Mehrere Hokkaido-Kürbisse in einem Korb
WARENKUNDE

Kürbis: alles, was ihr über den Allrounder wissen müsst

Orange is the new colour, denn im Oktober gilt: Kürbis soweit das Auge reicht. Damit ihr für die beste Saison im Jahr auch gewappnet seid, haben wir jede Menge Infos, Tipps und leckere Rezepte rund um das farbenfrohe Gemüse für euch parat.

Bild von Céline

Ein Artikel von Céline

Für Content Strategin Céline kann es nie süß genug sein. Andere haben Pizza als Lieblingsgericht, bei der studierten Ökotrophologin ist ein riesen Eisbecher, am liebsten selbstgemacht von ihrer Eismaschine Giovanni.

Saisonale Zutaten haben etwas ganz Besonderes an sich. Warum eigentlich? Vermutlich, weil sie nicht immer verfügbar sind und wir monatelang warten müssen, bis wir sie endlich zubereiten können. Einer der saisonalen Höhepunkte des Jahres sind Kürbisse in den verschiedensten Formen und Farben.

Kürbis: Frucht oder Gemüse?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Viele würden den Kürbis rein aus logischen Gründen dem Gemüse zuordnen – er wird schließlich hauptsächlich in deftigen Gerichten verwendet und schmeckt auf den ersten Biss auch nicht unbedingt süß, wie man es von Obst gewohnt ist. Tja, falsch gedacht. Denn Kürbis ist beides, ein sogenanntes Fruchtgemüse. Er entsteht aus einer befruchteten Blüte (Merkmale für Obst), jedoch wird die Kürbispflanze nur einjährig kultiviert, denn er ist sehr frostempfindlich (Merkmal für Gemüse). Zu dieser besonderen Familie gehören z.B. auch Melonen, Gurken und Zucchini.

Wann hat Kürbis Saison?

Durch die plötzliche Omnipräsenz im Gemüseregal kommt eigentlich keiner an dem kopfgroßen Ball vorbei, der sich Kürbis nennt. Die ersten Kürbisse füllen schon Ende Juli oder August die Super- und Bauernmärkte mit ihren schönen Farben. Im September und Oktober erreicht die Saison dann ihren Höhepunkt. Das Spektakel endet nach dem ersten Frost.

Kürbissorten

Kürbisse sind so vielfältig wie wir: manche sind klein, andere sehr groß, einige sind platt, viele orange oder gelb, wiederum andere grün und gemustert. Ihre Namen sind ebenso interessant wie ihre Optik: Hokkaido, Bischofsmütze, Butternut, Spaghettikürbis, Rondini, Muskat-Kürbis ... Bei über 800 Sorten weltweit kann man schon einmal den Überblick verlieren. Wir durften vor einiger Zeit einen echten Kürbishof besuchen und haben euch einen kleinen Kürbissorten-Guide mit den beliebtesten Sorten, ihrer Verwendung und Zubereitung zusammengestellt.

Verschiedene Kürbisse in einer Box Kürbisse gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Farben.

Kürbis: Kalorien und Nährstoffe

Hier ist keine pauschale Aussage zu treffen, da die Kalorien je nach Sorte stark variieren können. Gucken wir uns aber den beliebtesten Kürbis an, den Hokkaido, wird klar: Mit 63 kcal pro 100 Gramm hat er nur ein paar Kalorien weniger als eine Kartoffel. Der Muskat-Kürbis hingegen besticht mit weniger als der Hälfte an Kalorien, nämlich 25 kcal pro 100 Gramm. Merke: Für eine Low Carb Diät sind Kürbisse trotzdem eher weniger geeignet. Nichtsdestotrotz ist er keineswegs ungesund! Er enthält viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie beispielsweise Betacarotin, Kalium und Magnesium, die ihn zu einem optimalen Begleiter in einer ausgewogenen Ernährung machen.

