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Kolumbien

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Ab nach Kolumbien!

Noch vier Stunden, dann sitzt unsere achtköpfige Crew im Flieger und es heißt endlich: rein in die bunte Vielfalt Kolumbiens! Wir wollen hinter die Fassade gucken und das authentische, das kulinarisch reichhaltige und das lebensbejahende Kolumbien kennenlernen!

Und noch etwas fasziniert uns: die kulinarische Vielfalt des Landes. Es gibt Kaffee und Kakao, diverse bittersüße Früchte und kräftig bitteren Rum. Genau diese Aromen wollen wir kosten, um zu ergründen, wie dieses Land schmeckt. Hierfür bereisen wir an nur acht Tagen drei verschiedene Klimazonen. Beginnend auf 1.400 Höhenmetern in Pereira, besuchen wir anschließend auf null Höhenmetern Cartagena an der Karibik-Küste und schließlich Kolumbiens Hauptstadt Bogotá auf 2.700 Höhenmetern. Packt die Sombreros ein, wir fahren nach Kolumbien!

Tag 1
Pereira – Kaffeekultur in der Stadt

Nach 15 Stunden Flugzeit erreichen wir endlich unsere erste Station in Kolumbien: Pereira. Satte 26 Grad und 70 % Luftfeuchtigkeit. Insgesamt befinden wir uns auf 1.400 Höhenmetern. Trotz Regenzeit ist der Himmel blau und die Sonne scheint. Pereira liegt am Fuß der Anden, im sogenannten Kaffeedreieck. Hier wird der größte Kaffeeanteil Kolumbiens angebaut. Morgen wollen wir eine Kaffeefarm besuchen, aber für heute steht erstmal Pereira selbst auf unserem Programm. Wir möchten das Treiben auf den Straßen beobachten, kolumbianisches Streetfood ausprobieren und vor allem die Kaffeekultur der Einheimischen kennenlernen!

Bei unserem Bummel durch Pereira stellen wir schnell fest: Kaffee ist in Kolumbien definitiv kein Hipstergetränk wie bei uns! Auch wenn es ein paar Cafés gibt, die über Zubereitungsarten wie Cold Drip, Cold Brew oder V-50 bis hin zu Klassikern wie Cappuccino oder Latte Macchiato alles anbieten, was der Kaffeeliebhaber auf dem Herzen hat, ist dieser Trend hier nicht so verbreitet wie in Europa. Eine Besonderheit und Institution zugleich, sind die sogenannten Kaffeejeeps (Camperito del Café), eine Art kolumbianische Antwort auf den bei uns allseits beliebten Coffee to go. Der „tinto“, wie er hier genannt und getrunken wird, ist schwarzer, mit Zucker gesüßter Kaffee. Obwohl sich der tinto vom Jeep so viel authentischer und kolumbianischer anfühlt, schmeckt er leider furchtbar. Da war der Kaffee aus den Hipsterläden schon deutlich besser ...

Tag 1
Abends in Pereira

Es muss ja nicht immer Kaffee sein. Für alle, die in Pereira einen Zwischenstopp einlegen, haben wir noch einen Geheimtipp: El Rincon Clasico. Das ist der perfekte Laden, um den Abend ausklingen zu lassen: eine urige Bar, jede Menge Schallplatten (mehr als 1.300!) und der 80-jährige Inhaber ist DJ und Barkeeper in einem. Nach der anstrengenden Reise durch unwegsames Gelände an einem ziemlich heißen Tag gönnen wir uns ein paar Gläser kaltes Bier gepaart mit echtem kolumbianischen Rum. Was für eine wunderbar obskure Kneipe! Wir genießen unser Bier, lauschen alten kolumbianischen Schallplatten und freuen uns auf die Tage, die noch vor uns liegen.

Ihr wollt einen ersten Vorgeschmack auf die kulinarischen Genüsse Kolumbiens erfahren? Wir haben unsere Top 10 hier für euch zusammengefasst.

Tag 2
Zu Besuch auf einer Kaffeeplantage

Die erste Nacht haben wir gut überstanden. Es ist unverändert feuchtwarm draußen, aber wir gewöhnen uns langsam dran. Heute geht es zur Hacienda Genova, einer knapp 120 Jahre alten Kaffee Finca, die seit jeher in Familienbesitz ist. Dort werden wir eine Menge über den Anbau der Kaffeebohne erfahren. Schon auf dem Weg dorthin fahren wir an unendlichen Kaffeeplantagen entlang. Beeindruckend. Wir sind sehr gespannt, was uns auf der Finca erwartet und freuen uns auf reife Kaffeekirschen, Erntehelfer und die verschiedenen Steps der Aufbereitung. Es soll jedoch anders kommen.

