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Fragerunde

Im Interview: Hannes von Ron Elba

Heute gönnen wir uns mal was: Ron Elba – Rum von der Elbe. Ja, Hamburg hat neuerdings eigenen Rum! Das wollten wir genauer wissen und haben mit Hannes Köhm, einem der Gründer von Ron Elba über echtes Handwerk und Feierabend-Cocktails gesprochen.

Wie kam es zu Ron Elba?
Die Idee kam tatsächlich beim Trinken. Ich weiß, klingt abgegriffen, aber ein Stück weit war es bei uns tatsächlich so. Ich bin eigentlich passionierter Korntrinker als Dithmarscher. Irgendwann haben wir dann mal industriell hergestellten Rum getrunken und ich fand den furchtbar. Ich dachte, das muss man doch auch vernünftig herstellen können! Dann hab’ ich mir das nötige Wissen angeeignet, experimentiert – alles natürlich im legalen Rahmen, und irgendwann sind wir beim richtigen Rezept gelandet.

Wie lange hat dieser Prozess gedauert?
Also mit dem Thema Destillat beschäftige ich mich seit 2012. Zuerst habe ich auch viel mit Whiskey und Obstbränden experimentiert. Der Rum selber hat ungefähr zwei Jahre gedauert. Allerdings habe ich das nicht hauptberuflich gemacht, sondern in meiner Freizeit. Ich hab’ ja noch einen Vollzeitjob und eine Familie.

Rum war gar nicht unbedingt dein absolutes Lieblingsgetränk, stimmt’s?
Nein, absolut nicht, aber ich fand den Rohstoff super interessant. Als ich den das erste Mal auf dem Tisch hatte, wow, diese Melasse ist unfassbar aromatisch! Und wenn man diese ganzen Aromen als Destillat herauskitzeln kann, dann muss da was Gutes draus werden. Es hat tatsächlich beim ersten Mal schon relativ gut geklappt. Natürlich gab es noch einiges zu optimieren, die Auswahl der Hefen und Melassen, aber trotzdem hatte es schon Potenzial.

Ich finde an eurem Rum spannend, dass er ein bisschen nach Obstbrand riecht.
Ja, das hören wir ganz oft. Manche denken auch an Grappa, wenn sie ihn trinken. Unser Rum ist sehr fruchtig, das ist auch kein Marketing-Gag oder so. Das liegt an der Auswahl der Zutaten.

Ron Elba - der Rum von der Elbe Ron Elba - der Rum von der Elbe schmeckt komplex und fruchtig © Philipp Eggers

Als eure Rum-Idee geboren wurde, welche Reaktionen habt ihr von Außenstehenden erfahren?
Also wenn man auf Leute hört, die einen da beraten möchten, muss man ein dickes Fell haben. Da heißt es dann: das wird nichts, das klappt nicht, das schmeckt nicht, der Rum ist zu teuer, Rum geht in Deutschland sowieso nicht und so weiter. Und dann der ganze Zollkram...

Trotzdem habt ihr euch nicht beirren lassen. In eurem Rum steckt viel Handarbeit.
Ja, ich habe wirklich jede Flasche mehrmals in der Hand. Du musst sie auspacken, spülen, abtrocknen, aufstellen, befüllen, korken, sauberwischen, Schrumpfkappe drüberziehen usw. Das passiert alles per Hand.

Was mich noch interessieren würde: Gibt es den typischen Rum-Trinker? Was für ein Typ würde da an der Bar sitzen?
Den typischen Rum-Trinker gibt’s nicht. Rum ist so vielfältig, auch wenn’s platt klingt. Alleine weißen Rum trinkt man anders als braunen Rum. Den braunen genießt man eher pur, da er durch die Fasslagerung noch vielschichtiger geworden ist, den würde ich eher bei reiferen Typen verorten und die ganzen Cocktail- und Longdrinks-Trinker sind natürlich viel jünger. Im Moment haben wir nur weißen Rum in unserem Sortiment, aber wir wollen auf jeden Fall auch eine fassgereifte Variante in Zukunft anbieten.

Wie könnte ein Feierabend-Cocktail mit Rum aussehen?
Unser Elba Smash mit Minze, Limetten- und Zitronensaft und Läuterzucker! Ich mag aber auch unseren Light’n stormy mit Ginger Beer, Zitronen- und Limettensaft. Für den Feierabend ist der Light’n stormy sogar noch besser geeignet, weil er schnell und einfach geht. Was viele auch nicht wissen: Man kann unseren Rum auch mit Tonic Water trinken. Schmeckt super.

Das klingt gut. Wird ausprobiert! Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt!

Für diejenigen von euch, die mehr über Ron Elba erfahren wollen: hier geht's zur Website!