Tisch mit Kerzen und Gläsern, die angestossen werden
LIFESTYLE

SOS: Save the Gastro

HELP! Die Corona-Krise ist noch immer präsent – und unserer bunten, geliebten Gastro-Szene geht es ganz schön an den Kragen. Wie ihr eurem Lieblingsrestaurant, der liebsten Bar und dem süßesten Café helfen könnt? Wir haben da ein paar Vorschläge.

Bild von Leonie

Ein Artikel von Leonie:

Leonies Schreib-Soundtrack: irgendwo zwischen Jamiroquai, Tanita Tikaram, The Films, Kornél Kovács und Goldroger. Und falls dann doch mal eine Schreibblockade einsetzt, wird die mit Pomelo oder Falafel bekämpft.

What a time to be alive. Seit Monaten meiden wir soziale Kontakte, schnappen von Balkonen und Fensterbänken nach frischer Luft und Sonnenstrahlen, ziehen einen imaginären Schutzkreis von 1,5 Metern um uns, verdecken unser warmes Lächeln hinter dicken Masken und zucken zusammen, wenn sich zwei Menschen in der Lieblingsserie die Hand geben – bei etwaigen Umarmungen bleibt dann auch schon einmal kurz die Luft weg. 

Unser ganzes Leben spielt sich größtenteils in unseren vier Wänden ab: Wir werden zu Meister*innen des Bananenbrot-Backens, perfektionieren unseren grünen Heim-Dschungel und holen angestaubte Nähmaschinen und Instrumente aus den Tiefen des heimischen Kellers. 

Das Jahr 2020 hat es ganz schön in sich: Während an Silvester die Hoffnung in das Jahr noch groß war, hat uns mittlerweile die Realität eingeholt. 11 Monate später fühlt es sich an, als hätte dieses Jahr irgendwie nicht stattgefunden. Wie ausradiert. Zum Stillstand gebracht – man hat ja nichts erlebt. Auf diese traurige Erkenntnis würde ich jetzt gerne Einen heben gehen… 

Ein kollektives „Danke!“ an Corona, dass ich gerade nicht in meinem Lieblingsrestaurant schlemmen, danach noch einen Absacker mit möglichst vielen Umdrehungen in der Bar nebenan trinken oder einfach mal gesellig in einem Biergarten die letzten Sonnenstrahlen des Jahres genießen kann. Und abgesehen davon, dass das für uns, unsere Freizeitgestaltung und sämtliche Kompensationsmechanismen für dieses seltsame Jahr schon schlimm genug ist – wie geht es eigentlich den Millionen Gastronom*innen damit, besonders mit den bevorstehenden, harten Wintermonaten und ohne das sonst so blühende Weihnachtsgeschäft?

Ein Hoffnungsschimmer für die Gastro-Szene?

Es gibt Zeiten, in denen es einfach mal angebracht ist, denen Gehör zu geben, die mit am meisten unter der Corona-Pandemie leiden: Gastronomien. Denn sie sind es, die nicht nur zu den größten Opfern der Krise (neben Kulturtreibenden und der Reisebranche) gehören, sondern auch im Verlauf der Pandemie am meisten geopfert haben. Verringerung der Bewirtschaftungsfläche, Trennwände, ad hoc-Einrichtung von Lieferdiensten, laufende Betriebskosten – den Gastronomien, die sonst unser Freizeitleben so lecker und schön mitgestalten, sind die Hände gebunden. Behördliche Auflagen ändern sich wie am Fließband, Lockdowns und ihre Light-Versionen zwingen Restaurants und Bars immer wieder zu einer Neukonzipierung der Geschäftsmodelle – wenn über ein Überleben während und nach der Krise überhaupt realistisch nachgedacht werden kann. 

Weil uns Essen und die bunte, vielfältige Gastro-Szene mindestens genauso sehr am Herzen liegen wie den Betreibern selber, haben wir für euch, für uns, für alle Projekte und Petitionen zusammengetragen, mit denen ihr, wir, alle den Gastronom*innen einen kleinen Hoffnungsschimmer schenken könnt.

Es ist an der Zeit, einen gemeinsamen Rettungsring zu basteln und ihn Richtung Gastronomien auszuwerfen. Wir wollen weiter zwischen Pizza, Thai-Currys, Sushi, Burger und Co. entscheiden können und gleichermaßen freundschaftliche Zusammentreffen, erste Dates und goldene Hochzeiten in den leckersten Restaurants der Stadt zelebrieren. Wir wollen die gastronomische Vielfalt beibehalten. Let’s save the Gastro – are you in?

