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Lifestyle

Silvester in Italien: So geht Capodanno

Was haben rote Unterwäsche und Linsen mit Silvester zu tun? In Italien tatsächlich so einiges! Wie Silvester in Italien gefeiert wird und welche Leckereien aus der Cucina Italiana auf den Tisch kommen, erzählen wir euch hier!

Ann-Christin
Ann-Christin, Redaktion

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und das bedeutet: Silvester steht vor der Tür! Also, genau der richtige Anlass für uns euch Silvester in Italien vorzustellen. Wie feiert man das Ende Jahres in Italien genau? Welche Köstlichkeiten und Traditionen erwarten euch? Hier verraten wir es euch!

Wo feiert man Silvester in Italien?

Capodanno, wie man Silvester in Italien nennt, feiert man traditionell mit der Familie und/oder mit Freunden. Dafür trifft man sich bereits relativ früh am Abend, um gemeinsam zu essen und sich auf das kommende Jahr vorzubereiten, ähnlich wie in Deutschland. Je nachdem, wo man sich aufhält, ändert sich der Dresscode: Zu Hause hält man es eher lässig, während man in Restaurants oder Clubs gerne etwas dicker aufträgt.

Typisch für italienisches Silvester ist es aber zum Beispiel auch, über die Feiertage zu verreisen. Beliebt sind dabei vor allem die Bergregionen Italiens – Orte wie Bormio oder Livignio in der Lombardei oder die Berge Südtirols sind dabei die Hotspots für Silvester.

Das richtige Essen zum italienischen Silvester – mangia, mangia!

Nicht nur an Weihnachten gibt es in Italien reichlich zu essen, sondern auch an Silvester. Jedoch haben viele der typischen Silvestergerichte in Italien eine ganz besondere Bedeutung. So essen die Italiener z. B. liebend gern Linsen an Silvester. Warum? Man sagt, die Linsen symbolisieren Geldstücke. Daher gilt: Je mehr Linsen man an Silvester isst, desto reicher wird man im kommenden Jahr.

Auch andere Lebensmittel wie Granatäpfel oder Weintrauben werden aus diesem Grund gerne an Silvester angeboten. ​Das Rot der Granatäpfel steht für Reichtum, Glück und Fruchtbarkeit – zur Farbe Rot später mehr. Neben Linsen und Früchten kommt auch Fleisch, vor allem Schweinefleisch, in Italien häufig auf den Tisch. Das gehaltvolle Fleisch in Form von Koteletts und Co. steht ebenfalls für Überfluss und Wohlstand.

Wer viele Personen bewirten muss, greift zu Lasagne und Pasta al forno. Diese Gerichte lassen sich gut vorbereiten und schmecken einfach jedem! Wer die klassischen Gerichte etwas ausgefallener servieren möchte, dem empfehlen wir unsere Varianten mit Salsiccia, alla sorrentina oder vegetarische Auberginenlasagne. ​

Typische Silvesterbräuche in Italien

Ähnlich wie das Bleigießen in Deutschland zum festen Bestandteil eines typischen Silvesterfestes gehört, gibt es auch in Bella Italia Bräuche, die man nicht vernachlässigen darf.

Lasst es Geld regnen – deswegen müssen Linsen auf den Tisch

Wie bereits erwähnt, sind Linsen, oder besser gesagt lenticchie, ein super beliebtes Gericht an Silvester. Die Linsen werden dabei häufig mit der weitverbreiteten Cotechino, einer Rohwurst aus Schweinefleisch, serviert.

Warum trägt man in Italien rote Unterwäsche zu Silvester?

Vielleicht habt ihr schon von diesem Brauch gehört, vielleicht auch nicht. Ja, in Italien trägt man an Silvester rote Unterwäsche – auch die Männer. Warum? Die Italiener sind als Romantiker und feurige Liebhaber bekannt und deswegen spielt natürlich auch die Liebe an Silvester eine wichtige Rolle. Mit der roten Unterwäsche soll dem Glück in der Liebe etwas auf die Sprünge geholfen werden, denn Rot ist ja bekanntlich die Farbe der Liebe. Wenn ihr noch ein Weihnachtsgeschenk für euren Angebeteten oder eure Angebetete braucht, dann ist rote Unterwäsche genau das Richtige!

