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Kulinarische Abenteuer abseits des Kebap Klischees

Die türkische Ägäis Küste liegt an der Westküste der Türkei und bietet auch außerhalb der Saison alles, was wir uns von einem perfekten Urlaub erhoffen. Traumhafte Strände mit klarem und wohltemperiertem Meerwasser, freundliche Menschen, gute 12 Stunden Sonne an Sommertagen zwischen Mai und November und vor allem: EXTREM GUTES ESSEN! Für uns Grund genug eine Woche lang tiefer in die kulinarische Vielfalt der Türkei einzutauchen und abseits des Kebap-Klischees die authentische Küche zu probieren.

„Wie starten wir am besten in die türkische Essens-Kultur?“ fragt Olaf den Hotelmanager Yavuz, der im Hotel TUI BLUE Sarigerme Park gerne Kochkurse für seine Gäste gibt und uns heute einen tieferen Einblick in die türkische Küche wehrt. - Natürlich starten wir erst mal mit Vorspeisen!

„Ich lade dich zu einer typischen Meze-Tafel ein, lieber Olaf, da bekommst du die komplette Bandbreite unserer Küche auf einen Schlag“.

Klingt gut, und die beiden machen sich auf in die Küche. Für eine Mezetafel braucht man viele kleine und unterschiedliche Zutaten und Gerichte, die für alle zusammen in der Mitte des Tisches bereitgestellt werden. Da kommen zum Beispiel Hummus (Kicherbsenpüree) Auberginensalat und Ezeme, eine scharfe Paprikacreme zum Einsatz. Dazu werden kleine Sardinen (Hamsi), gegrillter Oktpous, Oliven, Pide-Brot, und leckerer Schafskäse auf den Tisch.

Einfacher Hummus

570 min
Leicht
€€€€€

Nach dem Olaf mit Yavuz die Auberginen, den Hummus und die Paprikacreme zubereitet haben, gehen die Beiden zum entspannten Teil des Abends über. Mit einem tollen Blick über den traumhaften, kilometerlangen Sandstrand an der türkischen Ägäis und die schick angelegte Garten-Anlage, sitzen Olaf und Yavuz zusammen mit Familie und Freunden am Tisch. 

„Eine echte Meze-Runde beginnt man traditionell mit einem Stück Schafskäse, einem Bissen Honigmelone und einem Schluck Raki, dem türkischen Anis-Schnaps, der mit Wasser verdünnt und eisgekühlt ins Glas kommt.“

Diese Kombination klingt erstmal etwas ungewöhnlich, kommt aber bei Olaf ungewöhnlich gut an. „Salzig, cremig vom Käse gepaart mit der Süße von der Melone ist eine echte Power-Kombi. Dazu diese Frische des Raki – WOW“

So zu starten ist natürlich ein echtes Geschenk und die Runde wird nach und nach immer geselliger. Teller werden gereicht, Gläser angestoßen, Gespräche entstehen und die verschiedenen Gerichte nach und nach weitergegeben und probiert. „Das ist sehr wichtig“, sagt Yavuz. „Bei einer Meze-Runde geht es nicht nur um Essen, sondern darum, dass man die Zeit genießt, gute Gespräche hat und einfach alles um sich herum vergisst."

Olaf ist überglücklich, Yavuz ein hervorragender Gastgeber und das Essen so gut, dass dieser Abend noch bis spät in die Nacht geht und alle Anwesenden eine wirklich gute Zeit miteinander haben. „Das nehme ich mit nach Hause“, sagt Olaf. „Diese Gelassenheit und Entspannung am Esstisch tut nicht nur gut, sondern ist auch gesünder, da man sich nicht so schnell satt ist.“ Großartig.

Habt ihr auch Lust auf türkisch kochen bekommen? Hoteldirektor Yavuz weiht auch euch in die türkische Küche ein! Er versorgt euch mit Tipps, Tricks und Rezepten zum Nachkochen. Und er sorgt für viel Spaß! Versprochen.

