Junge Tomatenpflanze in sonnigem Blumenbeet nah fotografiert
LIFESTYLE

Tomaten pflanzen – so geht's!

Das knallrote Ziel in diesem Jahr: eigens angebaute Tomaten aus dem Garten. Das denkt ihr euch auch? Dann seid ihr genau richtig, denn Foodstylist Till teilt sein Wissen rund um das Thema Tomaten pflanzen.

Bild von Till

Für Foodstylist Till ist Essen mehr als Kochen und Genießen. Ganz nach dem Motto Back to the Roots, sammelt er in der Natur Pilze, Kräuter und Beeren und baut im Garten selber an.

Beim Gärtnern ist das so: Es gibt anspruchslose Pflanzen, die selbst im dunkelsten Schatten der Wohnung überleben, es gibt einige Blumen (oftmals Kräuter) die mit wenig Licht und minimaler Zuneigung auskommen und dann gibt es… Tomaten. Na gut, ganz so schlimm ist es nicht und mit dem richtigen Know-how gedeihen selbst die etwas empfindlicheren Tomatenpflanzen in eurem Garten oder auf euren Balkonen. 

Tomaten: die Sorten

Tomaten gibt es in zahlreichen Variationen zu kaufen. Ein Blick in die Gemüseabteilung oder ein Besuch auf dem Wochenmarkt wird den 3000 Sorten dabei kaum gerecht. Sie unterscheiden sich nicht nur in Größe, Form und Farbe, sondern im Geschmack: süß, sauer, fruchtig, mal haben sie ein weiches, mal ein festeres Fruchtfleisch.​

Aber wieso selbst anbauen, wenn man Tomaten im Tausch für ein paar Euro im Supermarkt bekommt? Das ist die Arbeit nicht wert. Oder doch? Meine erste Ernte hat mich vom Gegenteil überzeugt: volles Aroma in Bio-Qualität. Und ein bisschen stolz – jedes Jahr im Sommer – bin ich auch.

Eins vorweg: Ich persönlich bevorzuge den Anbau älterer Sorten. Die sind nicht so anfällig für Krankheiten und Schädlinge, schmecken dennoch herrlich aromatisch. 

Wildtomaten sind sehr robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten und haben durch natürliche Selektion geringe Ansprüche an den Boden. Eine sehr bekannte Sorte, die der Wildtomate am nächsten kommt, ist die Rote Ribisel-Tomate. Sie hat kleine, rote Früchte, die sehr süß schmecken.​

  • Fleischtomaten bilden sehr große Früchte mit einem Gewicht von 100 g – 1 kg aus, sind allerdings auch sehr anspruchsvoll was den Standort und die Pflege betrifft. Die bekannteste und auffälligste Sorte unter den Fleischtomaten sind wahrscheinlich die Ochsenherzen. Mit ihrer ovalen Form und der gerippten Oberfläche sind sie ein Eyecatcher, aber auch geschmacklich macht das feste Fruchtfleisch mit dem intensiven Geschmack was her.
  • Roma-Tomaten, Eiertomaten oder San Marzano-Tomaten bilden längliche, eierförmige Früchte aus, die sich perfekt zum Einmachen und Saucen kochen eignen. Orange Banana ist eine russische Sorte, die ein sehr festes Fruchtfleisch und wenig Säure hat. 
  • Kirschtomaten oder Cherrytomaten kennen wir alle, sind super für den Blumentopf und das Anbauen auf dem Balkon geeignet. Sie bilden kleine, süße aromatische Früchte aus und werden in allen möglichen Formen und Farben angeboten. Eine sehr robuste Sorte mit kräftigen roten Früchten ist zum Beispiel Philovita F1. 
  • Buschtomaten oder Strauchtomaten sind mit einer Höhe von 30 – 150 cm auch ideal für den Blumentopf geeignet. Die Sorte Harzfeuer F1 bildet dunkelrote, runde Früchte mit einem intensiven Aroma aus. 

Als Foodstylist baue ich Kirschtomaten zum Snacken an und verwende Buschtomaten in der Küche. Mein Favorit: Philovita und Harzfeuer.

Die bunte Welt der Tomaten! Die bunte Welt der Tomaten!

