Warenkunde

In vino veritas – Weintrauben Rezepte und Fakten

Man kann daraus nicht nur Wein machen – schockierend, oder?! Warum Weintrauben gesund sind, Tipps für die Zubereitung und Lagerung und die besten Rezepte – süß und herzhaft – findet ihr ihn unserer Warenkunde.
Annalena
Annalena, Redaktion

Was sind Weintrauben?

Als Weintrauben bezeichnet man die Früchte, die an Weinreben wachsen und für die Produktion von Wein angepflanzt werden. Tafeltrauben werden hingegen für den Verzehr angebaut. Umgangssprachlich werden beide einfach als Trauben bezeichnet.

Sie ranken sich an Hügeln entlang und tragen meist dunkelblaue, hellgrüne oder roséfarbene Früchte: Weinreben. Man bezeichnet die Früchte als Weintrauben oder Tafeltrauben, je nachdem, welchem Zweck sie dienen. Wie das Aussehen der Pflanze vermuten lässt, sind Weinreben Kletterpflanzen. Genau wie Tomaten wachsen auch Trauben als viele einzelne Früchte um eine Rispe herum, d. h., die einzelnen Trauben ranken sich um einen dünnen Zweig.

Weinreben gehören zu den ältesten Kulturpflanzen, die der Mensch seit ca. 5.000 Jahren anbaut – Wein gab es vermutlich schon im alten Ägypten. In der Antike und bei den Römern gewann Wein immer mehr an Bedeutung, im Mittelalter baute man schließlich in Klöstern Weinreben an.

Funfact: Wein hatte damals nur einen sehr geringen Alkoholgehalt und wurde, genau wie Bier, oft sogar Kindern anstelle von Wasser gereicht. Wein und Bier galten als hygienischer, da Wasser oft mit Bakterien und Keimen verunreinigt war.

Wo werden Weintrauben angepflanzt?

Weinreben mögen es gerne warm und sonnig – deshalb werden Weintrauben seit Tausenden von Jahren vor allem im Mittelmeerraum angepflanzt. Auch im Orient und Vorderasien gedeihen sie gut. Am meisten Weintrauben werden weltweit in China, Italien, Spanien und Frankreich geerntet.

Die bekanntesten Weintrauben-Sorten

Heute gibt es ca. 10.000–15.000 Rebsorten und somit unzählige verschiedene Traubensorten. Wilde Traubensorten, die unseren heutigen Wein- und Tafeltrauben kaum ähneln, wachsen schon seit ca. 100 Millionen Jahren auf der Erde. Wilde Weinreben wuchsen ursprünglich in Wäldern und können bis zu 40 Meter hoch werden. Sie bestehen aus einer festen, verholzten Rispe und sehr kleinen, säuerlichen Früchten.

Grundsätzlich wird in Weinreben-Sorten und Tafeltrauben-Sorten unterschieden. Einige der bekanntesten Weintrauben-Sorten, aus denen weltberühmte Weine hergestellt werden, sind: 

  • Cabernet Sauvignon (rot)

  • Merlot (rot)

  • Syrah (rot)

  • Pinot Noir (rot)

  • Sangiovese (rot)

  • Chardonnay (weiß)

  • Sauvignon Blanc (weiß)

  • Trebbiano (weiß)

  • Riesling (weiß) 

Im Unterschied zu Weintrauben, die für die kommerzielle Weinherstellung angebaut werden, werden Tafeltrauben für den (Roh-)Verzehr geerntet. Ihr könnt natürlich trotzdem Weintrauben naschen, solltet ihr euch einmal bei der Ernte in einem Weinberg befinden. Tafeltrauben sind aber besser zum Snacken geeignet, v. a., weil die einzelnen Früchte größer und oft kernlos sind und eine dünnere, fürs Mundgefühl angenehmere Schale haben.

Eine Rispe mit grünen Weintrauben auf schwarzem Untergrund

Tafeltrauben wurden so gezüchtet, dass sie größere Früchte tragen, eine dünne Schale haben und meist kernlos sind – denn so essen wir sie am liebsten.

Tafeltrauben-Sorten werden meist einfach in weiße/grüne, rote und blaue Tafeltrauben eingeteilt und sind im Volksmund weniger bekannt. Einige der gängigsten Sorten, die als Tafeltrauben angebaut werden, sind z. B.:

  • Bianca (weiß/grün)

  • Vanessa (rot)

  • Regent (blau)

Wann haben Weintrauben Saison?

Im Mittelmeerraum (Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland) werden Weintrauben im Spätsommer und Herbst geerntet. Weintrauben haben von August bis November Saison. Auch Tafeltrauben werden in diesem Zeitraum geerntet.

