Knusprige Pommes selber machen

Goldgelb frittiert, außen knusprig, innen kartoffelig – so und nicht anders wollen wir unsere geliebten Pommes essen. Ob Backofen, Topf oder Fritteuse, wir sagen euch, wie ihr leckere Pommes selber macht!

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Ein Artikel von Alisa

Wenn Food-Editorin Alisa nicht gerade ungeschickt Stäbchen in vietnamesische Bùn steckt, erzählt sie am liebsten von ihren nachhaltigen Food-Entdeckungen. Ihr Talent: wichtige Themen mit Witz rüberbringen.

Goldgelb frittiert, außen knusprig, innen kartoffelig, getaucht in eine Mischung aus cremiger Mayonnaise und fruchtig-süßem Ketchup, in Slow Motion zum Mund geführt. Nein, dies ist kein Drehbuch für ein sexy Werbevideo für Pommes. Dies ist die Beschreibung dafür, wie Pommes gegessen werden sollten – und zwar immer. Zugegeben, ich esse Pommes meist in einem räudigen Imbiss in Hamburg auf St. Pauli. Beim Gedanken, wie man mir die frittierten Kartoffelsticks über den Tresen reicht, kann ich den nächsten Abend beim Pommes-Hotspot kaum erwarten. Bis es soweit ist, mach ich Pommes einfach selber! Und ihr jetzt auch.

Selbstgemachte Pommes sollten…

Bevor wir die Fritteuse einstöpseln oder den Ofen vorheizen, wollen wir festhalten, was eine perfekte Pommes ausmacht. Selbstgemachte Pommes sollten…

  • …eine goldbraune Farbe haben und nach dem Frittieren oder Backen leicht glänzen.​
  • ...außen richtig knusprig sein, sodass sie auch nach ein paar Minuten auf dem Teller nicht labbrig sind
  • …innen weich sein und nach frischen Kartoffeln schmecken.

Pommes selber machen – die Kartoffeln

Ihr fragt euch, ob homemade fries mit denen aus der Frittenbude mithalten können? Die Wahl der Kartoffel sorgt in jedem Fall für die richtigen Voraussetzungen. Aber welche Kartoffeln geben die knusprigsten Pommes? Gehören sie vor dem Frittieren (oder Backen) in kaltes Wasser? Und gibt’s auch gute Pommes mit Schale? Fragen über Fragen, die ich euch nur zu gerne beantworte.

Welche Kartoffel für Pommes?​

In der Gemüseabteilung reiht sich eine Kiste Kartoffeln an die nächste. Und nirgends steht ein Hinweis mit der Aufschrift „perfekt für selbstgemachte Pommes“. Frechheit! Wir übernehmen das und sprechen eine klare Empfehlung für festkochende Kartoffeln aus. Denn auf die Stärke kommt es an und davon ist in festkochenden Sorten deutlich mehr enthalten als in vorwiegend fest- oder mehligkochenden Kartoffeln. Wenn ihr allerdings den Belgischen Pommes verfallen seid, dann solltet ihr einen Beutel mehligkochende Kartoffeln kaufen. Für das Schneiden von gleichmäßigen Sticks eigenen sich übrigens große Knollen eindeutig besser. Wie viele Säcke ihr auf das Kassenband legt, hängt ganz von eurem Hunger ab. 

Große festkochende Kartoffeln eignen sich für Pommes am besten.

Kartoffeln mit oder ohne Schale

Ob ihr die gekauften Kartoffeln mit oder ohne Schale in die Fritteuse oder in den Ofen schmeißt, ist am Pommes-Ende Geschmackssache. Klassisch werden Kartoffeln geschält, bevor sie zu Sticks geschnitten werden.

Kartoffeln in kaltes Wasser einlegen, ja oder nein?

Sobald ihr die Kartoffeln zugeschnitten habt, taucht bereits die nächste Frage auf: Kartoffeln in Wasser einlegen, ja oder nein? Wir sagen laut: Ja! Denn durch das Waschen in kaltem Wasser tritt aus den Kartoffeln ein Großteil der Stärke aus. Das sorgt dafür, dass eure selbstgemachten Pommes knusprig werden. Wenn das Wasser, in denen ihr eure Kartoffeln badet, nach ein- oder zweimaligem Wechseln klar ist, solltet ihr sie sorgfältig abtupfen.

Wechselt das Wasser ein bis zwei Mal aus, bevor ihr eure Pommes frittert oder backt.

​Kartoffeln für selbstgemachte Pommes würzen

Oft ist weniger mehr – das gilt auch für das Würzen von Pommes. Denn viel mehr als Öl und Salz braucht es nicht, um richtig gute Pommes herzustellen. Rot-weiß sorgt auf dem Teller für den Rest. Wer dennoch ein wenig herumexperimentieren will, kann die Kartoffelsticks in einer Schüssel beispielsweise mit einer Mischung aus Salz und Paprikapulver vermengen. Auch spannend sind selbstgemachte Pommes mit Majoran, Salz und Pfeffer. Chips gibt es schließlich auch in tausend Geschmacksrichtungen, oder wie steht ihr dazu?

Rezept für selbstgemachte Pommes im Ofen

Der Einkauf der Kartoffeln war ein voller Erfolg. Gut gemacht! Dann beginnen wir mit der Zubereitung selbstgemachter Pommes aus dem Ofen.

Zutaten für 2 Portionen gebackene Pommes:

  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 4–5 EL Pflanzenöl
  • Salz

Zubereitung:

  1. Kartoffeln schälen, waschen und zu Pommes schneiden. Anschließend ca. 30 Minuten in kaltes Wasser legen. Kartoffeln abgießen und trocken tupfen.
  2. Backofen vorheizen (Ober-/Unterhitze: 180°C). Kartoffeln in einer Schale mit Öl und Salz vermengen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen.
  3. Pommes auf mittlerer Schiene im Ofen 30–40 Minuten backen. Dabei einmal wenden.

Pommes selber machen im Backofen ohne Fett

Das Öl bei der Zubereitung trägt einen großen Teil dazu bei, dass eure selbstgemachten Pommes knusprig werden. Allerdings könnt ihr eure vorgeschnittenen Kartoffelstifte auch mit sehr wenig oder sogar ohne jegliches Fett im Ofen backen. (Ja, eure Pommes sind immer noch lecker. Nein, sie werden nicht ganz so lecker wie bei der Verwendung von Öl.) Solltet ihr euch gegen Fett entscheiden, achtet darauf, dass die Kartoffeln auf einem Backpapier verteilt werden, um zu vermeiden, dass sie am Rost oder Blech kleben bleiben. Außerdem solltet ihr sie während des Backvorgangs wenden, um eine gleichmäßigere Bräunung, sofern sie stattfindet, zu gewähren.

Pommes selber machen im Topf

Next: einen Topf zu einer Fritteuse umfunktionieren. Bei diesem Rezept werden die Pommes in zwei Schritten ultra knusprig im heißen Öl ausgebacken. Das geht ganz einfach. Seht selbst!

Zutaten für 2 Portionen frittierte Pommes:

  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • Pflanzenöl
  • Salz

Zubereitung:

  1. Kartoffeln schälen, waschen und zu Pommes schneiden. Anschließend ca. 30 Minuten in kaltes Wasser legen. Das Wasser einmal austauschen. Kartoffeln abgießen und trocken tupfen.
  2. Sonnenblumenöl in einem Topf auf ca. 140 °C erhitzen und Kartoffeln darin portionsweise ca. 3 Minuten vorfrittieren.
  3. Anschließend Sonnenblumenöl auf ca. 180 °C erhitzen und Pommes darin goldbraun zu Ende frittieren. Pommes mit Salz würzen.

So schön kann Frittieren sein!

​Pommes selber machen in der Pfanne

Was im Topf geht, funktioniert auch in der Pfanne, richtig? So oder so ähnlich ja. Ich rate euch davon ab, auf knusprige Pommes zu hoffen, wenn ihr zugeschnittene Kartoffelsticks in ein wenig Öl anbratet. Das wird nix! Ist eure Pfanne allerdings hoch genug, könnt ihr eure Kartoffeln in ausreichen Fett darin frittieren. Genau wie im Topf.

Aus dem Topf und in den Mund!