Kürbis kaufen und aufbewahren

Ein einfacher Test kann helfen, festzustellen, ob ein Kürbis reif ist. Auch, wenn ihr euch dabei etwas komisch vorkommt: Einfach auf die Schale klopfen, wenn ihr ein hohles Geräusch hört, ist der Kürbis reif. Wenn er dann noch eine intakte Schale ohne weiche Druckstellen hat und der Stiel nicht gleich abfällt, wenn ihr ihn anhebt, könnt ihr ihn bedenkenlos mitnehmen.
Ist der Kürbis einmal bei euch zu Hause angekommen, lagert ihr ihn am besten dunkel und trocken bei 12-17 Grad Celsius. So kann er einige Monate super überleben – wenn ihr es schafft, ihn nicht direkt zu verspeisen. 

Ein großer Kürbis hat einiges an Masse. Wenn er nicht sofort komplett verarbeitet wird, entfernt ihr am besten aus dem übrig gebliebenen Stück die Kerne und wickelt das Kürbisfleisch in Folie ein. So kann er im Kühlschrank noch ein paar Tage auf seine weitere Verwendung warten. 

Wenn ihr euren Kürbis einfrieren wollt, ist auch das kein Problem. Zerteilt ihn in die Form, in der er später verarbeitet werden soll und packt ihn gut verschlossen ins Tiefkühlfach. Friert ihn aber auf jeden Fall roh ein, so behält er nach dem Auftauen besser seine Form.

Kürbis zubereiten

Genug mit der Theorie, jetzt geht’s ans Eingemachte. Die Frage, die sich viele beim Anblick des orangenen Balls stellen: Muss ich den eigentlich schälen? Wie schneide ich ihn, ohne meine Finger zu verlieren? Und was mach ich mit den Kernen? Wir haben die Antworten, also here we go:

Kürbis schälen oder nicht?

Wir haben darauf leider wieder die eher unbefriedigende Antwort: Es kommt drauf an. Beim Spaghettikürbis wird die Schale nach dem Kochen sehr hart und ungenießbar. Auch der Muskatkürbis sollte besser geschält werden. Unser unkomplizierter Hokkaido hingegen kann super mit Schale gegessen werden. Vorm Verzehren des Hokkaidos mit Schale müsst ihr ihn aber bitte ordentlich waschen und am besten Bio-Hokkaido kaufen.

Kürbis sicher schneiden

Kürbis schneiden ohne sich zu verletzten, gehört zur hohen Kunst des Zubereitens. In folgenden Schritten schneidet ihr den wuchtigen Klotz unfallfrei:

  • Kürbis mit einem großen, scharfen Messer halbieren

  • Kürbiskerne mit einem Löffel herauskratzen (Tipp: Ein Eisportionierer ist dabei eine große Hilfe)

  • Den halbierten Kürbis mit der Schnittfläche nach unten auf eine glatte Oberfläche legen und erneut halbieren. Den Fruchtstiel entfernen. 

    Nun ist der Kürbis in handliche Viertel zerteilt und kann je nach Zubereitung geschält, in Spalten oder Würfel geschnitten werden.

    Kürbis-in-Streifen-schneiden Kürbis sicher in Streifen schneiden, will geübt sein.

    Und was mache ich mit den Kürbiskernen?

    Wir holen das Beste aus dem Kürbis heraus – und schmeißen es dann oft einfach weg! Die kleinen Kerne im Inneren sind keineswegs für den Müll bestimmt. Ihr könnt die Kürbiskerne easy rösten und anschließend als Snack wegknabbern.   

    Und so geht’s: 

    Kürbiskerne vom restlichen Fruchtfleisch befreien und ordentlich abspülen. Kerne abtupfen und mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Kerne bei 200°C im vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten rösten. Kerne ggf. nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. 

    Nun könnt ihr die kleinen Energiebomben ganz einfach aufknacken und nebenbei wegsnacken.

    Kürbis entkernen Kürbiskerne auf keinen Fall wegschmeißen, sie eignen sich geröstet super als Snack.

    Rezepte mit Kürbis

    So vielseitig wie seine Sorten sind auch die Rezepte, die man aus Kürbis zaubern kann. Ob aus dem Ofen, gebraten oder püriert, ob als süßer Kuchen oder deftiger Eintopf, wir haben für alle Kürbis-Lover die leckersten Rezepte parat: