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Namibia

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Next stop: Namibia!

Abends geht's in Frankfurt rein in den Flieger und morgens in Namibia steigen wir fit und ausgeschlafen aus. Kein Jetlag und praktisch keine Zeitumstellung. Mit Air Namibia fliegt man quasi im Traum nach Afrika und wenn man die Augen öffnet ist man bereits am Ziel. Besser gehts nicht! Angekommen in Namibia gehts zuerst zum Autoverleih. Denn wer Namibia auf eigene Faust entdecken möchte, der kommt um den eigenen SUV nicht herum. Das Land ist ca. 2,5 mal so groß wie Deutschland und hat nur knapp 2 Millionen Einwohner. Wer hier also auf öffentliche Verkehrsmittel oder Taxen hofft, den müssen wir leider enttäuschen. Dafür fühlt man in Namibia die absolute Freiheit. Auch bei uns Stadtmenschen von FOODBOOM hat es nur 24 Stunden gebraucht, bis wir den „Namibian Way of Life“ in uns aufgenommen haben. „Keep Calm and eat some Biltong“, oder so ähnlich. Auf jeden Fall kann den echten Namibianer so schnell nichts aus der Ruhe bringen und das ist für einen entspannten, aber trotzdem erlebnisreichen Urlaub wohl die beste Einstellung.

Tag 1
Ankunft in Windhoek

Ankunft in Windhoek, Namibia um 5 Uhr in der Früh. Sch…, ist das kalt. Ich dachte wir landen in Afrika?! In Namibia fängt nun der Winter an und das bedeutet Temperaturen von ca. 5 Grad in der Nacht. Keine sechs Stunden später und zwanzig Grad wärmer stehe ich auf dem Oshetu Community Market im Stadtviertel Kattatura. Ein offener Markt, der dazu einlädt, ursprüngliche namibische Lebensmittel zu probieren. Das Fleisch ganzer Rinder liegt in der Sonne, überall schwirren Fliegen über Tischen und Töpfen.

Auf Wunsch verkaufen die jungen Männer einzelne Teile, die sie mit Axt und Messer abtrennen. Zehn Meter weiter brennen eine Reihe großer Grills, auf denen Rindfleisch gegart wird. Die Luft steht, es ist heiß und der Duft dieser Fleisch-Auslagen steigt einem bis in den letzten Winkel des Gehirns. Es riecht talgig nach gelbem Rinderfett und Blut. Das ist erstmal gewöhnungsbedürftig, aber es riecht nicht schlecht. Auge und Nase müssen hier das Zusammenspiel erst noch üben und wenn man sich bewusst wird, dass hier am Tag fast 40 Rinder geschlachtet, zerlegt, gegrillt, oder als Frischfleisch verkauft werden, kann man ruhigen Gewissens an den Grill rüberwandern. Wir tun das und reihen uns in die hungrige Meute ein, die sich um die Grills tummeln. Dem Grillmeister geben wir ein paar namibische Dollar in die Hand und er teilt uns einen kleinen Bereich auf dem Grill zu, wo wir uns bedienen können bis unser Guthaben aufgebraucht ist. So kann man sich von Grillstand zu Grillstand bewegen, bekommt die News aus dem Township mit und hat zusammen mit allen anderen eine gute Zeit.

Curry mit Butternutkürbis und Tomaten-Relish
Namibia

Curry mit Butternutkürbis und Tomaten-Relish

20 min
Einfach
€€€

Neben Fleisch bietet der Markt (und wie ich später rausfinde, das ganze Land) auch Brot an. Wir versuchen uns an traditionellem Vetkoek, ein in Fett ausgebackenes Brot, das uns an die deutschen Krapfen erinnert. Gar nicht mal so schlecht! Die meisten angebotenen Lebensmittel sind getrocknet, gesalzen, oder gar fermentiert, wie das Oshikundu. Ein dem Bier doch recht ähnliches Getränk aus vergorenem Mahangu-Mehl. Mahangu ist eine Hirseart und wird vor allem für den sehr weit verbreiteten Milipap verwendet. Ein Brei aus Wasser und eben diesem Mehl, der uns geschmacklich nicht so ganz überzeugt hat. Recht seltsam mundeten auch die getrockneten Mopane-Würmer, die allerdings so reich an Protein sind, dass wir sie trotzdem kaufen, um eventuell eine gute Zubereitungsart zu finden. Wer weiß?

