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Kolumne

#1 I love dirty hands!

Von selbst gezogenen Tomaten, verbranntem Rhabarber-Granola und dem Charme von dreckigen Händen – FOODBOOM-Redakteurin Svenja über einen Platz zum Entschleunigen.

von SVENJA STEIN

Manchmal ist es schon peinlich, wie schnell ich auf das ganze Selbstversorger-Kuriosum reinfalle: Egal ob Pilzkundekurs an meiner nordschwedischen Uni, Strandkräuterwanderung mit FOODBOOM Traveler in Dänemark, Gemüse-Anbau im eigenen Wohnzimmer oder Wildkräutersammeln im nächstgelegenen Stadtpark. Sobald ich unser tägliches Essen aktiv ergründen kann, MUSS ich es auch einfach selber ausprobieren, selber anfassen, selber schmecken – und bei Erfolgserlebnissen immer wieder machen. Als leidenschaftlicher Haptiker in einer digitalen Welt, sind solche Dinge für mich ein Stück Entschleunigung. Wieder runterkommen. Einfach sein und etwas Sinnvolles mit den eigenen Händen tun.

Ob selbst gemachter Sauerteig, eigene Gewürzmischungen oder frisch gesäte Kräuter auf dem Balkon – das, was die New-Nordic-Cuisine-Bewegung schon vor vielen Jahren in Skandinavien losgetreten hat, ist mein Mantra: Besinne dich auf das, was du vor deiner Tür hast. Gerade in Zeiten des allseits ausgeschlachteten Hygge-Hypes geht es immer mehr Menschen wie mir. Und was soll ich sagen? Auch mein Grund für diesen Exzess an DIY-Food-Themen liegt irgendwo in meiner Unistadt in Nordschweden. Nirgendwo sonst habe ich so viele Leute Brot backen, Pilze sammeln oder Holundersaft selber machen sehen. Und ich habe es geliebt und zelebriert und mich inspirieren lassen. Bei dem Gedanken an die frisch gebackenen Brotfladen von meiner Freundin Emma oder an den selbst gemachten Senf von meinem Kumpel Joakim geht mir das Herz auf. Nichts ist schöner, gemütlicher und macht glücklicher als solche Momente.

Je länger ich wieder in Deutschland wohne, desto intensiver betreibe ich mein nordisches DIY-Mantra. Das läuft immer nach dem selben Muster ab: Bin ich mit einem neuen Entschleunigungstrend infiziert, häufen sich Berge an Fachliteratur auf meinem Schreibtisch und ich kaufe am besten schon am ersten Tag das komplette Equipment für ambitionierte Querfeldeinsteiger. Keine Frage, meine Begeisterungsfähigkeit kann beängstigend sein – aber hey: Umso besser für euch! Wer auch jedes Mal Schnappatmungen bei einem neuen DIY-Ding bekommt, wird in meiner Kolumne Selbstversorger-Chic von einem Soul Mate begrüßt. Stellt euch auf jede Menge Infos, Lachtränen, Fails, Wutausbrüche, Tipps und frisch erfundene Lebensweisheiten rund um die Themen Gärtnern, Selbstversorgung, Basic-Rezepte & Entschleunigungstrends ein. Die kriegt ihr ab sofort und in verträglichen Dosen – alle zwei Wochen. High five für dirty hands!

P.S. So sieht es übrigens aus, wenn man Erde in die Luft schleudert und seine Fotografin bewirft ... Sorry Moe!!