Beim Spaziergang durch die riesigen Kaffeeplantagen sehen wir zwar Kaffeekirschen an den Bäumen und auch ein oder zwei Erntehelfer, die sich jedoch bei genauerer Betrachtung als Gärtner herausstellen. Tja, auch eine kolumbianische Kaffee-Hacienda hat an einem Samstagnachmittag irgendwann mal Feierabend. Wir waren heute einfach zu spät dran! Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, durch die Plantagen zu schlendern. Uns fällt auf, dass zwischen den einzelnen Kaffesträuchern Bananenstauden stehen. Auf diese Weise kann den Feldarbeitern eine günstige Mahlzeit angeboten werden. Die meisten Menschen, die hier in den Plantagen arbeiten, sind nämlich Wanderarbeiter, die auf den Fincas übernachten und dann weiterziehen.

Kolumbien ist nach Brasilien und Vietnam weltweit der drittgrößte Kaffeeproduzent und baut ausschließlich Arabica-Bohnen an. Das ist besonders beeindruckend, wenn man sich vor Augen führt, dass in Kolumbien auf „nur“ 800 000 Hektar Kaffeeplantagen stehen, während es in Brasilien über 2 Mio. Hektar sind. Für ein Kilo Kaffee erhält der Kaffeebauer im Schnitt 600 Pesos, das sind umgerechnet gerade mal 17 Cent.

Endlich sehen wir das erste Mal in unserem Leben eine reife Kaffeekirsche von Nahem und staunen nicht schlecht, als wir erfahren, dass jede Kaffeekirsche einzeln und per Hand gepflückt werden muss, weil nicht alle Früchte zur selben Zeit reif sind. Es gibt auch keine Maschine, die den Erntehelfern diese Arbeit abnimmt. Was für eine harte und müßige Tätigkeit! Auch deshalb ist Kaffee nach wie vor ein teures Exportgut und uns wird bewusst, wie glücklich wir uns schätzen können, diese tolle und hart erarbeitete Rohware jeden Tag genießen zu dürfen. Etwas nachdenklich gestimmt fahren wir zurück in die Stadt.

Tag 3
Marsella – Kakao aus erster Hand

Was bei uns der morgendliche Kaffee, ist für die Kolumbianer eine Tasse heißer Kakao! Ja, tatsächlich ist Kakao in Kolumbien ein sehr beliebtes Frühstücksgetränk. Mit Wasser und etwas Zuckerrohrsirup (Panela) aufgekocht, schmeckt er herrlich aromatisch und ist überhaupt nicht mit dem Instantpulver aus deutschen Supermärkten zu vergleichen! Trotzdem waren wir etwas überrascht, dass die Kolumbianer zu ihrer heißen Schokolade ein Stück weißen, dem Mozzarella ähnelnden Kuhmilchkäse reichen. Ganz nach dem Motto „Eintunken, abbeißen, trinken“ starten wir unseren Tag auf traditionell kolumbianische Weise und sind überrascht: schmeckt gar nicht schlecht!

Nach unserem kleinen Frühstück laden wir unsere achtköpfige Crew in zwei Jeeps – aber nicht in irgendwelche, sondern in die legendären Willys! Das sind amerikanische Jeeps, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Kolumbien gebracht wurden und seitdem als inoffizielle offizielle Verkehrsmittel die Einheimischen von A nach B transportieren. Den Spaß wollten wir uns natürlich nicht nehmen und fuhren mit den Willys zu Fernando auf seine kleine Kakaofarm außerhalb von Marsella. Seit nunmehr 7 Jahren betreibt er seine biologische Kakao-Farm und baut neben Kakao auch Kaffee, Bananen, wilde Kräuter, Baumwolle, Orangen, Zitronen, Mandarinen, Mangos und vieles mehr an. Fernando hat einfach alles in seinem Garten und ist sichtlich stolz auf seinen Reichtum.