VEGETARISCH

Gegrillte Aubergine mit Tomatensugo

30 min
Leicht
€€€€€

Wer bei türkischem Essen sofort an Fleisch denkt, liegt zwar nicht komplett falsch. Fleisch ist in allen Varianten gerne genommen. Jedoch wird hier, wie bereits am ersten Tag bemerkt, recht viel vegetarisch und vegan gekocht, doch vor allem kommen sehr viele Fischgerichte auf den Tisch. Das liegt natürlich an der Nähe zum Mittelmeer, dem Bosphorus und dem Schwarzen Meer. Fisch und Meeresfrüchte soweit das Auge reicht findet man auf dem Fischmarkt in Fetihye. Dieser Markt ist besonders zu empfehlen, da man dort nicht nur frischen Fisch kaufen kann, sondern ihn auch sofort vor Ort in einem Restaurant zubereiten lassen kann. Also frischen Fisch kaufen, dem Händler zeigen in welchem Restaurant man sitzt und eine Zubereitungsart wählen. Fertig!

In den Restaurants kann man dann aus etlichen Vorspeisen und Beilagen wählen. Die lokal bekanntesten und beliebtesten Fischsorten sind Çupra (Dorade) Levrek (Wolfbarsch) Palamut (Bonito) oder Istavrit, eine kleine Makrelenart die meist frittiert zu Salat serviert wird.

Besonders lecker und außergewöhnlich sind hier Zutaten wie Meeresfenchel (Kaya Koruğu), der eingelegt wird und hervorragend zu Fischgerichten und natürlich Raki schmeckt. Auf gar keinen Fall sollte man die kleinen Meerespargel (Deniz Fasülyesi) auslassen und sich auch mit ausreichend Lakerda eindecken (eingelegter Bonito). Lakerda ist Olafs absolutes Highlight, da der Fisch durch das Einlegen in Salzwasser butterweich und zart wird. „Das ist türkisches Sushi und mit rohen roten Zwiebeln und einem Gals Raki ein wunderbare Geschmacks-Explosion“. „AFIYET OLSUN – GUTEN APPETIT!“ 

>> Olaf als Fischverkäufer? Passt gar nicht so schlecht... Seht Selbst ;-)

Der Oktober ist unsere Lieblingszeit für die Süd-Türkei. Mildes Klima, nicht zu heiß und nicht zu voll. Die Fischerboote haben Hochsaison und viele Früchte und Obst haben ihre Top-Reife.

Der Granatapfel ist zu dieser Zeit prall gefüllt mit saftigen Kernen und zeigt sich somit von seiner besten Seite. Auf einer biologischen Granatapfel Plantage packen wir unsere Kisten voll und dürfen mitnehmen was wir tragen können. Wir haben heute schließlich noch ein Date mit Ilknur, einer türkischen Bäuerin, die den Granatapfelsaft noch sehr traditionell in Sirup verwandelt. Normalerweise bringen die Leute ihre Ernte zu einer Saft-Fabrik, die in großen Zentrifugen den Saft presst. Geht schneller! Klar, aber wir wollen natürlich die ursprüngliche Variante sehen.

Mit vier großen Kisten kommen wir bei Ilknur an und werden, wie immer in der Türkei, sehr gastfreundschaftlich begrüßt und fühlen uns gleich wohl. Für Olaf geht’s auch gleich in die Vollen und so müssen erstmal alle Äpfel halbiert und mit einem Gummiknüppel ausgeklopft werden. Das Weiße darf natürlich nicht mit rein. „Das wird zu bitter“ sagt Ilknur. Fummelarbeit, aber ohne diesen Schritt kein Saft!