Was die meisten aber nicht wissen: Die italienische Tradition besagt, dass die Unterwäsche am 01.01. in den Mülleimer wandern muss, damit der Brauch funktioniert. Also, kauft besser keine teuren Seiden-Dessous!

Der Blick in die Liebeszukunft – deshalb werden Hausschuhe geworfen

Ein etwas anderer Brauch, der in unseren Gefilden nicht wirklich bekannt ist, ist das Werfen von Hausschuhen. Das übernehmen meistens junge Mädchen und Frauen, die wissen möchten, ob sie im nächsten Jahr heiraten werden oder nicht. Dazu nehmen sie ihre Hausschuhe und werfen sie über ihre Schulter in Richtung Tür. Wenn die Spitze der Hausschuhe auf die Tür zeigt, wird im nächsten Jahr geheiratet! Wenn nicht, muss wohl im nächsten Jahr nochmal geworfen werden.

Altlasten loswerden, indem man sie aus dem Fenster wirft

Achtung, denn in Italien fliegt an Silvester ganz schön viel rum! Junge Frauen werfen Hausschuhe, um ihrem Liebesglück auf die Sprünge zu helfen. Ganz Italien wirft aber auch alte, nicht mehr gebrauchte Gegenstände aus dem Fenster, um sich von Altlasten und im übertragenen Sinn von Negativem zu befreien. Marie Kondos Ausmist-Technik? Gibt's in Italien schon lange.

Der Klassiker: Konzerte, Feuerwerke & Co.

Natürlich darf ein großes Feuerwerk auch in Italien nicht fehlen. Im Gegensatz zu Deutschland, sind die Italiener aber nicht so feuerwerksverrückt (außer in Neapel, wo das ganze Jahr geböllert wird). Dass man private Feuerwerke veranstaltet, ist eher die Ausnahme. Normalerweise guckt man sich Feuerwerke an, die in großen Runden, wenn nicht sogar von der Stadt oder dem Ort veranstaltet werden.

In den letzten Jahren wurden Feuerwerke vielerorts durch Lichtershows oder Ähnliches ersetzt – der Umwelt und dem Tierwohl zuliebe! Trotzdem dürfen Wunderkerzen auch bei einer privaten Silvesterparty nicht fehlen – für das Feeling.

Wer sich dazu entscheidet, zu einem der vielen Konzerte im Land zu gehen, die auf den Piazze der großen Städte stattfinden, der wird hier eine Show der Superlative geboten bekommen. Am ehesten lassen sich die Konzerte mit der Silvesterparty am Brandenburger Tor vergleichen. Dort treten die angesagtesten Künstler Italiens und des europäischen Auslands auf, um der feierwütigen Meute ordentlich einzuheizen. ​

Der Tag danach – so verbringen die Italiener Neujahr

Im Gegensatz zum Tag zuvor, verläuft der 01.01. meistens eher ruhig. Ausschlafen hat oberste Priorität! Was auf keinen Fall fehlen darf ist natürlich ein vernünftiges Kateressen. Ähnlich wie bei uns zählen dabei Pizza oder die Reste vom Vorabend zu den Favoriten – wenn denn noch was übrig ist.

Wer nochmal groß auftischen möchte (und ja, viele Nonne und Mamme veranstalten nochmal ein großes "pranzo"), bei dem gibt's meist wie am Abend zuvor Fleisch, Fisch, Linsen und Granatapfel. So soll dem Glück und Wohlstand nochmal auf die Sprünge geholfen werden.

Und damit das mit dem Reichtum auch wirklich klappt, solltet ihr am 01.01. das Haus mit etwas Kleingeld in der Jacken- oder Hosentasche verlassen!