Grundrezepte

Schicht für Schicht ein Tiramisu!

Warum Tiramisu auch als natürliches Aphrodisiakum gilt und wie ihr das Lieblingsdessert der Italiener richtig zubereitet – mit viel Amore natürlich!

Alisa
Alisa, Redaktion

Tiramisu-Rezept: das Original wie beim Italiener

Vergesst alles, was ihr bisher über Tiramisu gelernt habt und hört auf die Italiener: „Im Tiramisu landen genau sechs Zutaten. Nicht mehr und nicht weniger!“

Welche das sind? (Jetzt dürft ihr mitschreiben!) Eigelb, Puderzucker, Mascarpone, Espresso – ja, Espresso und kein Kaffee – Löffelbiskuits und Kakaopulver. Basta!
Wie auch bei den original Spaghetti Carbonara gilt: auf keinen Fall Sahne! Cremig wird die Süßspeise durch die schaumig gerührten Eigelbe und die sahnige Mascarpone. Die Löffelbiskuits müssen in Espresso getränkt, aber nicht er-tränkt werden. Dann wird geschichtet: Löffelbiskuits, Mascarponecreme, Löffelbiskuits, Mascarponecreme…On top kommt ein schokoladiger Teppich aus Kakaopulver – voilà, fertig ist euer neues Lieblingsdessert!

Wer hätte gedacht, dass ein so berühmtes Dessert ganz einfach und sogar ziemlich schnell gemacht ist? Tipp: Wenn ihr das Tiramisu in einer Auflauf- oder anderen rechteckigen Form schichtet, könnt ihr ganz easy eine große Portion davon machen. Wetten, dass das der Hit auf der nächsten Silvesterparty wird? Das Tiramisu wird meist so schnell gelöffelt, da seid ihr kaum mit dem Schichten fertig!
Soviel zum klassisch italienischen Rezept, das es noch gar nicht so lange gibt: Glaubt man den Food-Historikern, ist es eine ziemlich neue Erfindung aus dem 20. Jahrhundert. Das Dessert, das heute als eines der Symbole Italiens gilt, gibt es also noch nicht mal seit 100 Jahren! Kreiert wurde das cremige Dessert wahrscheinlich in Norditalien, in der Region Venetien.
Das Schicht-Dessert wurde ursprünglich nicht in einer rechteckigen Form geschichtet, sondern in einer runden. Wenn man an die Form der Löffelbiskuits denkt, macht das allerdings wenig Sinn – kein Wunder, dass sich die rechteckige Form durchgesetzt hat. Nur in Form von Tiramisu im Glas lebt das traditionell runde Dessert weiter – dazu aber später mehr!
Fun fact: „Tira-mi-sù“ bedeutet soviel wie „Heb-mich-auf“ – woher der Name kommt? Naja, das Dessert gilt als Aphrodisiakum und wird in Italien auch scherzhaft als „natürliches Viagra“ bezeichnet...

Tiramisu mit Amaretto oder Marsala?

Schockierend, aber wahr: Alkohol steht im Originalrezept aus Italien auf keiner Zutatenliste. Ganz egal, ob Amaretto oder Marsala. Heute gilt in Italien: Wenn Alkohol, dann sollte es Marsala sein. Wenn auch ihr euch für einen Schuss Schnaps entscheidet, dann empfiehlt sich ein hochwertiger Marsala mit einem süßlich-milden Geschmack. Wir haben uns für den „old but gold“-Klassiker als Rezept entschieden, dem aber ein klein wenig Marsala hinzugedichtet. Wir Foodies können schließlich nicht Nein sagen, wenn‘s um Aroma geht! Euch geht’s auch so? Dann warten Tiramisu mit Limoncello und Maracujasauce und Tiramisu mit Baileys-Creme nur darauf, ausprobiert zu werden!
Die Amaretto-Variante gibt dem Ganzen ebenfalls ordentlich Bums, ist aber eine (neue) Abwandlung des Klassikers. Tipp: Statt Amaretto werden in Bella Italia auch gerne Amarettini-Kekse verwendet – einfach einen Teil oder die gesamte Menge der Löffelbiskuits durch Amarettinis austauschen. Das gibt dem Klassiker einen ganz neuen Geschmack!

Tiramisu-Rezept: Eine Schicht nach der anderen

Löffelbiskuit, Mascarpone, Löffelbiskuit, Mascarpone – das Schichten ist so einfach wie das Löffeln! Und das Beträufeln der Löffelbiskuits? Das ist noch einfacher. 

Löffelbiskuits werden mit Espresso beträufelt
Ins klassisch italienische Tiramisu gehört immer Espresso.