Tag 4
Cartagena - ein kulinarischer Stadtbummel

Stellt euch das Badezimmer vor. Die Tür ist zu und jemand duscht 20 Minuten lang richtig heiß – und dann geht ihr da rein! Willkommen in Cartagena an der Karibikküste. Heute umhüllt uns ein feuchter Film aus gefühlten 150 % Luftfeuchtigkeit und 40 Grad. Keiner von uns fühlt sich in der Lage, auch nur einen Handschlag auszuführen. Man muss sich erstmal ein wenig akklimatisieren – und das tun wir, indem wir einen Streifzug durch die Unesco geschützte Altstadt wagen. Verglichen mit der ruhigen Kaffeezone, ist Cartagena eine ziemlich troublige Touristenattraktion. Es sind viele Menschen auf den Straßen und wir probieren verschiedenstes Streetfood: Empanadas mit unterschiedlichen Füllungen, die direkt vor unseren Augen frittiert wurden, Eis mit Kodensmilchüberzug, frische Früchte und Kokoswasser aus einer just geöffneten Kokosnuss. So lässt es sich aushalten!

Die Menschen in Cartagena

Das bunte Treiben in der Altstadt von Cartagena gefällt uns und die ganze Stadt ist unglaublich schön und bunt. Überall sitzen Papageien auf Balkongeländern und Dachrinnen und die Menschen sind alle sehr freundlich. Bisher haben wir noch nicht einmal für den Hauch einer Sekunde Aggressivität erlebt oder das Gefühl gehabt, dass es irgendwo gefährlich sein könnte. Wir haben beste Laune und lassen uns von der Atmosphäre dieser Stadt mitreißen. Unser Guide erzählt uns, dass die Stadtmauer, die Kirchen und alle wichtigen Stadtgebäude komplett aus Korallen erbaut wurden. Hammer! Das sieht man nicht alle Tage und wir kommen so richtig in Piratenstimmung. Da Cartagena früher sehr häufig von Piraten heimgesucht wurde und die Einwohner sich mit Rum freikaufen mussten, freuen wir uns schon auf den letzten Programmpunkt für heute: ein echtes Rum-Tasting.

Rum und Piraten

Hierfür gehen wir zu Abraham ins El Arsenal. Abraham besitzt Kolumbiens größte Auswahl an heimischen Rumsorten. Da die meisten ausschließlich für den Export bestimmt sind, ist das alles nur halblegal, aber so schmeckt es dann sogar noch etwas besser. „Piratenstyle“ halt. Wir probieren unter anderem den Ron Hechicera, den Ron Dictador und den Ron Parce. Passend dazu reicht Abraham Schokolade und erzählt spannende Anekdoten aus den Zeiten, als hier noch die Piraten wüteten. So erfahren wir unter anderem, dass man irgendwann auf die Idee kam, die Rumflaschen so zu gestalten, dass sie wie eine Boje im Wasser schwammen. Wenn ein Schiff kenterte und unterging, konnte man den guten Rum anhand der schwimmenden Flaschen erkennen und wieder einsammeln. Doch es kommt noch besser: Die Piraten, die vor Cartagena an Land gingen, wurden mit bestem Rum bezahlt. Quasi als Dankeschön, dass sie die Stadt in Ruhe lassen und weiterziehen. Wenn sie dann wieder an Bord gegangen sind, um abzufahren, wurden sie von den Kolumbianern beschossen und die Rum-Bojen konnten wieder eingesammelt werden. Nur eine Räuberpistole? Keine Ahnung, aber uns hat es gefallen!

Ihr habt auch Lust auf ein kolumbianisches Rum-Testing? Dann solltet ihr bei unserem Kolumbien-Gewinnspiel mitmachen!

Tag 5
Der berühmt-berüchtigte Mercado de Bazurto

Auch wenn wir bereits den zweiten Tag in Cartagena sind, das Wetter macht uns zu schaffen. Für uns Europäer ist die extrem hohe Luftfeuchtigkeit an der Küste eine große Umstellung, aber wir sind tapfer. Zum Frühstück gibt es Reis mit Curry, im Bananenblatt gedämpft. Sehr lecker und sehr ungewohnt für 6:00 Uhr in der Frühe.

