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Tipps & Tricks

Besser als Wein: GLÜH-Wein!

Im Advent sorgt Glühwein bei uns für glühende Gefühle. Wie ihr roten und weißen Glühwein selber machen könnt, wo der Unterschied zu Punsch liegt und welche leckeren Rezept-Alternativen es sonst noch gibt, erfahrt ihr hier.

Nicole
Nicole, Redaktion

Er ist einer der Gründe, weshalb wir uns jedes Jahr auf den Winter freuen: Glühwein. Der heiße Wein mit den duftenden Gewürzen heizt uns bei sinkenden Temperaturen zuverlässig von innen ein und versüßt uns buchstäblich die kalte Jahreszeit. Wir würden sogar so weit gehen und sagen, dass wir erst mit dem ersten Glühwein in Weihnachtsstimmung kommen.

Dass die Leute auf dem Weihnachtsmarkt selig lächeln, wenn sie sich mit rosigen Wangen und klammen Fingern an einer dampfenden Tasse Glühwein festhalten, könnte allerdings auch mit den ordentlichen Umdrehungen dieses Heißgetränks zusammenhängen – 9 bis 11 Prozent Alkohol enthält Glühwein im Durchschnitt. Mindestens 7 Prozent müssen es sogar sein, das ist gesetzlich vorgeschrieben!

Die saftigen Preise für so ein Tässchen lassen einem dann aber leicht das Lächeln im Gesicht einfrieren. Doch zum Glück kann man einfach Glühwein selber machen! Welchen Wein ihr dafür braucht, wie ihr euer eigenes Glühweingewürz herstellt und was der Unterschied zwischen Glühwein und Punsch ist, erfahrt ihr hier – als Goodie gibt’s viele weitere heiße Drink-Rezepte on top.

Glühwein oder Punsch: Was ist der Unterschied?

Glühwein und Punsch unterscheiden sich in erster Linie durch ihren Alkoholgehalt. Während Glühwein laut Verbraucherschutz maximal 14,5 % Alkohol enthalten darf, kann Punsch deutlich mehr Bums haben. Den verdankt er hochprozentigen Spirituosen wie Rum, Whiskey, Amaretto, Brandy oder Cognac – Zutaten, die wir sonst nur als Extras von Glühwein mit „Schuss“ kennen.

Funfact: Von Punsch und Glühwein sind wir schneller betrunken als von normalem Wein, da der Alkohol durch den beigefügten Zucker rascher ins Blut geht und unser Körper warme Getränke zudem besser aufnehmen kann. Aufwärmen können wir uns nur kurzfristig daran. Spätestens nach der zweiten Tasse Glühwein haben sich unsere Gefäße so geweitet, dass unser Blut schneller abkühlt und wir wieder zittern.

Traditionell stecken lediglich drei Zutaten im Glühwein: Gewürze, Zucker und Wein. Punsch-Rezepte sind dagegen deutlich offener, da sie außer Rot- und Weißwein zusätzlich Früchtetee, Saft, Wasser oder Roséwein als Basis enthalten können. Richtig gehört: Glühwein mit Rosé ist per Definition ein Punsch.

 

Beliebte Punsch-Arten:

  • Feuerzangenbowle (Rotwein + Zucker + Rum)

  • Grog (Rum + Zucker + heißes Wasser)

  • Jagertee (Schwarztee + Obstler + Rum)

  • Bratapfelpunsch (Apfelsaft + Weißwein + Calvados)

  • Orangenpunsch (Orangensaft + Weißwein + weißer Rum)

 

Funfact: Auch Kinderpunsch gehört zur Punsch-Familie, da hier der für Glühwein obligatorische Alkoholgehalt von mindestens 11 Prozent fehlt. Punsch kann also entweder mehr oder weniger Alkohol als Glühwein enthalten.

Glühweingewürz selber machen: Rezept und Tipps

Das Wichtigste am Glühwein sind die weihnachtlichen Gewürze. Statt auf fertige Würzmischungen wie Glühfix zurückzugreifen, wollen wir unser Glühweingewürz selber machen – für maximalen Geschmack! Hier kommt das einfache Grundrezept zum Würzen von rotem und weißem Glühwein oder Punsch.

