Tipps & Tricks

Anleitung zum Hefezopf flechten: von 1 bis 5 Strängen

Bei uns geht’s drunter und drüber. Buchstäblich, denn heute wollen wir einen Hefezopf flechten. Wie ihr das selbst als größte Flecht-Legastheniker hinbekommt, zeigen wir euch step-by-step in unserer bebilderten Anleitung – vom quirligen Einstrangzopf bis zum imposanten 5-Strang-Kunstwerk!

Nicole
Nicole, Redaktion

Ich oute mich hier mal als Niete in Sachen Flechtwerk. Im Kindergarten habe ich ewig gebraucht, um zu lernen, wie man sich richtig die Schuhe bindet und später war ich heillos vom Haare flechten überfordert. Witzigerweise bin ich trotz fehlender Begabung ganz vernarrt in Makramees, Bauernzöpfe und andere fancy Flechtereien.

Und wenn man diese geflochtenen Kunstwerke dann auch noch essen kann, ist es ganz um mich geschehen. So wie beim Hefezopf zu Ostern. Hier liebe ich ja die Einbuchtungen an den Flechtstellen am meisten, weil der Teig drum herum so appetitlich aufplatzt – und natürlich, weil sich der Zuckerguss im Fall einer Glasur darin schön sammeln kann.

Um das hinzukriegen, muss man aber erst mal den Hefezopf flechten. Am besten mit richtig vielen Strängen für extra viele Verflechtungen. Also habe ich mich durch unzählige Tutorials gewühlt, um nachvollziehen zu können, wie man einen unförmigen Teigklumpen in ein geflochtenes Meisterwerk verwandelt. Und ich muss sagen: SO schwierig ist das gar nicht!

Falls ihr euch ähnlich schwer mit der Choreographie beim Hefezopf flechten tut, seid ihr hier genau richtig. Denn ich habe meine Erkenntnisse in einer einfachen Hefezopf-Anleitung mit Bildern gesammelt, die hoffentlich auch die größten Flecht-Dilettanten (neben mir) verstehen. Vom faulen Osterzopf mit einem Strang bis hin zum instagramtauglichen Zopf mit fünf Strängen auf einmal ist hier alles dabei, was das Herz zum Osterbrunch begehrt.

Funfact: Je mehr Stränge der Hefezopf hat, umso kürzer die Backzeit, weil sich die heiße Luft im Ofen besser zwischen den Flechten ausbreiten kann.

Leckeres Hefezopf-Rezept für Ostern

Bevor wir beim Hefezopf flechten über die Stränge schlagen können, brauchen wir noch eine Kleinigkeit: den Teig für den Hefezopf. Ohne den geht’s natürlich nicht. Das Grundrezept für einen saftigen Osterzopf ohne Vorteig findet ihr hier.

Tipp: Genauso gut könnt ihr den Hefezopf mit Trockenhefe backen. Um einen Würfel frische Hefe (42 g) zu ersetzen, nehmt ihr zwei Päckchen Trockenhefe (à 7 g). Vorsichtshalber aber immer einen Blick auf die Herstellerangabe zum exakten Umrechnungskurs werfen.

Beim Backen mit Hefeteig ist etwas Geduld gefragt. Der Teig sollte zwischen den einzelnen Arbeitsschritten immer wieder mit einem sauberen Küchentuch abgedeckt werden und für kurze Zeit an einem warmen Ort ruhen, um sich von den Strapazen zu erholen. Chemisch gesehen braucht der Teig die Pause, damit die Glutenstränge nicht zerfallen und der Teig elastisch bleibt und schön aufgeht. Die Folge: ein extra softer Hefezopf.

Ruhezeiten für den perfekten Hefezopf:

  • 45 Minuten nach dem ersten Kneten
  • 15 Minuten nach dem Teig-Portionieren
  • 45 Minuten nach dem Flechten (vor dem Backen)
  • Damit der Hefezopf beim Backen goldbraun wird, bepinselt ihr den fertig geflochtenen Zopf nach dem Gehen mit verquirltem Ei. Darauf haften zudem Toppings wie Mandelblättchen, Nusssplitter oder Hagelzucker besser. 