Heute besuchen wir den Mercado de Bazurto. Ein berüchtigter Markt in Cartagena, der nach Meinung vieler Zeitungen zu gefährlich und zu skurril für Touristen ist. Ein Markt für Einheimische, der authentischer nicht sein könnte. Uns ist etwas mulmig zumute, aber die Neugier überwiegt, schließlich soll dieser Markt alles feilbieten, was Kolumbien an Lebensmitteln zu bieten hat. Nur dort soll man Früchte und Gemüse aus allen möglichen Ecken des Landes beschaffen können. Keine Ahnung, was wir erwarten dürfen, aber wir sind gespannt. 

Tag 5
Video: ein Rundgang auf dem Mercado de Bazurto

Tetris mit Rinderköpfen

Sei ganz nah dabei, wenn Hannes und Olaf das erste Mal mit der unglaublichen Vielfalt des berühmten Mercado de Bazurto in Berührung kommen. Wir haben für euch alle Eindrücke in einem kurzen Video zusammengefasst.

Tag 6
Cienaga de la Virgen

Mit Fischern in den Mangrovenwäldern

Es ist Punkt 4:00 Uhr in Cartagena und der Wecker reißt uns unbarmherzig aus dem Schlaf. Keine Frage, heute kostet es uns Überwindung aufzustehen, aber Termin ist Termin: Wir wollen zum Fischerdorf „La Boquilla“ aufbrechen, um mit den Einheimischen in den Mangrovenwäldern zu angeln. Noch etwas schläfrig treffen wir am Strand ein und werden sehr herzlich von den Fischern vor Ort empfangen, die uns direkt, jeweils zu zweit, auf kleine Holzkanus verteilen. Eine etwas wackelige Angelegenheit, aber schließlich kriegen wir auch unser Filmequipment unfallfrei untergebeacht und sind ready to take off.

Durch die Mangroven

Ganz ehrlich? Wir sind etwas aufgeregt. Schließlich geht man nicht jeden Tag mit echten Kolumbianern zum Fischen in die Tropen! Doch viel Zeit zum Überlegen bleibt uns ohnehin nicht: Wir sind schon mittendrin im Abenteuer und fahren immer tiefer ins Gehölz. Im Vergleich zum geschäftigen Treiben in Cartagenas Altstadt gestern, herrscht heute unfassbare Stille. Das braucht es auch, wenn man Fisch fangen will. Und während wir so durch das ruhige Gewässer gleiten, müssen wir uns immer wieder kneifen, so surreal fühlt sich die ganze Situation an. Touristen-Programm ist das eine, aber Fischen gehen mit Einheimischen, das ist eine ganz andere Liga! Wir fühlen uns auserwählt und sind stolz, Teil dieses Ereignisses sein zu dürfen.

Rund um die Boote tummeln sich Hunderte von Fischen unter der Wasseroberfläche. Krebse sonnen sich auf den Mangrovenwurzeln und selten huscht sogar ein kleiner Kaiman ins Wasser. Einfach abgefahren! Als wir die Fischereigründe erreichen, versuchen wir uns, zur Belustigung und unter Anweisung der Fischer, im Angeln. Sie zeigen uns sogar drei verschiedene Fangmethoden, aber in keiner können wir uns wirklich profilieren:

1) Fangleinen, bestehend aus einem rostigen Haken und einer Angelsehne, die ausgeworfen werden

2) Sogenannte Atarrayas, das sind Netze, die so raumgreifend wie möglich ausgeworfen werden

3) Eine Art Treibjagd, bei der Netze zwischen Bäumen aufgespannt werden. Anschließend sorgt man für ordentlich Lärm, damit die Fische aus Angst ins Netz schwimmen

Zusätzlich werfen wir Krebsreusen aus – die waren mit Abstand unsere erfolgreichste Methode. Krebse aus Kolumbien sind sehr gefragt. Die Fischer erzählen uns, dass besonders Asiaten für die Schalentiere richtig viel Geld zahlen.

Tag 6
Zurück an Land

Mit insgesamt vier Krebsen und zwei Fischen kehren wir schließlich zum Strand zurück und bereiten gemeinsam mit der Fischersfrau Milena die Ausbeute zu. Direkt in einer Hütte am Strand, zwischen Moped und Gewürzregal weist uns Milena in die Kunst der selbstgemachten Arepas ein. Arepas, das sind Maisfladen mit einer Füllung aus Fleisch und Käse oder Ei, je nach Region. In der Karibik werden sie traditionell mit Schweinehackfleisch und einem rohen Ei gefüllt und anschließend frittiert. Man kriegt Arepas in Kolumbien an jeder Ecke und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Selbst zum Frühstück sind sie sehr beliebt. Nach dem ersten Bissen verstehen wir auch, warum das so ist: Megalecker! Vergesst Rührei mit Speck zum Frühstück, Arepas sind so viel besser! Wir verraten euch das Rezept:

International!