Gefüllte Paprika in scharfer Tomatensoße
Namibia

Gefüllte Paprika mit Hack und Couscous

55 min
Einfach
€€€
Tag 2
Landwirte und Köche in Windhoek

Auf unserer Reise durch Namibia haben wir u.a. das Namibian Institute of Culinary Education, kurz NICE, eine Ausbildungsstätte für namibische Köche besucht und ...

... die Krumhuk Farm, einen biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieb außerhalb von Windhoek.

Tag 3
Okonjima Lodge - Angekommen an einem der schönsten Orte Namibias

Die Okonjima Lodge ist ein wahres Paradies in Afrika! Ab dem Moment, an dem wir in der Villa im Okonjima Nature Reserve ankommen, erleben wir wohl genau das, was man sich unter Afrika vorstellt. Und ja, es ist unglaublich! In einem offenen Landrover fahren wir mit einem Guide durch das Reservat, immer auf der Suche nach Tieren, die hier noch wild leben. Wir sehen Kudus, die zur Familie der Antilopen zählen und Zebras, die aus dem Nichts vor unserem Wagen auftauchen. Und was man zunächst gar nicht fassen kann: Wir verlassen den Landrover, kriechen durchs Gebüsch und entdecken zwei Geparden. Bis auf ein paar Meter können wir uns den eleganten Tieren nähern, die ganz entspannt in ihrem Revier chillen. Und chillen trifft es hier wirklich.

Afrikanisches Gulasch mit Springbock
Namibia

Afrikanisches Gulasch mit Springbock

120 min
Einfach
€€€
Gegen Abend: Braai - das namibische Barbecue

Gegen Abend

Eigentlich war ein kleiner Aperitif im trockenen Flussbett unweit der Elegant Farmstead geplant. Ein erfrischender Gin Tonic, ein bisschen Biltong, Trockenwurst und hausgebackenes Brot für den sich ankündigenden Sonnenuntergang. Soweit der Plan. Aber Pläne sind natürlich dazu da, um sie auch wieder über Bord zu werfen. Und mit namibischer Gelassenheit und Spontanität verwandelte sich das kleine Picknick in ein großes Lagerfeuer mit einem richtig authentischen Braai: Ein einfacher Grillrost und die fantastische Glut des Kameldorn-Holz reichen, um frisches Antilopenfleisch zu grillen. Ein paar Getränke und Steaks später ist es 01:00 Uhr in der Nacht und der namibische Aperitif zu einem ordentlichen namibischen Gelage ausgeartet. Hammer! Besonders beeindruckend: das Erdlochgaren von Springbockfleisch.

Springbockfilet Jäger-Art mit Kalahari-Trüffel
Namibia

Springbockfilet Jäger-Art mit Kalahari-Trüffel

25 min
Mittel
€€
Tag 4
Fahrt nach Swakopmund

Der Wecker klingelt früh. Um genau zu sein ist es 5:30 Uhr, denn vor uns liegen knapp 400 km, um von der traumhaften Lodge in der Mitte des Landes an die Küste Namibias zu fahren. Unser Ziel ist die am Atlantik gelegene Stadt Swakopmund, die in der größten Wüste Namibias liegt. Ein wirklich langer Reisetag, aber nicht ohne Spaß: Wir entdecken die Wüste auf vier Reifen. Nicht mit einem Jeep, sondern einem Quad! Was für ein geiles Gefühl, über dieses Meer an braunem Sand zu düsen, Sonne und Wind zum Trotz. Dieser Spaßfaktor wird nur noch vom Sandboarden getoppt. Schon mal ausprobiert? Am höchsten Punkt einer Düne legen wir uns bäuchlings auf ein Brett und stürzen uns den Hang herunter. Unten angekommen hat man mit Glück nur wenig Sand im Gesicht, aber auf jeden Fall jede Menge Endorphine im Körper! Hammer! Besonders amüsant: Das Hochklettern der Düne gleicht einem Workout für Leistungssportler – ihr seht also, hier kommt jeder auf seine Kosten!

