Interview

Von Bete bis Schoko-Oliven-Muffins: Meet Hannes!

Von der Erkenntnis, dass heiße Zuckermasse Plastik verbrennt und einer Liste für die perfekte Grundausstattung in der Küche: Hannes, FOODBOOM-Co-Gründer und kreativer Kopf des Homeoffice Lunch, erzählt.
Annalena
Annalena, Redaktion

Meet Hannes!

Hannes, warum bist du Koch geworden?

„Für den Job als Feuerwehrmann war ich zu klein… Spaß beiseite, ich hatte schon mit 6 Jahren Interesse an Lebensmitteln und habe bei dem Versuch, Bonbons aus heißer Zuckermasse herzustellen, beinahe die Küche meiner Eltern in Brand gesteckt. Der Geschäftsmann in mir hat dann in der 4. Klasse Popcorn in der Schule verkauft – in 3 Sorten, versteht sich. Weiter ging’s mit einer Koch-AG, einem Schulpraktikum in der Küche, das ich im Gegensatz zum Büro-Praktikum richtig spannend fand, und schließlich einem Zukunftstag, wo uns die Möglichkeiten des Kochberufs vorgestellt wurden."

Würdest du denselben Weg heute nochmal einschlagen?

„In der heutigen Zeit, nein. Ich würde wahrscheinlich trotzdem eine Kochausbildung machen, dann aber zusätzlich Maschinenbau studieren und im Food-Bereich arbeiten. Jeden Tag klassisch in der Küche zu stehen ist nicht das, was ich machen möchte – das war mir schon nach meinen ersten Jahren in der Küche klar. Das schränkt mich auf die Dauer zu sehr ein – mir fehlt die Kreativität, das Horizont-Erweiternde. 

Aber, wenn ich Zeit hätte, würde ich gerne ein Jahr lang Kindergartenkoch sein – die Kids befinden sich in einer spannenden Phase, das stelle ich mir cool vor. Oder ein eigenes Restaurant – aber auch da würde ich weniger kochen, mehr Konzepte erstellen, mir tolle, abwechslungsreiche Menüs basierend auf meinen Erfahrungen ausdenken und das Ganze immer wieder neu erfinden.“

Wer ist dein großes Kochvorbild, mit dem du gerne einmal kochen würdest?

„Ganz klar: Dieter Müller – der ist bereits seit meiner Ausbildung mein Kochvorbild. Er hat immer auf einem top Niveau gekocht, auf das ich auch wollte – mittlerweile weiß ich zwar, dass die 3-Sterne-Küche nicht mein Ziel ist, bewundere ihn aber trotzdem noch. Bevor es den Begriff überhaupt gab, hat er bereits coole Fusion-Küche gemacht, verschiedene Küchen miteinander kombiniert, sodass es trotzdem harmonisch war, und in einem ganz eigenen, kreativen Stil angerichtet. Ich habe einmal von ihm ein Rezept ausprobiert, das war das perfekte Foodpairing: Schokoladenmuffins mit Oliven – hammergeil!“

Schokoladensoufflé mit Oliven

Hannes' Hommage an das leckere Foodpairing von Dieter Müller – saftiges Schokoladensoufflé mit Oliven!

Geschichten aus aller Welt

FOODBOOM bedeutet auch, mal über den Tellerrand zu blicken. Egal, ob Austernfischen in Namibia oder Kokosmilch-Herstellung in Costa Rica – Hannes und das Produktionsteam haben insgesamt 10 Länder bereist, viel entdeckt und natürlich alle kulinarischen Highlights probiert.

Was war dein bisheriger Lieblingsmoment auf den FOODBOOM-Reisen?

„Eigentlich habe ich unzählige Lieblingsmomente. Was ich immer wahnsinnig spannend fand, war, dass wir alles autodidaktisch gemacht haben, oft ohne Plan irgendwohin geflogen sind und dort eng mit dem Team und den Locals zusammengewachsen sind.

Es gibt keine einzige Reise, auf der wir nicht mindestens einmal bei einem Local zu Hause am Esstisch saßen. So haben wir ganz andere Geschichten gehört, eine neue Sichtweise auf Rohstoffe und Lebensmittel bekommen und manchmal auch die Menschen dort bereichert. Ich kann mich an einen älteren Mann in Costa Rica erinnern, der seit Jahrzehnten das Fruchtfleisch der Kokosmilch seinen Hühnern gab – wir haben ihm erzählt, dass man das in Europa trocknet, mit Zucker und Ei vermischt und Kokosmakronen daraus backt. Sein Gesicht, als wir das mit quasi null Equipment über dem offenen Feuer gebacken und probiert haben, war unvergesslich.“

Wo hast du das beste Gericht gegessen und was war es?

„Auch hier gibt es nicht nur EIN Gericht, sondern so viele Momente und Gerichte, die ich nie vergessen werde. Meistens waren es extrem frische, lokale Lebensmittel, die ganz simpel zubereitet waren – z.B. frisch gepresstes Olivenöl mit Tomaten, Weißbrot und Salz auf Kreta, Pad Thai für 60 Cent an einer Straßenecke in Bangkok, wilder Strandkohl aus Dänemark oder frische Austern in Namibia.