Arepas mit Rindfleisch und Ei

70 min
Mittel
€€€

Doch von Arepas allein wird eine ganze Horde Fischer natürlich nicht satt. Deshalb beginnen wir, unsere gefangenen Sardinen auszunehmen. Sie werden später ebenfalls frittiert. Dazu gibt es Kokosreis und gekochte Krebse mit duftendem Knoblauch. Für uns ein grandioses Festmahl, nach diesem ereignisreichen Tag!

Abends an der Küste

Als der Abend langsam heranbricht, gehen wir noch ein bisschen am Strand von Baru spazieren und gönnen uns den fettesten Pina Colada unseres Lebens! 

Pina Colada in Ananasglas
COCKTAILS

Einfacher Piña Colada

10 min
Einfach
€€
Tag 7
Bogotá – die Hauptstadt Kolumbiens

Als wir morgens aus dem Flugzeug steigen, werden wir etwas wehmütig. Heute beginnt der letzte Abschnitt unserer Reise. Nach der Kaffeezone und der Karibik-Küste verbringen wir die letzten beiden Tage in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Rund jeder sechste Kolumbianer wohnt hier, das macht insgesamt 9 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 45 x 20 Kilometern.

Kaum angekommen, machen uns die Höhenmeter (insgesamt 2.700 Meter) sehr zu schaffen. Schon das Schleppen des Equipments lässt uns in Schweiß ausbrechen. Nachdem wir in unserem Hotel eingecheckt haben, treffen wir Diana und Diana. Die beiden bieten die Food by Foot-Tour in Bogotá an, eine Stadtführung ganz nach unserem Geschmack: Insgesamt besuchen wir sechs verschiedene Lokale, essen und flanieren durch die Innenstadt Bogotás und erfahren mehr über die Esskultur Kolumbiens. Herrlich! Abgesehen von den besten Arepas und Empanadas der Stadt, probieren wir sogenannte Obleas. Das sind Oblaten, die mit einer fruchtig-süßen Creme aus der hiesigen Andenbeere gefüllt werden. Dazu gibt es Karamellsauce. Sehr lecker!

Beim nächsten Ess-Stopp gönnen wir uns ein warmes Lunch in Form von diversen Suppen. Olaf probiert Changua, eine typische Frühstückssuppe in Bogotá, die auch gerne nach einem Hangover gegessen wird. Die Mischung aus Ei, Knoblauch, Milch und eingeweichtem Toast ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber auch Hannes` Teller sieht spannend aus: Zuckerwasser mit Kuhmilchkäse und einer Art Quarkbrötchen. Unser Highlight ist ganz klar Sancocho de Gallina, ein Eintopf mit Hühnerfleisch, Kochbananen, Kartoffeln und Mais.

Auf dem Markt

Zum Schluss führen uns die beiden über einen großen Markt, auf dem Kolumbiens großer Reichtum an verschiedensten Lebensmitteln in greifbare Nähe rückt. Das reinste Paradies! Im Vergleich zum Mercado de Bazurto in Cartagena geht es hier etwas strukturierter und appetitlicher zu: weniger Gedärme, Innereien und abgehackte Schweinsköpfe. Wir stürzen uns auf das vielseitige Angebot, probieren neue Früchte und lassen uns für die morgige Koch-Session inspirieren. Morgen dürfen wir nämlich endlich wieder selbst kochen – und zwar in einem der bekanntesten Restaurants Bogotás! Hierfür kaufen wir drei verschiedene Kartoffelsorten, frische Kräuter und ein paar Drachenfrüchte ein. Mit vielen neuen Eindrücken und unseren vollgepackten Einkaufstüten verabschieden wir uns von den beiden Frauen.