Warum es dennoch im Supermarkt ganzjährig Trauben gibt? Tja, wie fast alle Obst- und Gemüsesorten werden auch Weintrauben in anderen Teilen der Welt angebaut – so gibt es beispielsweise im Winter bei uns Trauben aus Südafrika oder Südamerika

Warum sind Weintrauben gesund?

Weintrauben haben im Vergleich zu vielen anderen Obstsorten einen relativ hohen Zuckergehalt (ca. 15 g Kohlenhydrate auf 100 g) und kommen damit auf ca. 60 Kalorien pro 100 g. Zum Vergleich: Himbeeren punkten als schlanke Früchtchen z.B. mit nur 5 g Kohlenhydraten und ca. 35 kcal pro 100 g.

Trotzdem sind Weintrauben gesund, weil sie u. a. Flavonoide, Antioxidantien, Magnesium, Kalium und B-Vitamine enthalten. Dieser Cocktail an gesunden Inhaltsstoffen sorgt für eine pralle, elastische Haut, gesundes Haar, schützt unsere Zellen und soll Krebs vorbeugen. Durch den schnell verdaulichen Traubenzucker und die enthaltenen Ballaststoffe sind Weintrauben zudem gut für die Verdauung, ungesättigte Fettsäuren können unterstützend den Cholesterinspiegel senken.

Funfact: Weintrauben mit Kernen sind gesund – ein Großteil der Nährstoffe steckt nämlich in den Kernen! Greift also für die volle Nährstoff-Power am besten zu Weintrauben mit Kernen anstelle von kernlosen Weintrauben.

Übrigens: Euren Fell-Buddies solltet ihr besser keine Weintrauben geben – Weintrauben sind für Hunde giftig. Die darin enthaltene Oxalsäure kann zu Vergiftungserscheinungen und Nierenversagen führen – bei Rosinen ist dieser Effekt noch verstärkt.

Weintrauben verarbeiten

Von der Ernte bis zum Lagern und Einfrieren zeigen wir euch hier, wie ihr Weintrauben am besten verarbeitet. So habt ihr länger etwas vom Herbst-Hero!

Sobald Weintrauben den gewünschten Reifegrad erreicht haben, werden sie geerntet. Bei uns in Europa ist dieser Zeitpunkt meist im Spätsommer bzw. Herbst. Bei Tafeltrauben kontrolliert man vor der Ernte den groben Zucker- und Säuregehalt, bei Weintrauben, die für die Weinproduktion geerntet werden, gibt es ein paar Parameter mehr, die beachtet werden sollten. So werden beispielsweise die Farbe der Stiele, Früchte und Rebe kontrolliert und der Zucker- und Säuregehalt exakt gemessen (nicht nur durch Verkosten, sondern maschinell).

Weintrauben können entweder per Hand oder mithilfe von Maschinen geerntet werden. Für sehr hochwertige Weine werden Trauben meist per Hand geerntet, um die Früchte einzeln begutachten und aussortieren zu können. Die Weintrauben-Ernte mithilfe von Maschinen spart im Gegensatz dazu natürlich Zeit, Arbeitskräfte und Geld.

Rote Weintrauben in Nahaufnahme auf schwarzem Untergrund

Qualitativ hochwertige Rebsorten erntet man noch immer per Hand, um das bestmögliche Ergebnis in der Weinherstellung zu erzielen. Schließlich könnten unreife, matschige oder geschimmelte Weintrauben das Aroma eines hochwertigen Syrahs oder Merlots verfälschen.

Weintrauben waschen

Als erstes gilt: Man sollte Weintrauben portionsweise waschen, d. h., immer nur die Portion unter fließendem Wasser waschen, die direkt gegessen werden soll. Ansonsten können die Früchte im Obstkorb schneller schimmeln, weil Rispe und Trauben Feuchtigkeit speichern.

Und so wascht ihr Weintrauben richtig: Weintrauben mit Rispe ca. 30 Sekunden unter fließendem kalten Wasser abwaschen und währenddessen leicht mit den Fingern abreiben, um Bakterien und evtl. Pflanzenschutzmittel zu entfernen. Alternativ könnt ihr Weintrauben auch ca. 10 Minuten in eine Schüssel mit kaltem Wasser legen und dann kurz mit sauberem Wasser abspülen.

Weintrauben entsaften für Traubensaft

Um Weintrauben zu entsaften und so selbst gemachten Traubensaft zuzubereiten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der erste Schritt zum Entsaften ist aber immer gleich: Trauben waschen, entstielen und evtl. bereits matschige Trauben aussortieren.

Ihr könnt Weintrauben klassisch mit einem Entsafter entsaften. Dabei gilt, dass bei einem Kilo Weintrauben etwas weniger als die Hälfte an Traubensaft übrigbleibt. Durch das „Kaltentsaften“ ohne Hitzezufuhr bleiben sehr viele Nährstoffe enthalten, der Traubensaft ist jedoch nur kurz haltbar und sollte innerhalb von 2–3 Tagen aufgebraucht werden. Um kalt gepressten Traubensaft länger haltbar zu machen, könnt ihr ihn mit Zitronensaft verfeinern und heiß einwecken. Dabei gehen zwar ein paar Vitamine verloren, aber der Saft hält sich länger. 