Cocktail mit Sekt und Gingerale
Namibia

Cocktail mit Sekt und Gingerale

5 min
Einfach
€€€

Und da sportliche Aktivitäten bekanntlich belohnt werden müssen, kommt uns die Besichtigung der Craft-Beer-Brauerei nur recht. Während Inhaber Stefan Koepp uns zeigt, wie die Biere gebraut werden, freuen wir uns schon auf die Verköstigung der Qualitätsbiere. Natürlich probieren wir uns einmal quer durch die Karte, bis wir unseren Favoriten gefunden haben: Ein Helles, bitte!

Eistee mit Gin
Namibia

Iced Tea mit Gin

5 min
Einfach
€€€

Craftbeer in Namibia? Wir haben es erlebt! Im Video erfahrt ihr mehr:

Tag 5
Austern fischen in Walvis Bay

Am nächsten Tag geht’s für uns nach Walvis Bay und wir freuen uns schon wie die Kinder darauf, heute endlich mal etwas anderes als gegrilltes, oder getrocknetes Fleisch zu essen. Wir fahren nämlich raus auf den Atlantik und besuchen einen echten Austern-Farmer. 

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Auf der Olivenfarm Shalom

Am Nachmittag geht es dann etwas ruhiger zu: Wir sind auf der Olivenfarm Shalom in Swakopmund. 

Tag 6
Der beste Apfelkuchen Namibias

Kaum haben wir Walfis Bay verlassen, wird uns die Stadt Solitaire ausgeschildert. Sie liegt direkt auf unserem Weg und da Olaf eh schon sehr viel über den legendären Apfelkuchen von dort gehört hat, fällt die Entscheidung nicht schwer, sich Solitaire einmal genauer anzusehen. Nach etlichen Kilometern Schotterpiste und Staubwegen werden wir nicht schlecht überrascht. Solitaire ist keine Stadt, kein Dorf, nein, nicht mal ein winziges kleines Kaff, sondern lediglich eine Tankstelle! Die einzige Tankstelle weit und breit „in the middle of f… nowhere“. Und hier soll’s jetzt den geilsten Apfelkuchen geben? Wir schauen uns in der Tanke um und treffen John, den Besitzer, der uns versichert, dass wir hier goldrichtig sind. Er lädt uns in die Backstube ein und will das Geheimnis dieses Apfelkuchens lüften, der weit über die Landesgrenzen Namibias hinaus bekannt ist.

Wir staunen nicht schlecht als wir ein Blech mit Mürbeteig belegen und anschließend eine 5-Liter-Dose Apfelstücke aufgemacht wird. „Das ist also das Geheimnis?“, lacht Hannes und hilft beim Verteilen der Dosenäpfel auf dem Mürbeteig. Ein paar Handvoll Rosinen, etwas Zimt und eine ordentliche Portion Streusel-Teig. Das war’s! Auch wenn wir über die Dosenäpfel schmunzeln müssen, sehen wir es ein: Wo sollte hier auch ein frischer Apfel herkommen, „in the f… middle of nowhere“? Wir bestellen eine Runde Kaffee und Apfelkuchen fürs gesamte Team, tanken natürlich unsere Autos voll und machen uns vom Acker. Geiler Kuchen!

Welcome to Deadvlei!

Die Strecke zum Atlantik ist so surreal, dass man das Gefühl hat, sich auf einem anderen Planeten zu befinden. Sand, Sand und nochmals Sand. Die Dünen werden immer höher und immer imposanter. Wir müssen hier unbedingt aussteigen und durch die Dünen laufen. Wer als Kind gerne in der Sandkiste gespielt hat, für den werden hier Träume wahr. Denn wo sonst gibt es so eine riesige Sandkiste?