    Goldbraun ist gut, schwarzbraun eher weniger. Wenn ihr bemerkt, dass euer Hefezopf im Ofen dunkel wird, ehe die Backzeit abgelaufen ist, könnt ihr ihn von oben mit einem Stück Alufolie oder Backpapier abdecken und so den Bräunungsgrad kontrollieren.​

    Flechtanleitung für den Hefezopf

    Der Hefeteig ist geknetet und aufgegangen? Prima, dann kann es ans Hefezopf flechten gehen. Als ersten Schritt solltet ihr euch überlegen, wie viele Teigstränge ihr verarbeiten möchtet. Der Teig wird nämlich zunächst in die benötigte Anzahl von Portionen eingeteilt. Die daraus gerollten Stränge sollten 30–45 cm lang sein und jeweils die gleichen Maße haben. Am leichtesten geht das, wenn ihr die einzelnen Teigteile abwiegt.

    Fünf verschiedene Hefezöpfe in einem Korb
    Hefezöpfe können die verschiedensten Formen annehmen

    Meine Empfehlung: Hefezopf direkt auf dem Blech flechten. So vermeidet ihr, dass alles auseinanderfällt, wenn ihr den fertig geflochtenen Zopf vom Tisch aufs Backblech hievt. Das Blech legt ihr vorher mit Backpapier aus. Bemehlen müsst ihr die Fläche nicht extra, denn der Teig bleibt in der Regel weder an Unterlage noch Fingern kleben.

    Wollt ihr den Hefezopf füllen, ist jetzt auch dafür die Zeit gekommen. Rosinen, kleingehackte Nüsse oder Mohn könnt ihr direkt mit dem Teig verkneten. Für mehr Abwechslung könnt ihr sogar jedem Strang eine andere Füllung verpassen. Wie das geht, seht ihr in unserem Rezept für einen dreifach gefüllten Hefezopf.

    Tipp: Soll es eine süße Creme- oder Marmeladenfüllung sein, rollt ihr den Hefeteig dünn aus, bestreicht ihn mit der Füllung, klappt ihn wieder zusammen und flechtet daraus einen Zopf wie in unserem Blaubeer-Babka-Rezept beschrieben. Super saftig ist ebenfalls unser Hefezopf mit zimtiger Quarkfüllung.

    Auch lesen: Hefezopf – 1 Grundrezept, 6 Füllungen

    Hefezopf flechten: 1 Strang für Faule

    Zum Flechten braucht man mindestens zwei Stränge? Nö. Schon aus einem einzigen Teigstrang lässt sich ein prächtiger Hefezopf flechten.

    Geflochtener Hefezopf aus einem Teigstrang auf einem weißen Untergrund
    Einfach und doch eindrucksvoll: Der Hefezopf mit 1 Strang

    Mit einem Einstrangzopf spart ihr bei der Vorbereitung Zeit, da ihr den Teig nicht extra portionieren müsst. Es sei denn, ihr wollt statt einem riesen Zopf lieber mehrere kleine herstellen. Dann macht ihr aus dem Grundrezept etwa zwei Portionen von rund 300 Gramm. Daraus formt ihr jeweils einen Basisstrang von 30–45 cm Länge und lasst ihn eine Viertelstunde abgedeckt ruhen.

    Grafische Anleitung zum Flechten eines Hefezopfs mit 1 Strang
    Flechtanleitung für den einsträngigen Hefezopf

    So flechtet ihr den Hefezopf mit 1 Strang:

    Schritt 1: Die Teigrolle zu einem lockeren kleinen „e“ formen, bei dem ein Drittel des Teigstrangs oben eine geschlossene Schlaufe bildet.

    Schritt 2: Durch diese Schlaufe zieht ihr das offene Strangende vom „e“.

    Schritt 3: Die neu entstandene seitliche Teigschlaufe nach oben umschlagen, sodass eine auf der Seite liegende Acht bzw. das Unendlichkeitszeichen entsteht.

    Schritt 4: Den überstehenden Teigstrang aus der ersten Schlaufe durch die neue Teigschlaufe stecken und festdrücken. Fertig ist der einsträngige Hefezopf!

    Tipp: Ihr könnt es euch sogar noch einfacher machen und einfach die beiden Enden eures Teigstrangs verknoten. Idiotensicher und trotzdem hübsch! Diese Knoten-Technik haben wir beispielsweise bei unserem süßen Osterbrot mit Rosinen und Mandeln angewendet.

    Hefezopf flechten: 2 Stränge für den Kreuzzopf

    Kreuz und quer geht’s beim Hefezopf mit zwei Strängen. Diese Variante wird nicht umsonst Kreuzzopf genannt und sieht ein bisschen nach moderner Kunst aus.

