Tipps & Tricks

Man nehme ein Glas Wein und schütte es in den Koch

Aber nicht nur! Wir kochen mit Stoff - deswegen gibt's hier Umdrehungen und Geschmack für umme 

Bei Fusel in der Küche fällt dir nur Weißweinsoße und Flambieren ein? Nicht mehr lange, denn wir schmeißen den guten Stoff überall rein und kreieren für euch die coolsten Gerichte mit Wumms.

Einen Schwips müsst ihr nicht befürchten, wirklich viel Alkohol bleibt da meistens nicht übrig. Je nach Garzeit, Temperatur und Art des Fusels kommen zwischen vier und 85 Prozent des Alkohols noch auf den Teller. Reiner Alkohol verdampft zwar schon bei Temperaturen von 78°C, allerdings bestehen die meisten Spirituosen, die man zum Kochen verwendet, größtenteils aus Wasser. Das kocht ja bekanntermaßen erst bei 100°C und verzögert dadurch das Verkochen des Stoffs, genauso wie Fett.

Wird der Alkohol kurz vor dem Servieren zum Essen gegeben bleibt natürlich auch mehr Restalkohol erhalten im Vergleich zu einer Bolognese, die zwei Stunden offen köchelt und ohnehin nur ein Glas Wein enthält. Der Rotweinbraten der 3 Stunden im geschlossenen Bräter gart, hat da schon mehr Wumms, weil der Alkohol zwar verdunstet aber am Deckel kondensiert und zurück in den Sud tropft. Kocht man diesen anschließend noch ein verdampft wiederum einiges vom Alkohol und reduziert den Gehalt. 

Fun Fact: Durch natürliche Gärprozesse enthalten viele Lebensmittel kleine Mengen Alkohol. Was bei Soßen und Suppen meistens noch übrig bleibt wird sogar von sehr reifen Bananen, Sauerkraut oder Kefir überboten.

Was aber beim Kochen zum Glück immer bleibt: Die feinen Aromen, für die wir den guten Stoff ja schließlich schätzen.

Evergreens & Crazy Shit: Die besten Fusel für deine Küche

Weißwein: Der Klassiker unter dem Küchensprit rundet in der trockenen Variante  Fisch- und Gemüsegerichte aller Art ab. Wer gerne mit exotischen Gewürzen kocht sollte mal den süßen Gewürztraminer dazu versuchen

Portwein: Das "Aufspriten" mit Weindestillat erhöht den Alkhologehalt auf 19 bis 22 Vol.-% und eignet sich zum Verfeinern von Schmorgerichten

Sherry: Durch seinen speziellen Reifeprozess erhält der Sherry ein nussiges Aroma und passt so ideal zu Eintöpfen und Suppen

Whiskey: Eignet sich nicht nur als Fleischmarinade (besonders im Smoker) sondern harmoniert auch wunderbar mit Austern

Bier: Schon mal einen Bier-Jus zum Steak probiert?

Brauner Rum: Rum-Rosinen kennt jeder. Dank seiner Geschmacksbandbreite von fruchtig über würzig bis likörartig eignet er sich besonders zum Backen, Aromatisieren von Trockenfrüchten und für Desserts. Ein wenig in Vergessen geraten ist der gute alte Rumtopf

Cognac: Eignet sich hervorragend für Saucen zu Steaks und kommt im Schokoladenkuchen gut zur Geltung

Grappa: Der italienische Tresterbrand verpasst Desserts den letzten Pfiff und verträgt sich exzellent mit Amarettinis

Cointreau: Das feine Orangenaroma des Triple Sec rundet sowohl Saucen als auch Desserts und Konfitüren ab

Amaretto: Klassisch im Tiramisu, verleiht einer Mohnzopf-Füllung ein bisschen mehr Wumms 

Gin: Noch nie mit Gin gekocht? Dann wird's Zeit! Die feinen Gewürznoten von Koriander, Muskat, Ingwer unterstützen in Tomatensuppen oder Zucchinisuppen. Passt aber auch prima in Pasta-Saucen, zu Lachs oder auch im Sorbet

Wermut: Wem die Weißwein-Klassiker zum Fisch zu schnöde sind sollte mal Wermut als Alternative in Fischmarinaden und -soßen probieren, besonders zu Seeteufel und Dorade