Von wegen Weihnachtsblues: Maronensuppe

Viele kennen Maronen vom Bummel über den Weihnachtsmarkt. Dabei können die kleinen Braunen viel mehr als Weihnachtsblues! So kocht ihr die perfekte Maronensuppe.

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Ein Artikel von Svenja

Food-Redakteurin Svenja liebt stundenlange Koch-Experimente. Als Hobby-Selbstversorgerin macht sie viel von der Pike auf selbst & würzt ihre Artikel mit nordischem Flair und How tos.

Meine erste Bekanntschaft mit Maronen machte ich als 6-Jährige in einem Kinderbuch. Ich bin zu meiner Mama marschiert und wollte unbedingt Maronen essen, um zu wissen, was ich bisher verpasst hatte. Seitdem faszinieren mich die kleinen runden Dinger und ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, wenn sie im Herbst wieder in den Startlöchern stehen – bereit, um von mir vernascht zu werden.

Leider steckt die süße Marone mit ihrer herzförmigen, glänzenden Schale immer noch in einem Dilemma: Viele kennen sie lediglich als nettes Weihnachtsmarkt-Schmankerl oder als Bestandteil der alljährlichen Weihnachtsgansfüllung. Höchste Zeit, den Befreiungsschlag der Marone anzustreben und die kleine Kastanie wieder salonfähig zu machen. Ich garantiere euch: Mit dieser Anleitung für selbst gemachte Maronensuppe werdet ihr euch schon im Frühjahr wieder den Herbst herbeisehnen!

Wie schmeckt Maronensuppe eigentlich?

Gegart schmecken Maronen herrlich süß und nussig. Ich bin jedes Mal begeistert, wie aromatisch sie sind. Je nach Weichheitsgrad haben sie eine fast cremige Konsistenz und es macht einfach Spaß, gegarte Maronen aus der Schale zu knacken und zu verputzen. Wenn ihr Maronen zu einer Suppe verkocht, bleibt ihr süß-nussiges Aroma erhalten. Mein Tipp: Etwas Wein in der Suppe unterstreicht ihre leckere Note.

Geröstete Maronen aus dem Backofen mit einem Kreuzschnitt eingeschnitten auf einem Teller Herrlich nussig und süß: frische Maronen

Wie macht man Maronensuppe?

Damit bei eurer Maronensuppe gar nichts schiefgehen kann, verraten wir euch unser Grundrezept!

Zutatenliste (ca. 2 Portionen):
•    300 g Maronen, vorgegart und vakuumiert
•    1 Zwiebel
•    1 Petersilienwurzel
•    50 g Knollensellerie
•    2 EL Butter
•    100 ml weißer Portwein
•    800 ml Gemüsebrühe
•    200 g Sahne (30 % Fett)
•    Salz
•    Pfeffer
•    1 Prise Muskat, gemahlen
•    ½ Bund Schnittlauch
•    100 ml Milch (3,5 % Fett)

Zubereitung:

1.    Maronen grob würfeln, Zwiebel schälen und würfeln. Petersilienwurzel und Sellerie waschen, schälen und grob würfeln.

2.    Butter in einem Topf schmelzen und Gemüse darin ca. 5 Minuten andünsten. Anschließend mit Portwein ablöschen. Mit Gemüsebrühe und Sahne auffüllen und ca. 18 – 20 Minuten bei mittlerer Stufe köcheln lassen. Anschließend in einem Standmixer fein pürieren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

3.    Schnittlauch waschen, trocken schütteln und in feine Röllchen schneiden. Milch in einem Topf leicht erwärmen und mit einem Pürierstab aufschäumen. Suppe auf 2 Tellern verteilen, mit Milchschaum und Schnittlauch servieren. Gönnt euch!

Süßlich, nussig, herbstlich: Maronensuppe

Welche Maronen eignen sich für Maronensuppe?

Frische Maronen

Prinzipiell könnt ihr sowohl frische als auch vakuumierte Maronen benutzen. Da frische Maronen nur zwischen September und Dezember Saison haben, müsst ihr fürs restliche Jahr auf vakuumierte Maronen zurückgreifen. Bei frischen Maronen solltet ihr beim Einkauf darauf achten, dass
•    die Schale glänzend und lochfrei ist
•    die Schale nicht weich ist
•    die Maronen nicht muffelig riechen oder schimmelig sind
•    die Maronen ein schönes Eigengewicht haben und nicht zu leicht sind

Wichtig: Da sie sich nicht allzu lange halten, solltet ihr sie bestenfalls zügig verwenden.
Um sie für eure Maronensuppe verwenden zu können, solltet ihr sie vorgaren. Das macht ihr am besten, indem ihr sie in Wasser einweicht, anschließend mit einem Messer kreuzweise einritzt und ca. 6 – 8 Minuten in heißem Wasser kocht.

Vakuumierte Maronen

Natürlich könnt ihr für eure Maronensuppe auch vakuumierte Maronen benutzen. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Außerdem haben vakuumierte Maronen den Vorteil, dass sie bereits geschält und vorgegart sind, sodass ihr sie direkt in euren Topf oder eure Pfanne werfen könnt. Ihr kriegt sie luftdicht verpackt oder als Dosenware in jedem gut sortierten Supermarkt.

Maronensuppe – was passt dazu?

Eine unschlagbare Kombi, die ich selbst am liebsten serviere, ist eine kleine Schüssel Gemüsechips pro Suppengast (die sind einfach toll zum Tunken und Knuspern) – und dazu noch Crostinis mit einem selbst gemachtem Aufstrich aus Belugalinsen und Petersilie. Wer erfinderisch ist, kann seiner Maronensuppe einen leckeren Petersilienschaum verpassen oder mit gebratenen Rosenkohlblättern toppen. Auch würzig gebratene Speckwürfel verfeinern euer Süppchen. Maronen passen aber auch sehr gut zu fruchtigen Komponenten, wie beispielsweise Äpfel, Birnen oder Preiselbeeren. Ein paar Apfelschnitze oder etwas geriebene Birne verleiht eurer Maronensuppe sofort mehr Tiefe. Probiert es einfach mal aus!