Wer die 45 km durch die Dünenlandschaft Sossusvlei fährt, kommt am Ende auf einen Parkplatz, von dem man zu Fuß über ein paar kleinere Dünen wandert. Nach ca. 20 Minuten erreicht man dann das sogenannte Deadvlei, ein (durch die massive Trockenheit konserviertes) Flussbett mit skurrilen Baumskeletten. Das Schauspiel lohnt besonders zum Sonnenuntergang, da die tiefe Sonne richtig lange Schatten auf die Bäume wirft.

Die angrenzenden Dünen sind bis zu 300 Meter hoch und laden natürlich für ausdauernde Wettkämpfe ein. Allerdings sollte man sich rechtzeitig wieder auf den Rückweg machen, da man den Dünen-Park pünktlich zum Sonnenuntergang wieder verlassen muss.

Tag 7
Green Market in Windhoek

Wer auf dem Green Market in Windhoek richtig abstauben will, muss sich schon früh morgens auf den Weg machen. Der kleine Biomarkt ist beliebt und zahlreich besucht. Neben verschiedensten Klein-Anbietern verkauft auch die Krumhuk Farm hier. Das Angebot ist vielseitig: Von selbstgemachten Chutneys, über Käse, Gemüse und Marmeladen bis hin zu Handarbeiten und Kunst ist hier alles vertreten. Man tauscht sich aus, trinkt Kaffee zusammen und entspannt. Ein gutes Ziel, um den Tag zu beginnen.

Für alle, die in Namibia auf Reisen sind und lange Autofahrten vor sich haben, kommt hier ein Tipp: Besorgt euch unbedingt ein paar Trockenwürste und Biltong. Das ist nicht nur absolut typisch namibische Kost, sondern auch praktisch, denn die Würste benötigen keine extra Kühlung. Egal ob auf dem Green Market, im Supermarkt oder an der Tankstelle – Biltong und Trockenwürste gibt es überall im Land zu kaufen. Ähnlich einfach ist die Herstellung: Das Fleisch wird in unterschiedlich große oder kleine Stücke geschnitten, mit einer Gewürzmischung versehen und anschließend in der heißen und trockenen Namibia-Luft getrocknet. Die wichtigsten Zutaten für die Gewürzmischung sind Chili und Koriandersamen. Das beste Biltong wird aus den wild lebenden Antilopen Oryx, Springbok, oder Kudu hergestellt. Rind ist aber auch sehr beliebt und günstiger.

Unter Biltong könnt ihr euch immer noch nicht so richtig etwas vorstellen? In unserem Video zeigen wir euch, wie Biltong hergestellt wird.

Nachmittags: Traditionelle namibische Küche auf Elegant Farmstead

Mit unserem Jeep fahren wir 25 km Grundstraße bis wir die Elegant Farmstead erreichen. Dort treffen wir Anna, die mit ihren beiden Töchtern Mammise und Mosikie in der Küche arbeitet. Die Batswana- und Tswana-Ladies die uns zum traditionellen Kochen einladen, stammen ursprünglich aus dem südlichen Afrika. Eine Kochausbildung hat hier niemand. Diese Frauen kochen mit viel Herz und Leidenschaft und stets mit traditionell namibischen Lebensmitteln. Die Mädels schwingen die Kochlöffel, schmecken hier ein bisschen ab und würzen dort ein wenig nach und haben im Handumdrehen ein 3-Gängemenü gezaubert, welches den Namen „Farmküche“ völlig zu Recht trägt. Eine sättigende Butternutkürbiscreme-Suppe mit Ingwer, ordentlich fleischige Lammhaxen (Lamb Shank) und eine reine Zucker-Explosion zum Nachtisch namens Malva-Pudding. Welcher Farmer würde sich das nach einem langen Arbeits-Tag nicht schmecken lassen?

Butternutkürbissuppe mit Ingwer
Namibia

Butternutkürbis-Suppe mit Ingwer

50 min
Einfach
€€€€