Alternativ könnt ihr, falls ihr keinen Entsafter besitzt, Traubensaft heiß „entsaften“ und mithilfe eines gewöhnlichen Kochtopfs herstellen. Dafür köchelt ihr Weintrauben auf dem Herd, bis sie zerfallen (ca. 10 Minuten) und passiert sie anschließend mithilfe eines Siebs, um Kerne und Schale zu entfernen. Wenn ihr sehr feinen Traubensaft genießen möchtet, solltet ihr diesen zusätzlich durch ein Geschirrtuch streichen. Heiß in saubere Flaschen gefüllt ist Traubensaft so mehrere Monate haltbar, wenn er dunkel gelagert wird.

Weintrauben lagern

Frische Weintrauben sollten bei Raumtemperatur gelagert werden. So sind sie ca. 4–5 Tage haltbar (ungewaschen!). Alternativ könnt ihr Weintrauben im Gemüsefach des Kühlschranks lagern, so sind sie ca. 2 Wochen haltbar, verlieren durch die Kälte aber etwas an Geschmack. 

Wenn ihr Weintrauben im Kühlschrank aufbewahrt, solltet ihr sie ca. 30 Minuten vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank holen. Eiskalt sind sie zwar erfrischend, bei Raumtemperatur entfalten sie aber erst ihr volles Aroma.

Weintrauben einfrieren

Wusstet ihr, dass ihr Weintrauben auch einfrieren könnt? Der trendige Snack ist herrlich erfrischend und das perfekte, fruchtige Sommer-Fingerfood.

Weintrauben einfrieren – so geht’s:

Weintrauben waschen, von den Stielen befreien und am besten nebeneinander in eine gefriergeeignete, luftdicht verschließbare Dose oder einen Gefrierbeutel geben. Alternativ könnt ihr Weintrauben auf Spieße stecken und so in einer Dose oder einem Gefrierbeutel einfrieren. Über Nacht einfrieren und am nächsten Tag direkt gefroren oder leicht angetaut genießen.

Gefrorene grüne Trauben an Zahnstochern stehen in Schälchen vor dunklem Hintergrund neben einer Flasche Prosecco und einem Glas Wodka.

Tipp: Am leckersten finden wir gefrorene Weintrauben mit Prosecco – Prost!

Wenn ihr gefrorene Weintrauben verarbeiten möchtet, z. B. für Traubenmarmelade oder gebacken mit Camembert, könnt ihr diese direkt aus dem Tiefkühlfach verwenden. Durch das Auftauen werden sie ansonsten schnell matschig und können verwässern.

Unsere besten Weintrauben-Rezepte

Weintrauben genießen wir nicht nur pur, sondern auch gerne in süßen sowie herzhaften Rezepten. Knackige grüne Tafeltrauben, milde rötliche Trauben oder intensiv-süße dunkelblaue Trauben verleihen Kuchen und Marmelade oder deftigen Rezepten mit Käse und sogar Salaten das gewisse Etwas.

Süße Weintrauben-Rezepte

Unser Herbst-Hero Weintraube gibt Gebäck und Desserts und eine saftige Konsistenz. Auch wenn wir Apfelkuchen, Birnengelée und Co. lieben, bringen Weintrauben mal einen anderen Twist in unsere Spätsommer- und Herbstküche.

Ganz klare Favoriten in der Weintrauben-Saison: Weintrauben-Konfitüre mit Rotwein, gefrorene Weintrauben mit Prosecco, Smoothie Bowl mit Beeren und Weintrauben und in Schoki getauchte Weintrauben-Häppchen mit Pistazien.

Herzhafte Weintrauben-Rezepte

Weintrauben schmecken nur in süßen Rezepten? Falsch gedacht! Auch herzhafte Rezepte könnt ihr mit Weintrauben verfeinern. Ihr kennt bestimmt die klassisch französische Kombination aus Weintrauben und Käse – z. B. als gebackener Camembert mit Trauben. Auch lecker: Weintrauben als Salattopping oder als süßer Gegenpart zu würzigem Fleisch vom Grill.

Psst: Auch Traubensaft schmeckt herrlich süß zu so manch herzhaftem Gericht, wie z. B. zum Ablöschen von süß-sauren Balsamico-Zwiebeln auf einem Burger. Probiert’s aus!

Drinks mit Weintrauben

Und last but not least könnt ihr auch Drinks mit Weintrauben oder Traubensaft zubereiten, die wunderbar süß, spritzig und fruchtig schmecken!

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