    Ein hoch geflochtener Hefezopf aus 2 Strängen vor einem weißen Hintergrund
    Beim zweisträngigen Hefezopf geht's hoch hinaus

    Dabei ist der zweisträngige Hefezopf schnell gemacht. Flechten im Sinne von drüber und drunter Weben gibt’s hier nämlich nicht. Die beiden gegenüberliegenden Stränge wechseln lediglich über Kreuz ihre Position und werden fröhlich übereinandergestapelt. Weil es die Vertikale ausnutzt, ist das 2-Strang-Modell auch als „hoher Hefezopf“ bekannt.

    Teilt den Hefeteig dafür zuerst in zwei gleichmäßige Stränge von je 30–40 cm Länge und legt sie auf dem Backblech zu einem gleichschenkligen Kreuz übereinander, wobei der vertikale Strang oben liegt. Das ist euer Ausgangspunkt für den Kreuzzopf.

    Grafische Anleitung zum Osterzopf flechten mit zwei Strängen
    Die Anleitung zeigt, wieso der 2-Strang-Hefezopf auch "Kreuzzopf" heißt

    So flechtet ihr den Hefezopf mit 2 Strängen:

    Schritt 1: Der rechte und der linke Strang tauschen die Seiten: Rechte Teigrolle nach links und linke Teigrolle nach rechts umschlagen.

    Schritt 2: Der obere und der untere Strang tauschen die Seiten: Obere Rolle nach unten und untere Rolle nach oben umschlagen.

    Schritt 3: Rechts tauscht erneut mit links und oben mit unten. Die Teigstränge so lange weiter über den gemeinsamen Mittelpunkt hinweg kreuzen, bis der aufgetürmte Teigstapel zu hoch wird und zur Seite umkippt.

    Schritt 4: Wie beschrieben mit dem Überkreuzen der sich gegenüberliegenden Teigrollen fortfahren, bis die Stränge zu kurz werden.

    Schritt 5: Die Enden fest zusammendrücken und zum Abschluss unter den hintersten Strang klappen.

    Hefezopf flechten: 3 Stränge für den Klassiker

    Wenn ihr einen Hefezopf mit klassischem Flechtmuster wollt, unterteilt ihr den Hefeteig in drei gleich große Rollen (30–40 cm Länge). Wie beim Haare flechten werden die äußersten Stränge immer abwechselnd zur Mitte geschlagen.

    Ein klassischer Hefezopf mit 3 geflochtenen Strängen auf einer weißen Unterlage
    Der dreisträngige Hefezopf ist ein echter Klassiker und einfach zu flechten

    Die drei Stränge werden mit etwas Abstand zueinander pyramidenförmig auf dem Backpapier ausgelegt. Die oberen Enden laufen zu einer Spitze zusammen, die ihr zu Beginn leicht andrückt, damit das Geflecht zusammenhält. Wir zählen die Stränge von links außen nach rechts außen immer in der laufenden Reihenfolge 1 – 2 – 3.

    Grafische Anleitung zum Flechten eines klassischen Hefezopfs
    Easy Flechtanleitung: Rechts – Mitte, Links – Mitte, Rechts – Mitte, ...

    So flechtet ihr den Hefezopf mit drei Strängen:

    Schritt 1: Zum Flechten den rechten Hefestrang (Strang 3) über den mittleren Strang (Strang 2) legen, sodass Strang 3 zum neuen Mittelstrang Strang 2‘ wird.

    Schritt 2: Den linken Strang (Strang 1) über den neuen Mittelstrang (Strang 2‘) legen.

    Schritt 3: Das Ganze von vorne wiederholen (rechts über Mitte, links über Mitte, rechts über Mitte, links über Mitte, …), bis die drei Teigstränge aufgebraucht sind.

    Schritt 4: Die kurzen Strangenden zusammendrücken und entweder als Spitze stehen lassen oder per Hand abrunden und das Ende unter dem Hefezopf verstecken – den Anfang am oberen Ende entsprechend nachformen.

    Hefezopf flechten: 4 Stränge für Ambitionierte

    Ist euch ein dreisträngiger Osterzopf zu mickrig, könnt ihr ihn mit vier Strängen in die Breite ziehen. Ab drei Strängen wird daraus eine Kombination aus Flechten und Weben.

    Klingt tricky? Keine Angst, im Grunde ist das Ganze sogar einfacher als der Klassiker, denn hier wechselt ihr euch beim Flechten nicht zwischen zwei Strängen ab, sondern arbeitet nur mit einem einzigen Strang.