Nächster Schritt ist das Pressen. Die Kerne kommen in einen Sack und Olaf trampelt mit Gummistiefeln auf selbigem rum. Weniger Fummelarbeit und durchaus spaßig, dieser Schritt. Anschließend wird der Saft auf offenem Feuer zum Kochen gebracht und auf die Hälfte einreduziert. Wichtig! Der hierbei entstehende Schaum muss sorgfältig abgeschöpft werden. Sonst wird’s nicht lecker… Kein Zucker, nur eine kleine Prise Salz und fertig ist der Granatapfelsirup. Es gibt übrigens zwei verschieden Sorten. Der süße Sirup ist zum Trinken und der Saure ist für den Salat. Einfach und megagenial. Kein Vergleich zu den Granatapfelsirup den man für wenig Geld hier in türkischen Läden bekommt.

„Wenn das Feuer schon mal brennt...“, so Ilknur, „...kann man nebendran auch noch eine zweite beliebte Leckerei herstellen. Für „Gözleme“ braucht man lediglich Wasser, Mehl, Spinat, Zwiebeln, eine Prise Salz, Paprikapulver und etwas Käse.“

Auf einem runden Boden-Tisch rollt Ilknur gekonnt riesigeTeigfladen aus, die sie mit Käse und Spinat belegt und danach auf eine überdimensionale Crepe-Pfanne hieft, die auf dem Feuer steht. Olaf versucht es erst gar nicht, denn er weiß das hier erst lange Übung den wahren Meister macht. Beim Probieren der fertigen Gözleme ist er allerdings sofort dabei. „Wow, das ist sooo geil, das kann man gar nicht nachkochen, weil ich weiß das es nur so zubereitet schmeckt!“ Und so endet ein wahnsinnig schöner Tag mit dem ersten Rezept, welches Olaf mal nicht zuhause nachmacht, weil es einfach nirgendwo so schmeckt, wie bei Ilknur.

Das Beste kommt zum Schluss! Gab es bis jetzt fast ausschließlich vegetarisches, so wird es heute am letzten Tag nochmal so richtig fleischig. Olaf ist mit den beiden Besitzern im „Selbstgrill-Restaurant“ Cin Bal verabredet. Ömer und Turgay sind Vater und Sohn und Geschäftspartner. Beide züchten eigene Lämmer, die es sobald sie schlachtreif sind als Dekonstruktion in der Kühltheke gibt. Wichtig ist den Beiden, dass hier wirklich alles von den Tieren verwertet wird. Zunge, Leber, Hirn und Herz werden hier genauso verarbeitet wie Filet, Koteletts oder die Schulter. Aus letzterem wird hier eine ganz besondere Spezialität zubereitet. „Kuzu Tandir“ ist langsam geschmortes Lamm, welches einem quasi ohne kauen auf der Zunge zergeht.

„Das ist mal ein Start – Gleich das Beste zuerst“, freut sich Olaf. Es geht aber weiter und schon kommt eine Schubkarre mit glühenden Kohlen an den Tisch gefahren. „Das ist dein Grill“ lachen Ömer und Turgay, die sich mittlerweile dazugesellt haben. „Zuerst fangen wir mit dem Gemüse an, danach erst kommt das Fleisch“ erklärt mir Turgay, der nach eigenen Schätzungen ca. 250 komplette Lämmer gegessen hat. Es kommen Salate und diverse Meze auf den Tisch und Ömer öffnet natürlich eine Flasche Raki.

Ein wahres Festmahl wird hier aufgefahren. Von Lammkoteletts, Köfte, Lammspießen und den saftigsten Leber-Spießen die Olaf jemals probiert hat. „Das Fett im Lamm-Schwanz eignet sich bestens um abwechselnd mit der Leber aufgespießt zu werden“ freut sich Ömer. „Sowas gibt es in Deutschland gar nicht. Hier haben die Lämmer nicht mal Schwänze“ lacht Olaf und genießt diesen köstlichen Abend mit seinen Gastgebern, dem Filmteam, natürlich viel Fleisch und Raki.

Lammköfte mit Minz-Joghurtdip

100 min
Mittel
€€€€

Die Türken haben es kulinarisch echt drauf – Schade dass es in Deutschland oft beim Döner-Teller bleibt. Wer mehr will, der muss halt ans Mittelmeer oder die Ägäis.