Weinlese

Die Weinlese im Schnelldurchlauf

Darf ich euch ein Gläschen Wein anbieten? Macht es euch gemütlich mit einer kleinen Lektüre zur Weinlese und vielen süßen und herzhaften Rezeptideen – mit Rot– und Weißwein. 

von ALISA VOLTERMANN


Ganz warm ums Herz – so fühlen meine Freunde und ich uns nach einem Glas Wein. Noch wärmer nach einer ganzen Flasche. Und nachdem ich mich in diesem Jahr bereits offiziell vom glorreichen Sommer und Eiscreme verabschiedet habe, ist es im Herbst nun Zeit für gemütliche Stunden auf Balkonien – mit Wein. Als selbsternannte Möchtergern-Weintrinkerin habe ich in meinen jungen Jahren ehrlicherweise noch keinen Lieblingswein auserkoren, aber das Thema der Weinlese hat mich angefixt. Euch auch? Dann bedient euch am gesammelten Weinwissen!

Die Weinlese im Schnelldurchlauf

Wer noch nie seine Gummistiefel übergestreift und auf einem Weinberg geschuftet hat, dem fehlt die Vorstellung davon, wie anstrengend die Zeit der Weinlese wirklich ist.  Tatsächlich hat das Pflücken der Trauben und das Abfüllen in Weinflaschen erstmal wenig mit der Wein-und-Balkon-Romantik zu tun.

In diesem Sommer ist die Weinlese im September bereits in vollem Gange. Denn in diesem Jahr haben die heißen Sonnentage bereits im August für süße Trauben an den Reben gesorgt. Das Mehr an Sonne bedeutet auch mehr Zucker, der während des Gärungsprozesses zu Alkohol wird. Was für mich nach einem wahr gewordenen Traum klingt – mehr Alkohol klingt doch gut! – kann für die Winzer in Deutschland zum Problem werden. Die Natur gibt den Geschmack an. 

Im größten Weinanbaugebiet in Deutschland, in Rheinhessen, wachsen an den steilen Hängen unter anderem Riesling- und Silvanerreben, die im Herbst von mit Eimer und Schere bewaffneten Leseteams bearbeitet werden. Denn ja, die meisten Arbeitsschritte bei der Weinlese werden mit der Hand erledigt. Dabei erfolgt das Pflücken der reifen Trauben selektiv. Was das bedeutet? Das Team arbeitet Woche für Woche im gleichen Weinberg, um peu à peux nur die besten Trauben zu lesen. Mit den schwer gefüllten Traubenboxen ist die Arbeit aber noch lange nicht getan. Oder habt ihr schon ein Glas Wein in der Hand? Bis es soweit ist, heißt es rein in die Gummistiefel und rein in den Wein! Die Trauben werden in großen Behältnissen Schritt für Schritt zertreten bis man ganz im Saft steht. Die sogenannte Maische wird gekühlt und entwickelt in den darauffolgenden Tagen bereits ein eigenes Aroma.  Was dann passiert ist einfach. Der Traubensaft, auch Traubenmost, wird für die Gärung in Fässer gefüllt – für eine lange Zeit.

Weinlese Feld Lift it! Das Schleppen der Traubenboxen ist harte Arbeit!

Spontangärung oder kontrollierte Gärung?

Ne, ne die Spontangärung ist keine innovative Erfindung der Winzer. Einfach formuliert bedeutet Spontangärung, dass während der Gärung nur die natürlichen Hefen den Most zum Wein werden lassen. Die Gärung, die nicht spontan passiert, also die kontrollierte Gärung wird hingegen mit speziellen Hefen unterstützt. Temperaturkontrolle, ein schneller Start und das geplante Abstoppen der Gärung – all das ist Teil eines kontrollierten Gärungsprozesses.

Welches Verfahren besser ist? Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Spontanvergorene Weine herzustellen, die meist einzigartig schmecken, ist oftmals eine Frage der Winzerphilosophie und der Risikobereitschaft. Wer seinem Weinberg und dem Weinkeller vertraut, bleibt also meist bei der traditionellen Gärung.

Wein Im Regal So schön kann es aussehen, das heimische Weinregal!

Rezepte mit Wein

Vor ein paar Jahren dachte ich noch, Wein sei nichts für mich. Der Wein blieb auch beim Kochen im Keller. (Zugegebenermaßen besitze ich keinen Weinkeller, aber ihr versteht, was ich meine.) Heute weiß ich es besser. Nicht nur jeder Profikoch, sondern auch jeder Hobbytrinker sollte beim Kochen den Korken einer Weinflasche entfernen und das ein oder andere Schlückchen in den heißen Topf gießen – zum Ablöschen! Ihr seht das genauso? Dann sucht euch eines unserer liebsten Rezepte mit Vino aus.