Zutaten, um Glühweingewürz selber zu machen
Kein Glühwein ohne Zimt, Nelken, Anis und Kardamom!

Ihr braucht diese Zutaten:

Zum Würzen von 1 Flasche Wein (750 ml)

  • 1 Bio-Orange (Schale)

  • 1 Bio-Zitrone (Schale)

  • 1 Stange Ceylon-Zimt

  • 1 Echter Sternanis, ganz

  • 4 Gewürznelken

  • 3 Kapseln grüner Kardamom

  • 4 Pimentkörner

  • Optional: 1 Vanilleschote und 1 TL Macis (Muskatblüte)

 

Aufbewahrung: Wollt ihr das DIY-Glühweingewürz in größerer Menge als Weihnachtsgeschenk aus der Küche verschenken oder auf Vorrat anlegen, solltet ihr die Orangen- und Zitronenzesten (z. B. in dekorativer Sternform ausgestochen) dörren, um sie haltbar zu machen. Dafür den Backofen vorheizen (Umluft: 75 °C), ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Fruchtschalen darauf 2 Stunden im Ofen trocknen. Zwischendurch wenden. Obstschalen anschließend komplett auskühlen lassen und mit den anderen Gewürzen in ein steriles Einmachglas geben.

Tipp: Luftdicht verschlossen und trocken sowie lichtgeschützt aufbewahrt hält sich das selbstgemachte Glühweingewürz mehrere Wochen.

 

Zubereitung: Die Gewürze vor der Zugabe in den Wein kurz bei schwacher Hitze in einer beschichteten Pfanne ohne Öl rösten, bis sie duften. So kommt das Aroma besser zur Geltung. Gewürze in einem Mörser zerstoßen; die Zimtstange lediglich aufbrechen. Gewürze und Orangen-/Zitronenschale zum erwärmten Wein geben und mindestens 30 Minuten darin ziehen lassen. Fertigen Glühwein gegebenenfalls durch ein feines Sieb abseihen, um grobe Gewürzreste zu entfernen. Alternativ die Gewürze in einem Teebeutel zum Wein geben, dann spart ihr euch das „Filtern“ am Ende.

Wichtig: Gewürze nicht zu stark erhitzen, da sie sonst bitter schmecken können. 

 

Auch lesen: Comfort Spices – die 10 besten Herbstgewürze

Welchen Wein für Glühwein verwenden?

Während auf dem Weihnachtsmarkt oft billiger Fusel verkauft wird (Achtung, Kater!), setzen wir beim selbstgemachten Glühwein auf hochwertigen Wein als Grundlage. Der allerbeste bzw. teuerste Wein muss es allerdings auch nicht sein – edle Tropfen gönnt ihr euch am besten pur, statt sie mit Zucker und Weihnachtsgewürzen zu „panschen“. 

Tipp: Wenn alle Stricke reißen und ihr dennoch Glühwein kaufen müsst, empfehlen wir Winzerglühwein. Darunter versteht man Glühwein, der von einem Winzer mit dem Wein vom eigenen Weingut zubereitet wurde und selten mit (künstlichen) Zusatzstoffen wie Aromen behandelt oder gestreckt wird.

Glühwein in zwei Gläsern mit Zimtstange

Wollt ihr roten Glühwein selber machen, ist ein (halb-)trockener Rotwein mit wenig Säure und Tanninen (Gerbstoffen) gefragt. Das kann ein fruchtiger Merlot, Dornfelder oder Spätburgunder sein. Lieblicher Wein würde den Glühwein zu süß machen, da noch Zucker hinzugefügt wird. Achtet außerdem darauf, dass der Rotwein nicht in einem Barrique (Eichenfass) gereift ist, da die holzig-rauchigen Aromen weniger gut zum Glühwein passen.

Weisser Gluehwein

Um weißen Glühwein selber zu machen, verwendet ihr am besten einen spritzigen, (halb-)trockenen Weißwein mit feiner Säure, um die Süße des Getränks auszugleichen – im Gegensatz zur roten Variante wird weißer Glühwein lieber etwas säuerlich bzw. frischer getrunken. Junger Riesling, Silvaner oder Grau-/Weißburgunder sind perfekt. Im Holzfass gereifte Weißweine wie viele Chardonnays sind für weißen Glühwein ungeeignet.

Tipp: Damit es später beim Glühwein trinken nicht allzu doll „knallt“, solltet ihr bei der Wein-Wahl auf den Alkoholgehalt achten. Über 12,5 Prozent sollte der Grundwein vor allem dann nicht enthalten, wenn ihr euren Glühwein mit „Schuss“ verfeinern wollt.

Wie kann man selbstgemachten Glühwein süßen?

Klassisch wird Glühwein mit Zucker gesüßt – egal, ob mit weißem Haushaltszucker, braunem Rohrzucker oder grobem Kandiszucker. Anders als bei roter oder weißer Sangria muss es zum Süßen von Glühwein kein flüssiger Süßstoff sein, da sich der Zucker im heißen Wein restlos auflöst. Alternativ lässt sich Glühwein mit Honig, Ahornsirup oder Agavendicksaft süßen.

Tipp: Seht ihr die „Glühwein“-Definition nicht so eng, könnt ihr die Zutatenliste beim Süßen einfach um Fruchtsaft, Marmelade, Likör oder Portwein erweitern. Damit wird der Glühwein zwar offiziell zum „Punsch“, aber hey, wir werden es nicht weitererzählen!

Wie lange ist selbstgemachter Glühwein haltbar?

Durch den beigefügten Zucker hält sich selbstgemachter Glühwein recht lange. Gut ein halbes Jahr könnt ihr euch an dem Weihnachtsklassiker erfreuen – wenn ihr es schafft, so lange zu widerstehen. Wichtig für die Haltbarkeit ist zudem, dass ihr bei der Herstellung sauber arbeitet, den Glühwein noch in heißem Zustand in sterile Flaschen abfüllt und ihn luftdicht verschlossen an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahrt.

Drei Tipps für selbstgemachten Glühwein

Nachdem ihr nun die drei Grundzutaten von Glühwein kennt – Gewürze, Wein und Zucker – könnt ihr eure eigene Glühweinküche eröffnen. Damit bei der Glühwein-Herstellung nichts schief geht, kommen hier drei Tipps zur Zubereitung.

Glühwein mit Fliederbeersaft
Anstelle von getrockneten Zitruszesten könnt ihr auch frische Zitronen-/Orangenscheiben zum Aromatisieren des Glühweins verwenden – gerne auch den ausgepressten Saft nutzen
  • Die richtige Temperatur: Glühwein niemals über 78 Grad erhitzen, sonst verdampft der Alkohol, die Gewürze werden bitter und es können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Um die richtige Glühwein-Temperatur (rund 70 Grad) einzuhalten, könnt ihr ein Küchenthermometer zu Hilfe nehmen oder schnell den Topf vom Herd nehmen, sobald der Wein zu blubbern beginnt.

  • Der richtige Topf: Zum Erhitzen des Weins solltet ihr ausschließlich Edelstahltöpfe verwenden, da Gefäße aus Aluminium, Messing oder anderem Metall gesundheitsschädliche Stoffe an das Getränk abgeben können. Zum Warmhalten des Glühweins am besten einen Topf mit Deckel verwenden – damit bleibt auch der Alkohol drin und der Glühwein oxidiert nicht an der Luft.

  • Die richtige Ziehzeit: Je nachdem, wie stark euer selbstgemachter Glühwein gewürzt sein soll, reicht die Ziehzeit von 30 Minuten bis zu einer Stunde. Während dieser Zeit solltet ihr den erhitzten Wein warmhalten, aber nicht auf dem Herd kochen lassen. Verkürzen könnt ihr die Einwirkzeit der Gewürze, indem ihr sie mit Zucker und dem Saft einer Orange zu Sirup einkocht, den ihr anschließend abseiht und zu dem Wein gebt.

 

Auch lesen: #7 Do it yourself: Gewürzmischungen 

Alkoholfreier Glühwein: Kinderpunsch selber machen

Kinderpunsch ist mehr als Glühwein ohne Alkohol. Soll heißen: Es reicht nicht, den Alkohol zu verkochen, um Kinderpunsch selber zu machen. Heraus käme zwar alkoholfreier Glühwein, der allerdings ungenießbar wäre (siehe oben). Richtig guter Kinderpunsch schmeckt fruchtig und ist längst nicht nur etwas für Kinder.

Was beim Glühwein der Wein als Basis ist, ist beim Kinderpunsch der Früchtetee oder Fruchtsaft. Neben klassischem Traubensaft, Apfelsaft oder Orangensaft eignen sich auch andere Säfte aus dunklen Beeren super, um Kinderpunsch selber zu machen. Probiert es beispielsweise mal mit Kirschsaft, schwarzem Johannisbeersaft, Holundersaft (Fliedersaft), Cranberrysaft oder Pflaumensaft! 

Zucker bzw. Honig und andere Süßstoffe braucht ihr aufgrund der süßen Saftgrundlage weniger. Verfeinern lässt sich der alkoholfreie Kinderpunsch ebenfalls mit eurem selbstgemachten Glühweingewürz. Obwohl bei der Zubereitung kein Alkohol verfliegen kann, haltet ihr euch beim Erhitzen der Säfte am besten trotzdem an die magische 70-Grad-Regel, damit die Gewürze nicht bitter werden.

Tipp: Statt den Früchtetee mit Wasser aufzubrühen, könnt ihr den Teebeutel einfach im Topf mit dem Saft ziehen lassen. Gerne auch mal zur Abwechslung Kräutertee ausprobieren – das Kräuteraroma „erdet“ auch herkömmlichen Glühwein.

Glühwein-Alternativen: Butterbier bis Lumumba

Ihr sucht eine Alternative zu klassischem Glühwein? Hier stellen wir euch unsere liebsten Rezepte und Punsch-Ideen vor.

t Tassen mit Glögg stehen in einem weißen Winter-Setting

Glögg ist die skandinavische Antwort auf unseren deutschen Glühwein. Genau genommen handelt es sich um Punsch, da neben Rotwein auch Rum, Wodka oder Korn im Tässchen landen. Außerdem werden häufig Rosinen oder Mandeln beigemischt.

Klassischer Eierpunsch in der Flasche, von vorne fotografiert in zwei Flaschen, vor Weihnachtslichtern.

Eggnogg bzw. Eierpunsch besteht traditionell aus Eigelb, Sahne, Zucker und Rum. Verfeinert wird die cremige Glühwein-Alternative außerdem manchmal mit Eierlikör, Vanille oder Pudding.

Ein großes Glas Butterbier mit Sahnehaube und Karamell-Topping

Butterbier werden nicht nur Harry-Potter-Fans lieben! Ähnlich wie bei samtigem Hot Buttered Rum Punch wird das Bier ordentlich gebuttert. Zusammen mit heißem Kakao, Zimt, Zucker und Sahne entsteht so ein zauberhafter Winter-Dink.

Drei Tassen mit Lumumba

Lumumba, im Norden Deutschlands auch „Tote Tante“ genannt, ist einer der Kult-Heißgetränke auf Basis von heißer Schokolade! Ordentlich „Schuss“ bekommt der Kakao durch Rum und Amaretto, alternativ auch Weinbrand.

Glüh Sloe Gin

Glüh-Gin setzt als Trendgetränk auf (Sloe-)Gin statt Wein. Dazu gesellen sich Apfelsaft oder/und Orangensaft. Gewürzt wird der heiße Gin genau wie Glühwein mit Zimt, Nelken und Anis – auch Ingwer ist willkommener Gast.

zwei Gläser mit heißem Aperol Spritz, dahinter Orangen und Zimtstangen

Hot Aperol gehört zu den angesagtesten Winter-Cocktails überhaupt! Statt mit Prosecco tut sich der Aperol hier mit Orangensaft, Weißwein und Weihnachtsgewürzen zusammen, damit wir auch im Winter Dolce Vita feiern können.

Passend zu Glühwein findet ihr bei uns auch die passenden Snacks vom Weihnachtsmarkt – natürlich zum Selbermachen! 

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