Bärlauch? Die optimale Antwort lautet eigentlich: gar nicht, sondern am besten direkt weiterverarbeiten. Denn mit jeder Stunde, die nach der Ernte vergeht, verliert der Bärlauch zunehmend an Geschmack und der lässt sich leider nicht einmal im Kühlschrank so richtig bewahren. Dort hält er sich bei Bedarf jedoch etwa 2-3 Tage, sofern er in feuchtes Küchenpapier gewickelt im Gemüsefach gelagert wird.

Bärlauch trocknen

Klar, nichts geht über frischen Bärlauch. Aber leider ist der ja nur etwa 6 Wochen im Jahr erhältlich. Um trotzdem gut versorgt durch die restlichen 46 Wochen des Jahres zu kommen, könnt ihr den frischen Bärlauch einfach selber trocknen und später verwenden (allerdings verliert der Bärlauch beim Trocknen leider etwas sein Aroma). Zum Trocknen einfach ein kleines Bündel Bärlauch-Blätter zusammenbinden und kopfüber an einem trockenen, dunklen Ort aufhängen, wo der Bärlauch nicht anfangen kann, zu schimmeln. Alternativ können die Blätter auch gut verteilt auf einem Tuch ausgelegt werden. Nach etwa einer Woche sind die Blätter getrocknet und sollten anschließend in einer luftdicht verschließbaren Dose an einem dunklen Ort gelagert werden. So sind sie etwa ein Jahr lang haltbar.  

Bärlauch einfrieren

Zunächst: Ja, auch beim Einfrieren gehen die Bärlauch-Aromen leider etwas verloren, bleiben jedoch meistens besser erhalten als bei getrocknetem Bärlauch. Ihr könnt den frischen, gewaschenen und abgetrockneten Bärlauch einfach im Ganzen in luftdichten Gefrierbeuteln ins Tiefkühlfach legen. Alternativ könnt ihr den Bärlauch aber auch kleingeschnitten in Eiswürfelformen mit Wasser aufgefüllt oder in püriertem Zustand einfrieren. Eingefrorener Bärlauch ist etwa 6 Monate lang haltbar. Welche Option für euren Bärlauch am besten ist, hängt davon ab, wie ihr ihn in aufgetauter Form anschließend verwenden möchtet.

Ist Bärlauch gesund?

Ja, Bärlauch ist gesund! Er steckt voller Vitamin C, Magnesium und Eisen. Das Kraut fördert somit den Stoffwechsel und verbessert die Durchblutung. Außerdem kurbelt Bärlauch die Verdauung an, hilft gegen Müdigkeit und stärkt das Immunsystem. Ein wahres Superkraut eben – geschmacklich und gesundheitlich!

Wie schmeckt Bärlauch?

Der Geschmack von Bärlauch ähnelt dem von Knoblauch, nur etwas zarter. Kein Wunder, denn der Bärlauch ist Teil einer Kräuter-Großfamilie: Zu den Schwippschwagern, Cousins und Großtanten des Bärlauchs gehören unter anderem Schnittlauch, Zwiebel, Lauch und besagter Knoblauch. Doch Bärlauch hat im Vergleich zum Knobi einen ganz klaren Vorteil: Er hat keinen Einfluss auf den Körpergeruch – Knobi-Fahne ade!

Hilfe, mein Bärlauch verliert Geschmack!

Während die Knoblauch-Verwandtschaft auch nach Wochen oder gar Monaten der Lagerung geschmacklich kaum einbüßt, müssen wir an dieser Stelle wohl das größte Manko vom Bärlauch einräumen: Bärlauch verliert sehr schnell an Geschmack. So zäh und widerstandsfähig Bärlauch im Anbau auch ist, umso zarter und empfindlicher wird er ab der Ernte. Denn nun beginnt fast schon ein Wettlauf gegen die Zeit, um das Aroma auf den Teller zu bekommen. Daher unser Tipp: Bärlauch immer erst kurz vor der Verwendung ernten, um möglichst vom vollen Bärlauch-Geschmack profitieren zu können. Außerdem verliert Bärlauch durch Hitze an Geschmack und sollte beim Kochen den Gerichten stets als letztes hinzugegeben oder roh verarbeitet werden.

Alternative zu Bärlauch

Ausverkauft, abgeerntet, einfach keine Saison – es kann viele Gründe geben, warum gerade kein Bärlauch zur Stelle ist. Trotzdem schmecken viele Rezepte, die Bärlauch verwenden, auch mit anderen Alternativen (auch wenn natürlich nicht ganz so lecker wie mit Bärlauch): Bei den allermeisten Bärlauch-Rezepten könnt ihr Knoblauch statt Bärlauch verwenden, um den Bärlauch-Geschmack zu imitieren. Allerdings sollte Knoblauch deutlich geringer dosiert werden als die im Rezept angegebene Bärlauch-Menge, da Knobi in der Regel geschmacksintensiver ist. Durch Knoblauch erhalten eure Gerichte jedoch nicht den unverkennbaren, grünen Bärlauch-Look. Um den zu kreieren, ist ein anderer Verwandter vom Bärlauch als Alternative geeignet: Schnittlauch!

Zwiebeln Bärlauch anschwitzen

Bärlauch zubereiten

Bärlauch ist nach der Ernte sehr empfindlich und sollte zügig weiterverarbeitet werden. Um den Geschmack optimal zu erhalten, sollte Bärlauch roh verzehrt oder dem Gericht erst zum Ende der Kochzeit hinzugefügt werden. Theoretisch ist die ganze Pflanze essbar, doch ihr solltet die harten Stiele vor der weiteren Verarbeitung abschneiden. Wie das Kraut weiter zubereitet wird, hängt stark vom jeweiligen Rezept ab.

Bärlauch abwaschen

Wie bei fast allen frischen Obst-, Gemüse- und Kräuter-Sorten gilt auch beim Bärlauch: gründlich abwaschen vor der Verwendung! Dazu die Bärlauchblätter am besten in einer Schale mit lauwarmem Wasser abwaschen. Durch einen harten Wasserstrahl könnten die Blätter und damit die Aromen beschädigt werden. Nach dem Abwaschen die Blätter vorsichtig trocken schütteln und nicht etwa mit einem Küchentuch trocken rubbeln.

Bärlauch – was passt dazu?

Bärlauch ist wahnsinnig vielfältig und eignet sich für viele herzhafte Rezepte, sowohl für den kleinen als auch den großen Hunger. Oftmals ist es bereits die kleine Nuance in Form von Bärlauch-Pesto oder Bärlauchbutter, die eurem Essen das gewisse Etwas gibt.

Bärlauch passt zu:

  • Suppen

  • Fisch und Garnelen

  • Risotto

  • Grillfleisch

  • Marinade und Saucen

  • Gerichten mit Spinat

Bock auf mehr?

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