Tiramisu-Rezept: Was kann ich womit ersetzen?

Was in Italien vielleicht früher als No-Go galt, ist mittlerweile auch in den Köpfen der traditionsbewussten Italiener angekommen: Tiramisu geht auch in vegan, alkoholfrei oder ohne Ei. Wäre doch irgendwie grausam, jemandem dieses traumhafte Dessert vorzuenthalten, findet ihr nicht? Sì, da nicken sogar die hartgesottenen Tiramisu-Traditionalisten.

Wenn nicht Mascarpone, dann...

… cremiger Joghurt. Wir empfehlen griechischen Joghurt, denn der ist besonders fest, enthält aber deutlich weniger Fett als Mascarpone. Isländischer Skyr (bekommt man in fast jedem Supermarkt) ist ebenfalls stichfest, und supercremig und hat meist sogar unter 1 % Fett. Heißt das, wir können mehr Tiramisu essen, ganz ohne schlechtes Gewissen? Oh, ja! 

Wenn nicht Espresso, dann...

… schokoladiger Kakao. Espresso schmeckt euch zu bitter und das Koffein darin macht euch nervös? Solange ihr Schokolade-Liebhaber seid, könnt ihr die Löffelbiskuits einfach in Kakao tränken. Suchtpotenzial immer noch garantiert!
…Milch. Wenn ihr es sehr mild und sahnig mögt, oder das Tiramisu für die nächste Kindergeburtstagsparty zubereitet, funktioniert auch Milch hervorragend. Das Tiramisu am Ende mit süßem Kakaopulver bestäuben und servieren. Achtung, Schokomäuler-Gefahr!
…Orangensaft. Ja, wirklich! Löffelbiskuits und Orangensaft sind an heißen Sommertagen das perfekte Team. Und habt ihr schon mal ein Erdbeer-Tiramisu geschichtet? Wir haben uns sagen lassen, dass Erdbeeren und Orangen hier besonders gut zusammenpassen. 

Wenn Tiramisu ohne Ei, dann...

… mit Zucker steif geschlagene Sahne. Der Vorteil bei Tiramisu ohne Ei ist, dass ihr Salmonellen keine Chance gebt. Euer Tiramisu mit Sahne gehört trotzdem in den Kühlschrank, denn auch Sahne wird bei warmen Temperaturen schnell schlecht. Auch wenn das nicht klassisch italienisch ist, ist das trotzdem eine gute Alternative, denn die Sahne macht das Tiramisu wunderbar luftig und fluffig.
…Aquafaba. Sind das neue Buntstifte? Ne, aber ihr kennt es bestimmt alle: das Wasser, in dem Kichererbsen in Dosen/Gläsern konserviert werden. Klingt jetzt vielleicht ungewöhnlich, aber mit Kichererbsenwasser kann man Ei und vor allem Eiklar ersetzen. Mit Zucker lässt sich die Flüssigkeit ganz easy steif schlagen – ihr werdet staunen, sieht genau aus wie Eischnee! Ihr könnt den „falschen Eischnee“ entweder unter die Mascarponecreme fürs Tiramisu heben oder z.B. auch Baiser oder Ähnliches damit backen. Also, wenn ihr das nächste Mal etwas mit Kichererbsen macht: Flüssigkeit auffangen – viel zu schade für den Abfluss!

Wenn veganes Tiramisu, dann...

…pflanzliche Alternativen zu Mascarpone und Ei. Mittlerweile gibt es in gut sortierten Supermärkten und Bioläden viele Alternativprodukte, die vegan sind. Für ein veganes Tiramisu eignen sich z.B. Frischkäse-Alternativen auf Hafer-, Soja-oder Nussbasis. Ihr könnt auch eine (feste, reichhaltige) Kokoscreme verwenden– die gibt dem Tiramisu aber ein etwas anderes Aroma. Das Ei könnt ihr weglassen oder durch Aquafaba (siehe oben) austauschen.
...Cashew-Creme. Cashew-Nüsse haben von Natur aus einen hohen Fettgehalt und eignen sich super für die Herstellung pflanzlicher Cremes. Cashewnüsse einfach über Nacht in reichlich Wasser einweichen, am nächsten Tag durch ein Sieb gießen und im Mixer zu einer feinen Creme mixen! Mit Zucker, Alkohol eurer Wahl und Co. abschmecken und entweder pur schichten oder mit veganer Sahne- oder Frischkäse-Alternative strecken. 
…Kekse selbermachen oder eine vegane Alternative kaufen. Für die vegane Keks-Basis könnt ihr entweder vegane Löffelbiskuits oder ähnliche Kekse kaufen oder sie selber machen. Online findet ihr haufenweise Rezepte für vegane Löffelbiskuits – einfach ausprobieren, was euch am besten schmeckt! 