    Ein geflochtener Hefezopf aus vier Strängen vor einem weißen Untergrund
    Beim Hefezopf mit 4 Strängen wird das Flechten zum Weben

    Der Arbeitsstrang kommt immer von rechts außen und wandert nach links außen. Dabei kreuzt er beim 4-Strang-Zopf insgesamt drei Stränge. Einmal geht es für ihn drüber, danach drunter und dann wieder drüber, sodass der Strang zwischen zwei Strängen eingewebt wird. Dadurch entsteht ein hübsches Webmuster.

    Die Ausgangssituation ist die gleiche wie beim klassischen Hefezopf mit drei Strängen: Legt die vier identisch großen Teigrollen vor euch auf das Backblech und drückt die Spitzen an einem Ende für mehr Halt zusammen. Auch hier zählen wir die Stränge von links außen nach rechts außen immer in der laufenden Reihenfolge 1 – 2 – 3 – 4.

    Grafische Anleitung zum Flechten eines Hefezopfs mit vier Strängen
    Beim viersträngigen Osterzopf geht's beim Flechten drunter und drüber

    So flechtet ihr den Hefezopf mit 4 Strängen:

    Schritt 1: Beginnt rechts außen und legt Strang 4 nach links über den danebenliegenden Strang 3.

    Schritt 2: Führt den neuen Strang 3‘ unter den danebenliegenden Strang 2. Anders gesagt: Der zweite Strang wird nach rechts über den dritten Strang geschlagen.

    Schritt 3: Den neuen Strang 2‘ über Strang 1 legen. Der ehemals vierte Strang hat sich also zum neuen ersten Strang gemausert.

    Schritt 4: Nun ist wieder Strang 4‘ dran: Legt ihn erst über Strang 3‘‘, dann unter Strang 2‘‘ und schließlich über Strang 1‘‘.

    Schritt 5: Diese Bewegung von rechts außen zur Mitte nach links außen wiederholt ihr durchgängig bis zum Schluss. Sind die Stränge zu kurz zum Weiterwickeln, schlagt ihr sie am Ende unter den Zopf, sodass ein runder Abschluss entsteht.

    Hefezopf flechten: 5 Stränge für ein Halleluja

    Ein Hefezopf mit 5 Strängen klingt vielleicht kompliziert, ist aber nicht viel schwieriger zu flechten als ein 4-Strang-Zopf.

    Ein geflochtener Hefezopf mit 5 Strängen auf einem Blech vor hellem Hintergrund
    Der fünfsträngige Osterzopf macht optisch einiges her

    Die Grundtechnik bleibt gleich, mit dem einzigen Unterschied, dass ihr euren Arbeitsstrang diesmal vier statt drei Stränge weiterwandern lasst. Beginnt wie beim viersträngigen Hefezopf beim äußersten rechten Teigstrang und arbeitet euch Strang für Strang nach links zur ersten Teigrolle vor.

    Der Teig wird dazu in fünf gleichmäßige Rollen aufgeteilt. Diese fächert ihr wie beim klassischen Dreistrang-Zopf vor euch auf und drückt die Teigspitzen oben fest, sodass der Zopf beim Flechten und Weben nicht verrutscht. Auch hier nummerieren wir die einzelnen Stränge gedanklich von links nach rechts als 1 – 2 – 3 – 4 – 5. Los geht’s!

    Grafische Anleitung zum Flechten eines Osterzopfs mit fünf Strängen
    Der 5-Strang-Hefezopf wird genauso geflochten wie der 4-Strang-Hefezopf

    So flechtet ihr den Hefezopf mit 5 Strängen:

    Schritt 1: Strang 5 über Strang 4 legen.

    Schritt 2: Der neue Strang 4‘ wandert nun unter Strang 3.

    Schritt 3: Den neuen Strang 3‘ über Strang 2 legen.

    Schritt 4: Den neuen Strang 2‘ unter Strang 1 legen.

    Schritt 5: Das Spiel wiederholt sich mit dem neuen Strang 5‘, der über Strang 4‘‘, unter Strang 3‘‘, über Strang 2‘‘ und unter Strang 1‘‘ geflochten wird.

    Schritt 6: So lange weiterflechten, bis euch die Teigstränge ausgehen. Dann die Enden zusammendrücken und umschlagen, sodass sie unter dem Zopf liegen und damit unsichtbar werden.


    Lust auf eine runde Sache? Dann probiert unseren süßen Hefekranz nach italienischem Vorbild aus – eignet sich auch perfekt als essbares Osternest.