Tag 7
Coca-Workshop in Bogotá

Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zu Marcella. Sie bietet in der Hauptstadt Backworkshops mit Coca-Mehl an und betreibt einen Laden mit diversen Coca-Produkten, wie Tee, Pulver und Kapseln. Wir staunen nicht schlecht. Hat man sowas schon gesehen? Wir scheinen etwas misstrauisch dreinzublicken, denn wir werden schnell aufgeklärt: Es stimmt zwar, dass all diese Produkte von der gleichen Pflanze stammen, aus der Kokain hergestellt wird, aber mehr hat das Eine mit dem Anderen auch nicht zu tun. Marcella erklärt uns, dass Coca ein kolumbianisches Superfood ist, das viele Vitamine, Proteine, Ballaststoffe, Aminosäuren und Calcium enthält. So wird hier beispielsweise Coca-Tee als Heiltee verwendet, der bei Höhenkrankheit oder Magenbeschwerden hilft. Heute will Marcella uns zeigen, wie man mit Coca leckere und gesunde Plätzchen backen kann. Hierfür mörsern wir getrocknete Coca-Blätter zu feinpulvrigem Staub und vermengen ihn mit einem Mürbteig aus Butter und Maismehl. Olaf inspiziert das Coca-Pulver aus dem Mörser. Es sieht aus wie Matcha-Tee und riecht nach Maté. Echt abgefahren! Nachdem wir den entstandenen Teig ausgerollt haben, stechen wir Plätzchen aus und schieben sie für 15 Minuten in den Ofen. Die fertigen, grünen Plätzchen werden anschließend mit dulce de leche, einer Karamellcreme aus Milch, Zucker und Vanille bestrichen. Wir platzieren überall nochmal ein Plätzchen auf der Creme und streuen etwas Puderzucker drüber. Das Ergebnis schmeckt: Die leicht bittere Note der Coca-Blätter verbindet sich wunderbar mit der Süße vom Puderzucker und dem cremigen Karamell. Schade, dass wir die Plätzchen nur vor Ort genießen und aufgrund der deutschen Gesetzeslage nicht mit nach Hause nehmen dürfen. Sie haben ja schließlich nichts mit Kokain zu tun!

Bogotá ist auf jeden Fall eine Reise wert! Macht bei unserem Gewinnspiel mit und reist mit etwas Glück schon bald selbst ins Foodie-Land Kolumbien!

Tag 8
Chia – auf Entdeckungsreise in Sachen Fleisch

Irgendwann musste es ja so weit kommen: Der letzte Tag unserer Kolumbien-Reise ist angebrochen. Das stimmt uns traurig. Wir haben so unglaublich viel erlebt und gesehen, gekostet und erkundet. Gleichzeitig gibt es in Kolumbien noch so viel mehr zu entdecken! Von den Vorurteilen, die wir im Vorfeld über Kolumbien gehört haben, hat sich nicht eines bestätigt. Ganz im Gegenteil! Überall begegneten uns sehr liebevolle und hilfsbereite Menschen, stets mit einem Lächeln im Gesicht und einer unheimlichen Gelassenheit, wie wir sie selten erlebt haben. Selbst die kolumbianischen Hunde schienen ganz die Ruhe selbst zu sein. Hier leben alle nach dem Motto „Denk nicht so viel an Morgen, sondern lebe im Heute“. Ein buntes Völkchen mit einem grandiosen Reichtum an Lebensmitteln. Ja, dieses Land hat einfach alles und für uns wird es nicht die letzte Reise nach Kolumbien gewesen sein.

Der krönende Abschluss einer solchen Reise?

Wir dachten an einen inspirierenden Ort, der für gute Laune sorgt und klassisch kolumbianische Küche bietet. Ein Ort, an dem wir den Köchen über die Schulter gucken, uns selbst am Herd austoben und traditionelle Gerichte neu interpretieren dürfen. Ein solcher Ort und gleichzeitig eines der besten und bekanntesten Restaurants Kolumbiens ist das Andrés Carne de Res, nur eine Autostunde von Bogotá entfernt. Bisher haben wir in Kolumbien viel Fisch gegessen, deshalb wollen wir uns zum Abschluss dem Thema Fleisch widmen. Abseits von Chorizo-Wurst und frittiertem Bauchspeck hält Kolumbien nämlich auch auf diesem Gebiet extrem spannende kulinarische Highlights bereit. Im Andrés Carne de Res lernen wir eine – für uns bis dato völlig unbekannte – Garmethode für Fleisch kennen, die uns ziemlich umgehauen hat. Ihr wollt mehr erfahren?