Manhattan: Eine Großstadt im Glas

Ein einfacher Drink, der nach der großen, weiten Welt klingt und bei dem die perfekte Mischung alles ist: Der Manhattan ist eben etwas ganz Besonderes.

Bei einem Manhattan denkt man vielleicht an dunkle Bars, die New Yorker Skyline bei Nacht und auch an Herren im Anzug, die bei leisem Jazz einen kräftigen Drink an einer Theke aus Mahagoni trinken. An die Nordseeinsel Föhr hingegen denken wohl die wenigsten. Aber ratet mal, was die Insulaner auf Föhr am liebsten trinken? Richtig, den Manhattan. Denn auf der kleinen Insel ist der Aperitif aus Whisky und Wermut Nationalgetränk. Auswanderer in die USA haben ihn zurück in ihre Heimat gebracht - und zum Kulturgut etabliert. Na gut, Manhattan und Föhr sind eben beides irgendwie Inseln…

Manhattan: So kam der Drink zu seinem Namen

Der Manhattan soll Ende des 19. Jahrhunderts erfunden worden sein. Eine der zahlreichen Legenden geht auf die Mutter des ehemaligen britischen Premierministers zurück. Sie soll ein Bankett im New Yorker Manhattan Club ausgerichtet haben, für den der Cocktail eigens kreiert wurde. Der Name stammt also nicht wirklich von der New Yorker Stadtinsel, sondern von einem Club darauf. Denn nach dem Bankett, sollen Gäste auch in anderen Bars nach dem "Manhattan" gefragt haben. Eine andere Geschichte um den Manhattan handelt von einem Barkeeper namens "Black" am New Yorker Broadway. Oder aber diese hier: Ein Oberst, der mit Freunden in New York auf einem Segeltrip war, hat den Drink erfunden. Auf dem Boot waren nur italienischer Wermut und Whisky, aus dem der Oberst einen Drink mixte. Zurück in New Orleans verfeinerte er seine Mixtur und benannte sie nach seinen Freunden aus Manhattan...

Manhattan – die Zutaten

Klassisch wurde der Drink mit Zuckersirup, Curacao, Maraschino und Absinth gemixt. Die Hauptrollen (und den größten Anteil) spielen aber Whiskey (Rye oder Bourbon), roter Wermut und Angosturabitter. Außerdem darf eine Cocktailkirsche am Holzspieß nicht fehlen.

​Der richtige Whisky für den Manhattan​

Wer seinen Drink würziger mag, greift zum Rye Whiskey. Wer es lieber etwas süßer hat, sollte es mit Bourbon versuchen. Aber: Wie immer, wenn ein Drink aus sehr wenig Zutaten besteht, achtet auf die Qualität. Sonst kann das Verhältnis der Zutaten noch so perfekt sein - euer Drink wird es dann leider nicht.

Der richtige Wermut

Je nach Geschmack, ob ihr euren Manhattan lieber süßer oder herber mögt, wählt ihr auch den Wermut. Roter, süßer Wermut aus Italien ist der absolute Klassiker. Eine Alternative - die manche Barkeeper allerdings verachten - ist der französische Wermut. Die französische Variante ist eine Art Wein, während die italienische ein Likör ist.
Der verwendete Wermut bestimmt aber nicht nur über den Geschmack, sondern auch über den Namen des Manhattan. Bei trockenem, französischen Wermut heißt er "dry". Roter, süßer (meist italienischer) Wermut macht den Manhattan "sweet". Und der "perfect" Manhattan wird mit trockenem und süßem Wermut, also halb und halb, gemixt.

Für unseren Manhattan benutzen wir roten Wermut und klassische Angostura Bitters.

Welche Kirsche kommt in den Manhattan?

Die Qualität macht’s. Ihr dürft also nicht erwarten, dass die künstlich roten Kirschen euren Drink auf ein neues Level heben. Da dieser Cocktail eh nur aus sehr wenigen Zutaten besteht, empfehlen wir euch, auch bei den Kirschen nicht knauserig zu sein. Ihr werdet den Unterschied schmecken - versprochen! Amarena-Kirschen sind die günstigere Wahl und nicht schwer zu finden, Maraschino-Kirschen wiederum spielen schon in einer anderen Liga - sowohl preislich, als auch geschmacklich. Außerdem könnt ihr Flüssigkeit der Kirschen auch dazu verwenden, euren Manhattan abzuschmecken - besonders, wenn ihr es etwas süßer mögt.

Rye Whiskey macht den Manhattan würziger, während Bourbon euch einen lieblicheren Drink beschert.

Manhattan – Rezept und Zubereitung

Ihr wollt wissen, wie ihr den Klassiker perfekt zubereitet? Aufgepasst: 

Für 1 Drink braucht ihr: 

  • ​60 ml Rye Whiskey
  • 25 ml roter Wermut
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • Eiswürfel
  • 3 Cocktailkirschen

Zubereitung:

Kühlt die Cocktailschale mit etwas Eis vor. Gebt alle Zutaten zusammen mit dem Eis in das Rührglas. Rührt den Drink bis er eiskalt ist. Entfernt das Eis aus der Cocktailschale. Füllt den Drink mit Hilfe des Strainers in die vorgekühlte Cocktailschale. Steckt die Kirschen auf einen Holzspieß und gebt sie in den Drink.

Das Rezept zum Ausdrucken für eure Hausbar findet ihr hier: Manhattan.

Die gerührten Zutaten werden durch den Strainer gegossen, damit keine Eisstückchen in den Cocktail gelangen.

Das richtige Glas für den Manhattan

Traditionell gehört der Manhattan in eine Cocktailschale wie das Martiniglas. Wer den Drink lieber auf Eis trinkt, kann ihn aber auch im Tumbler servieren.

Die Cocktailschale wird mit viel Eis vorgekühlt - denn Eiswürfel gehören nicht in den Manhattan.

Varianten vom Manhattan

Der Föhrer mixt seinen Manhattan mit je einem Drittel Whisky, rotem und weißem Wermut. In der Schweiz mixt man ebenfalls eine Variation des Manhattan, mit Rye, rotem Wermut, Angostura Bitter - und jetzt kommt der Clou: Black Walnut Bitter, Walnusslikör und eine eingelegte Sauerkirsche zur Krönung. 
Auch, wenn der Manhattan nur aus wenigen Zutaten besteht, gibt es doch viele Varianten des Manhattan, bei denen einzelne Zutaten ausgetauscht oder ergänzt werden. Der Rory O'Moore wird mit irischem Whiskey und Orangebitter gemixt, der Roy Roy (auch Affinity genannt) basiert auf schottischem Whisky. Beim Bobby Burns kommt außerdem der Kräuterlikör Bénédictine zum Scotch.
Auch andere Stadtteile New Yorks haben eigene Varianten des Manhattan entwickelt: In Brooklyn mixt man den Drink mit Rye Whiskey und Maraschino Kirschlikör. Die Bronx verzichtet auf Whiskey und setzt auf Dry Gin mit trockenem und süßem Wermut und Orangensaft. Beim Queens wird dafür der Orangensaft durch Ananassaft ersetzt. Nur Staten Island hat (bislang) noch keine offizielle Version des Manhattan...

Noch mehr Drinks mit Whiskey

Ihr seid auf den Geschmack von Whisky gekommen? Der Manhattan ist ein echter Klassiker. Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt auf einen anderen, ähnlich schlichten Whisky Cocktail, probiert es mal mit dem Old Fashioned!