Der richtige Standort für Tomatenpflanzen

Die hohen Ansprüche von Tomaten machen sich bereits bei der Wahl des Standortes bemerkbar. Denn Tomaten sind wahre Diven. Sie mögen es sonnig, warm und windgeschützt. Für den Anbau von Tomaten eignet sich ein Treibhaus, aber auch ein überdachtes Plätzchen (Beet, Balkon, Terrasse) kann den Pflanzen ein Zuhause sein. Wer dabei Blumenkübel verwendet, sollte darauf achten, dass der Topf mindestens 10 Liter fasst und ein Ablaufloch besitzt. Der Grund: Die Pflanze hat ausreichend Platz und es kommt nicht zu Staunässe. Im Freiland bedarf es Folien, die man über die Pflanzen zieht. Bevor ihr euch an das Vorziehen macht, solltet ihr sichergehen, dass ihr den Pflanzen später einen geeigneten Standort bieten könnt.​

Bei mir wachsen die Tomaten unter einem Carportüberstand mit Südost-Ausrichtung. Sonne immer dann, wenn sie scheint, kein Regen von oben und ich, der sich liebevoll um das tägliche Gießen kümmert.

Sonniges Beet mit jungen Tomatenpflanzen unter Carportdach Tills Hotspot für Tomaten: das Carportvordach mit Sonneneinstrahlung

Das Vorziehen

Wenn ihr euch gegen Jungpflanzen und für den Kauf von Tomatensamen entscheidet, dann zählt ihr für mich zu den Helden. Packt in euren Baumarkt-Einkaufskorb direkt noch kleine Anzuchtschalen und Blumenerde, denn zum Keimen gehören die Samen erst einmal auf die Fensterbank.

Tomatensamen einfach in mit Blumenerde gefüllte Anzuchtschalen füllen und mit ca. 1 cm Erde bedecken. Die Samen bis zum Zeitpunkt des Auspflanzens – also bis sie zu Jungpflanzen herangewachsen sind – immer warm und leicht feucht halten.

Kleine Info: Wenn die Jungpflanzen zu dunkel stehen, kommt es oft zum Vergeilen. Dabei setzen die Pflanzen ihre ganze Energie in schnelles Wachstum Richtung Licht und bilden kaum Blattpaare aus. Dann einfach die Tomaten an einen sonnigeren Ort stellen oder beim Auspflanzen sehr tief einbuddeln.

Kind im sonnigen Garten mit zwei jungen Tomatenpflanzen im Topf Kleine Helfer sind im Garten gerne gesehen.

Das Auspflanzen

Gegen Ende April, wenn kein Frost mehr droht, können die Jungpflanzen ausgesetzt werden. Dabei sollte je nach Sorte ein Abstand von 50 – 80 cm zwischen den Pflanzen liegen. ​

Einpflanzen geht bei mir immer nach einem Schema: Tomaten eine Stunde richtig wässern und währenddessen Beete oder Blumentöpfe vorbereiten. Dazu Mulden in die Erde graben, die den Wurzelballen und ca. 3 cm Stängel fassen. Anschließend die Jungpflanzen in die Mulden setzen, mit Erde bedecken und mit einer Rankhilfe versehen. Zu guter Letzt nochmals gießen.

Tipp: Wenn die Pflanzen einen sehr langen Stängel haben besteht die Möglichkeit, sie einfach so tief einzupflanzen, dass das erste Blattpaar ca. 20 cm über dem Boden ist. Die Pflanze hat dadurch mehr Stabilität und bildet am Stängel zusätzliche Wurzeln aus.

Für alle die weniger Aufwand, aber dennoch Tomatenpflanzen wollen, empfehle ich den Kauf von Jungpflanzen. Selbstgezogen oder gekauft, in beiden Fällen gilt es die Pflanzen mit genügend Nährstoffen zu versorgen. Hierfür arbeite ich Kompost – ein Experte im Baumarkt versorgt euch bestens – in die Erde ein. Ganz nebenbei wird der Boden dadurch gut aufgelockert, was Staunässe vorbeugt. Bei der Pflege eurer heranwachsenden Tomatenpflanzen ist neben Licht und Sonne eines besonders wichtig: Wasser. Tomaten wollen gegossen werden, täglich, aber nicht von oben. Setzt die Öffnung eurer Gießkanne immer an der Wurzel an.