Klassisches Tiramisu
Wie groß darf eure Portion sein?

Warum wird mein Tiramisu nicht fest?

Wer kennt es nicht? Jeder Schritt, den das Tiramisu-Rezept von euch verlangt, wurde genauestens befolgt, aber euer Tiramisu wird trotzdem nicht fest. Woran liegt’s? Das kann mehrere Gründe haben.

  • Gute Zutaten sind für ein perfektes Tiramisu unentbehrlich – besonders die frischen Eier und eine feste Mascarpone.
  • Ihr habt ganz sicher hochwertige Produkte eingekauft? Dann erinnert euch nochmal an den ersten Schritt im Rezept. Denn für ein cremiges Tiramisu müssen Eigelb und Puderzucker wirklich zu einer weißen, festen Creme geschlagen werden.
  • Eure Creme war genau richtig? Dann liegt der Fehler womöglich beim Unterheben der Mascarpone, denn diese muss mit Gefühl unter die Ei-Puderzucker-Creme gerührt werden.
Tiramisucreme
Luftig und cremig – genau wie die Creme sein soll!

Wie lange ist mein Tiramisu haltbar?

Auf, auf in den Kühlschrank! Und zwar sofort! Denn – attenzione – die rohen Eier im Tiramisu werden ungekühlt schnell schlecht. Solange ihr aber frische Eier verwendet und die Kühlschrank-Regel einhaltet, könnt ihr euer selbst gemachtes Tiramisu zwei bis drei Tage bedenkenlos löffeln.

Tiramisu-Rezepte 2.0

Bei uns ist beim klassischen Tiramisu-Rezept noch lange nicht Schluss! Klar gibt es noch mehr Rezepte, die Tiramisu im Namen tragen. Allesamt anders, aber cremig wie eh und je! Tradition? Ja, aber mit Augenzwinkern!

Tiramisu im Glas

Die ursprünglich runde Form gibt es immer noch – in Form von Tiramisu im Glas! Geschichtet werden kann hier nach Belieben: klassisch mit Löffelbiskuits und Mascarpone-Ei-Creme, mit Früchten als Erdbeer-Tiramisu oder mit Alkohol – einfach ausprobieren! Im Gläschen macht der italienische Klassiker einen klasse Eindruck und ist so praktischerweise schon portioniert – musstet ihr schon einmal ein Tiramisu (möglichst ohne zu Kleckern) aus einer rechteckigen Form portionieren? Nein? – Dann versucht mal euer Glück.

Unsere Lieblinge im Glas

Cremiges Tiramisu-Eis

Sahnig, luftig, süß…Tiramisu schmeckt auch als Eis hervorragend! Egal, ob im Sommer als gekühlte Erfrischung oder in der Weihnachtszeit als fancy Dessert – wir sind begeistert! Amaretto gibt dem Tiramisu-Eis einen kleinen Twist, ihr könnt aber genauso gut Marsala verwenden oder den Alkohol einfach weglassen.
Tipp: Das Ganze könnt ihr wie jedes Eis auch ohne Eismaschine zubereiten – dann aber alle 30 Minuten kräftig mit dem Schneebesen rühren und wieder einfrieren. Hat jemand was von Arm-Muckis gesagt?

Tiramisu Torte

Ihr habt Erdbeertorte, Schokokuchen und Co. so langsam satt? Wie wär’s dann für den nächsten Geburtstag mal mit was anderem: Tiramisu Torte! Entweder ihr schichtet den Klassiker mit Löffelbiskuits und (festerer) Creme ganz einfach in eine Tortenform eurer Wahl (z.B. Springform oder Tortenring) oder ihr backt einen Biskuitboden, tränkt diesen mit Espresso und füllt ihn mit Mascarpone-Creme – als geschichtete Torte oder Biskuitrolle. Wie auch immer – diese Schnittchen wird sich keiner entgehen lassen! ​ Tipp: Wenn ihr wissen wollt, wie ihr euch eine feste Creme auch ohne Gelatine und Co. gelingt, einfach nach oben scrollen!

Egal, ob klassisch geschichtet mit Mascarpone, im Glas oder als Eis modern interpretiert: Wir lieben Tiramisu! Wie steht’s mit euch – seid ihr auch so begeistert von dem Liebes-Dessert mit viel Amore aus Italien?