Pommes selber machen in der Fritteuse

Stolze Besitzer einer Fritteuse dürfen sich jetzt freuen. Denn eine Fritteuse ist der Garant für ultra knusprige Fritten. Das Geheimnis beim Gebrauch einer Fritteuse ist dennoch das Gleiche wie beim Ausbacken im Topf: doppelt frittieren!

Zutaten für 2 Portionen Pommes aus der Fritteuse:

  • 500 g festkochende Kartoffeln​
  • Pflanzenöl
  • Salz

Zubereitung:

  1. Kartoffeln schälen, waschen und zu Pommes schneiden. Anschließend ca. 30 Minuten in kaltes Wasser legen. Das Wasser einmal austauschen. Kartoffeln abgießen und trocken tupfen.
  2. Öl in einer Fritteuse nach Gebrauchsanweisung erhitzen Kartoffeln darin portionsweise ca. 3 Minuten vorfrittieren. Anschließend abtropfen.
  3. Für den zweiten Frittiervorgang Pommes im heißen Fett goldbraun zu Ende frittieren. Pommes abtropfen und mit Salz würzen.


Der erste Frittiervorgang gilt dem Garen der Kartoffeln, der zweite sorgt dafür, dass die Fritten richtig knusprig werden.

Jede Menge Pommes für alle heißt die Devise!

Pommes selber machen – Fragen und Antworten

Ihr habt vollkommen recht, die Frage der richtigen Kartoffeln habe ich bereits detailliert beleuchtet. Aber glaubt mir, wenn ich sage, dass das nicht die einzige Frage ist, die in der Welt knuspriger Pommes auftaucht. Lest selbst!

​Wie viele Pommes pro Portion?

Uhh, diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es gibt Tage, an denen ich einen Mount Everest an Pommes vertragen kann. Und es gibt Tage, an denen Pommes lediglich als Beilage Platz auf meinem Teller nehmen (Meist zu Falafel, aber das ist ein anderes Thema.) Irgendwo dazwischen liegt die Empfehlung von 250 g Kartoffeln pro Portion. ​

​Wieso Pommes doppelt frittieren?

Ihr könnt euch die Antwort sicherlich schon denken. Schließlich dreht sich bei Pommes alles um die Knusprigkeit, oder? Das Bad im kalten Wasser vor dem Backen oder Frittieren trägt bereits einen großen Teil dazu bei, dass eure selbstgemachten Pommes außen knusprig und innen kartoffelig werden. Das doppelte Frittieren übernimmt den Rest, Ja, ehrlich! Um Pommes wirklich kross zu bekommen, muss man sie doppelt frittieren. Und zwischendrin solltet ihr sie einmal gut abtropfen lassen, beispielsweise auf einem Küchenpapier. Der Prozess Ich-frittiere-Pommes-doppelt klingt zwar etwas aufwendig, aber es lohnt sich!

​Welcher Dip passt zu Pommes?

In meinen Augen stellen diese Frage nur Pommes-Banausen. Die Antwort ist doch eindeutig und lautet: Rot-Weiß. Ketchup und Mayonnaise. Ganz klar. Über die Jahre musste ich feststellen, dass das nicht alle Pommes-Dipper so sehen. (Gut, auch ich bevorzuge mittlerweile Ketchup und vegane Mayonnaise.) Nicht selten kommt es vor, dass mein Pommes-Date die Fritten in Curry-Ketchup taucht. Ich habe auch schon Menschen getroffen, die Tzatsiki zu Pommes servieren. Oder Senf. Am Ende der Pommes kann man sie wohl in alles eintauchen, was schmeckt. Hier also eine Auswahl der leckersten Dips.

Pommestüten falten mit Kindern

Wenn sich Eltern und Kinder in einer Sache einig sind, dann, dass knusprige Fritten für gute Laune sorgen. Was auch für gute Laune sorgt? Pommes mit Kindern selber machen. Und die leckeren Kartoffelsticks im Anschluss in selbstgemachten Pommestüten servieren. Mit zuckerfreiem Ketchup – extra für Kids.

Pommes-Rezepte

Ich bin klarer Verfechter klassischer Pommes und lehne andere Pommes kategorisch ab. Außer Belgische Pommes. Und Süßkartoffel-Pommes. Und an manchen Tagen sind auch Auberginen-Pommes in Ordnung. Ihr wollt alle Pommes-Varianten sehen? Na gut!