Quelle: Pay Now Eat Later. Café und Confiserie Hosch in Hamburg – die Auslage von vielen Kuchen und Törtchen ist zu sehen, eine Mitarbeiterin agiert im Hintergrund. Das Café und Confiserie Hosch in Hamburg überzeugt mit kunterbunter Gebäckauslage, die uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt. – Quelle: Pay Now Eat Later

Pay Now Eat Later

Das wohl größte Projekt im Kampf gegen das Aussterben von Gastro- und Bar-Szene: Pay Now Eat Later, eine exklusive Plattform für Gutscheine aus über 1.500 Gastro-Betrieben bundesweit. Hier ist der Name Programm: Die Gutscheinkäufe für die liebsten Cafés, Bars,Restaurants oder Feinkostläden helfen, die laufenden Kosten der Betriebe genau jetzt zu decken, wo diese Einnahmen so unentbehrlich sind und werden im vollen Betrag an die Gastronomien weitergegeben. Das große Schlemmen geht dann per Gutscheineinlösung nach der Krise erst so richtig los. Und die Idee trägt Früchte: Die in Hamburg gegründete Plattform, initiiert von einem Zusammenschluss aus jungen, innovativen Start-ups, hat mittlerweile schon Gutscheine im Wert von über 1.000.000 € verkauft – Tendenz steigend. Unser Tipp: Durchklicken und Gutschein bestellen – Gutes tun und auf den nächsten Restaurantbesuch hinfiebern. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, oder?

Quelle: Pay Now Eat Later. Das Restaurant Macaibo in Hamburg, man sieht einen Holztisch von oben mit vielen Leckereien von Tacos über Salat bis leckere Drinks. Wie sehr wir uns danach sehen: gesellige Abende im Macaibo in Hamburg. Zugreifen erwünscht! – Quelle: Pay Now Eat Later

Support your Local Bar

Auch über das Projekt Support Your Local Bar aus Hamburg kann geholfen werden. Die Plattform richtet sich an Bars, die auf zwei Wege unterstützt werden können: Betroffene Bars und gastronomische Einrichtung können sich für das Crowdfunding-Projekt anmelden – und profitieren vom kollektiven Rettungswillen und dem projekteigenen Rettungsfond. Treue Stammkunden, denen aktuell der Sitz an verrauchten Kneipentresen oder der Blick auf wild klappernde Cocktailshaker in den Händen ihrer Lieblingsbarkeeper fehlt, können mit nur wenigen Klicks den Barkeepern in den Bars ihres Vertrauens den Coronition Tip weitergeben. Ein ganz persönliches Dankeschön in dieser schweren Zeit also an die unermüdlichen Barkräfte, die uns mit Herzblut bedienen, beraten und uns regelmäßig zum Lachen bringen. Steuerfrei und digital direkt an die Lieblingsbar weitergegeben. Tip your bartender!

Petition “#wirsindbereit”

Keine Krise ohne Petition: Unter dem Motto „Rettet Deutschlands Gastgewerbe!“ rufen die Initiator*innen, die Initiative Gastronomie & Hotellerie Deutschland der Petition nach Hilfe. Gefordert werden Hilfspakete aus der Bundesregierung, die der Gastro-Szene unter die Arme greifen sollen. Die Petition fordert noch immer Maßnahmen nach finanzieller Soforthilfe und nach Unterstützung, die auch die kleinsten Läden vor dem schwarzen Gastro-Loch namens „Corona-Pandemie“ bewahren sollen. Mittlerweile sammelte die Petition schon über 120.000 Unterschriften und wächst noch immer weiter an. Klar, mit einer Unterschrift kann man sich nicht das Superhero-Retter-Kostüm anziehen, aber zumindest den Druck auf politische Instanzen erhöhen – wir sind bereit, mit unserer Stimme Betriebe vor der Insolvenz zu schützen!

In welcher Notlage sich die gesamte Gastro-Szene befindet, beweist ein ungewöhnlicher Schritt von Burger King: In einem Facebook-Post richtete die Fast-Food-Kette einen emotionalen Appell an alle Gastro-Fans, egal ob Fast Food oder Slow Food: Sie rufen dazu auf, bei McDonald’s, KFC, Subway, Domino’s, Hans im Glück, Peter Pane und Co. zu bestellen und alle Gastronomie-Kollegen zu unterstützen. Und auch der Lieferdienst Lieferando sorgt nach wie vor dafür, dass wir alle auch während des Lockdowns an unsere Lieblingsgerichte kommen. Die Formel, wie wir gemeinsam durch diese Krise gehen können, ist also denkbar einfach: Gutscheine kaufen, spenden, Petitionen unterschreiben und die Lieferdienste und To Go-Angebote der liebsten Restaurants auskosten.

In Krisenzeiten rutschen alle zusammen – und wir rutschen dazu. Let’s save the Gastro!