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Namibia

Springbock zerlegen und im Erdloch garen

Schon mal Springbock-Fleisch gegessen und im Erdloch gegart? Wir schon! Unser Fazit: Unbedingt nachmachen! Hier berichten wir über unsere Erfahrungen.

Namibia ist ein echtes Jäger-Paradies. Das merkt man schon am Flughafen. Während wir am Sperrgepäckschalter auf unser Film-Equipment warten, erscheinen dort meist ältere Herren, um ihre Jagd-Gewehre abzuholen. Diese bezahlten Jagdtouren sind Teil des Naturschutzes in Namibia und eine der größten Einnahmequellen der Artenschützer. Das klingt natürlich erstmal widersprüchlich, ist aber bei näherer Betrachtung sehr wichtig für die Natur. Denn nur durch erfolgreiches Wild-Management, das auf dem Grundsatz der Bewahrung durch selektive Jagd beruht, sind selbst dezimierte Arten wieder etabliert worden. Dadurch, dass ausländische Jäger ins Land kommen und für die zu erlegenden Tiere zahlen, ist es überhaupt möglich die hohen Kosten für den Arten-Bestand zu generieren.

Namibia ist aufgrund seiner unkorrupten Regierung Vorreiter bei der nachhaltigen Nutzung der Trophäenjagd und hat den Schutz der Naturgüter in der Verfassung verankert. Wir waren zwar nicht selber jagen, denn hierzu benötigt man natürlich einen Waffenschein und die Jagderlaubnis, aber unser Freund Riaan hat für schon einige Tage zuvor einen Springbock erlegt und uns für ein BBQ überlassen. 

Springbock hat ein muskulöses und fettfreies Fleisch

Wenn das Fleisch dann erstmal zerlegt ist, kann man sich für die verschiedenen Parts geeignete Zubereitungsmethoden auswählen. Da der Springbock eher muskulöses und fettfreies Fleisch hat, sollte man hier bei allen Parts sehr vorsichtig vorgehen. Die Filets und der Rücken eignen sich hervorragend für den Grill. Bei großer Hitze kurz von beiden Seiten angrillen und anschließend etwas ruhen lassen. Nur nicht zu lange auf dem Grill lassen, da es sonst schnell austrocknet.

Bevor wir unsere Springbockkeulen ins Erdloch gleiten lassen, packen wir es in einen dicken Salzmantel

Für die Keulen haben wir uns etwas ganz Besonderes überlegt: Erdlochgaren. Schon mal davon gehört? Das ist eine uralte Methode, mit der man Fleisch langsam auf den Punkt garen kann. Wir waren schon länger fasziniert von dieser Zubereitungsart und wollten sie unbedingt einmal selbst ausprobieren. Also haben wir ein Erdloch gegraben, darin ein Feuer entfacht und ordentlich Kohle zum Glühen gebracht. Nachdem die Keulen entbeint und zum Schutz vor zu großer Hitze mit grobem Meersalz ummantelt wurden (das Salz hält übrigens besser am Fleisch, wenn man noch etwas Eiweiß hinzugibt), haben wir sie auf die Kohlen gelegt und mit einem Wellblech abgedeckt. Auf dem Wellblech brennt ein zweites Feuer, um auch von oben Hitze an das Fleisch abzugeben. Nachdem wir unseren Erdlochofen mit Ober- und Unterhitze ausgestattet gaben, lassen wir ihn für ca. 3 Stunden in Ruhe, um pünktlich zum Dinner unsere langsam gebackenen Keulen aus dem Salzmantel zu klopfen. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Unser Springbock-Fleisch war richtig schön zart und leicht rosa. Das sollte es auch sein, denn so bleibt es auch lecker saftig. Für Springbock braucht man eigentlich nur ein bisschen Salz zum Würzen. Wer sich Springbock mal gönnen möchte, kann ihn beim Fleischgroßhandel bestellen. Zerlegt ist er dann schon und ihr müsst nur noch den Ofen graben.

Springbock im Erdloch gegart - Hammer!

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