Das verrückteste Gericht, das ich je auf Reisen gegessen habe, war übrigens in Costa Rica: gegrillte Kochbanane mit Speck und Käse gratiniert, dazu Karamellsauce. Das wurde uns als Dessert serviert – einfach verrückt, aber mega interessant.“

Kochbanane Mit Kakaobohnen Und Karamellsauce

Zur nicht ganz so verrückten Version der Kochbanane mit Karamellsauce geht's hier!

It's Showtime!

Die letzten Jahre sind eine wahre Evolution der Hannes-Kochshows: Es fing alles mit „Der Hannes und sein Wölm“ an, weiter ging es mit „FOODBOOM-Live“, dem „Kitchen Kiosk“ und schließlich entstand im Lockdown der „Homeoffice Lunch“, wie wir ihn heute kennen.

Warum zieht es dich vor die Kamera?

„Ich möchte zeigen, dass Kochen unkompliziert sein kann und die Leute sich ruhig trauen sollen. Man kann aus einfachen Dingen so viel rausholen, mit Spaß beim Kochen und ohne Stress. Das möchte ich den Zuschauer*innen mitgeben, aber immer ohne erhobenen Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe. Genau aus diesem Grund haben wir auch FOODBOOM gegründet: Um gemeinsam zu lernen und gleichzeitig Wissen zu vermitteln, in den Austausch zu gehen, auch mal Kritik anzunehmen und so zusammen zu einem leckeren Ergebnis zu kommen!“

Top & Flop

Von Ringelbete bis Hefekloß – Hannes‘ Lieblingszutaten prägen FOODBOOM. Über unter- und überschätzte Lebensmittel und das, was man in der Küche WIRKLICH braucht: Utensilien, Vorräte und Basis-Lebensmittel zum leckeren und kreativen Kochen.

Was ist deine Lieblingszutat?

„Bete in allen Formen und Farben. Meiner Meinung nach ist Bete ein unterschätztes Gemüse, denn man kann damit so viel machen – von Färben über Püree bis hin zu Suppe ist alles möglich. Der Geschmack ist geil, man kann mit Form und Farbe überraschen und immer wieder etwas Neues kreieren. Funfact: Eine Zutat, die ich hingegen überschätzt finde, ist Avocado – den Hype verstehe ich nicht.“

Gibt es etwas, das du gar nicht gerne isst?

Hefekloß – ich mag die Konsistenz nicht. Und Innereien finde ich auch schwierig.“

Was ist dein absolutes Lieblingsessen?

„Eines meiner Kindheitsgerichte: Oma-Nudeln. Das sind Spiralnudeln mit Ketchup-Sauce – esse ich nur 1–2 Mal im Jahr, mag ich aber als Wohlfühlessen richtig gerne. Ansonsten gönne ich mir, wenn es schnell gehen muss, auch ab und zu diese Asia-Nudeln im Becher, die man nur mit heißem Wasser aufgießt. Und die Schmorgurken von meinem Vater, auf die freue ich mich auch einmal im Jahr. Meine Henkersmahlzeit wären übrigens richtig gute Pappardelle alla Bolognese und danach Spaghettieis – ohne Sahne!“

Hannes' Must-Haves für Küche und Vorratsschrank

Manchmal ist weniger mehr. Schafft Platz fürs Wesentliche in der Küche, das ist Hannes‘ Credo. Egal, ob ihr bald in eure erste eigene Wohnung zieht oder einmal richtig Ausmisten wollt à la Marie Condo: Wir zeigen euch, welche Basic Utensilien und Zutaten ihr immer zu Hause haben solltet.

Die wichtigsten Utensilien für jede Küche:

  • Kochmesser

  • Brotmesser

  • Sparschäler

  • Stabmixer

  • Standmixer

  • Sieb

  • Töpfe

  • Pfannen

  • Pfannenwender

  • Schneidebrett

  • feuerfeste Backform

  • Kochschürze

  • …und natürlich eine gute Website wie FOODBOOM.de als Ideengeber!

Must-Haves für den Vorratsschrank:

  • Kokosmilch

  • Bio-Gemüsebrühe

  • gestückelte Tomaten

  • Kichererbsen (Dose oder Glas)

  • Essig (eine Sorte)

  • Öl: Natives Olivenöl und Bratöl

  • Gewürze: Salz, Pfeffer, gutes Currypulver, Muskat, getrocknete Chili, Kreuzkümmel, Kümmel

  • Kartoffeln

  • Nudeln

  • Reis: Risotto-Reis und Wildreis

  • Sesam

  • Sonnenblumenkerne

  • Walnusskerne

  • Mehl

  • Backpulver

  • Trockenhefe

  • brauner Zucker

Kühlschrank-Basics:

  • Eier

  • Zwiebeln

  • Knoblauch

  • Ingwer

  • Rotkohl

  • Möhren

  • Äpfel

  • Tempeh

  • Misopaste

  • Oliven

  • Hartkäse

Bock auf mehr?

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