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10 Dinge, die ihr in Kolumbien unbedingt probieren solltet

Bei euch steht eine Kolumbien-Reise an? Fett! Kolumbien ist das reinste Foodie-Paradies! Von Arepas und Empanadas über selbst hergestellten Kakao bis hin zu Rum und süßen Früchten hat dieses Land einfach alles zu bieten. Ein paar Tipps gefällig? Wir haben für euch Vorkoster gespielt.

Svenja
Ein Artikel von Svenja

Food-Redakteurin Svenja liebt stundenlange Koch-Experimente. Als Hobby-Selbstversorgerin macht sie viel von der Pike auf selbst & würzt ihre Artikel mit nordischem Flair und How tos.

 Arepas zum Snacken

Sie sind eine Institution in Kolumbien und werden von Arm und Reich gleichermaßen gegessen: Arepas gibt es in Kolumbien an jeder Ecke zu kaufen und sind ein willkommener Snack nach einer anstrengenden Sightseeing-Tour. Dabei handelt es sich um frittierte Maisfladen, die je nach Region mit einer Hackfleischmischung, Käse oder einem Ei gefüllt sind. Auch die Zubereitung kann sehr unterschiedlich ausfallen. Ob frittiert oder ausgebacken, wir haben uns durch alle möglichen Arepas durchprobiert. Unsere Favoriten waren die selbstgemachten Arepas von Milena, mit der typisch karibischen Hack- und Ei-Füllung.

Legendär und sagenhaft lecker: Arepas

Ajiaco – das kolumbianische Hühnerfrikassee

Herrlich sämig und so etwas wie das Nationalgericht in Kolumbien ist Ajiaco, eine Art Hühnerfrikassee mit dreierlei Kartoffelsorten, Hühnerfleisch, Kapern aus Salzlake und Sahne zum Einschenken. Als besonderes Gewürz wird Guascas (sog. Knopf- oder Franzosenkraut) verwendet. Bei uns eher als Unkraut verschrien, verleiht es der Ajiaco sein ganz spezielles, leicht grasiges Aroma. Ajiaco kommt ursprünglich aus Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, und wird dort traditionell mit Avocado, einem Maiskolben und Reis serviert. Absolut köstlich! Für die cremige Konsistenz des Gerichtes sorgt übrigens die extrem mehlige Kartoffel Papa Criolla, die beim Kochen fast vollständig zerfällt. Die kleine, helle Knolle ist außerhalb Kolumbiens kaum bekannt, und verleiht der Suppe seine charakteristische gelbe Färbung. Allein deshalb dürft ihr euch dieses Gericht nicht entgehen lassen! 

Sancocho de Gallina – Katerfrühstück auf Kolumbianisch

Wer die Ajiaco schon probiert hat, sollte sich beim nächsten Mal eine Sancocho de Gallina bestellen. Die Sancocho de Gallina ist ähnlich herzhaft wie die Ajiaco und in vielen Ländern Südamerikas verbreitet. In Kolumbien isst man sie besonders gerne mit Hühnerfleisch, Kochbananen, Maniok, Koriander, Zwiebeln, Kartoffeln und Mais. Da sie auch also gutes Katerfrühstück gilt, wird sie oft auf Festen und Ausflügen serviert. Dazu gibt es Reis, etwas Limette und die beliebte Salsa di aji, eine typische Pfeffersauce in Kolumbien. Die Sancocho, die wir vor Ort genießen durften, wurde mit frisch geernteten, süßen Bananen gekocht und war dadurch sagenhaft aromatisch! Ihr habt Lust, dieses Gericht einmal selbst zuzubereiten? Hier geht es zum Rezept!

Kartoffeln – wo alles seinen Anfang nahm

Wusstet ihr schon, dass es mehr als 4.000 verschiedene Kartoffelsorten auf der Welt gibt? Und wusstet ihr, dass der weltweite Streifzug der Kartoffel in Kolumbien seinen Anfang hatte? Die Inkas kultivierten Kartoffeln bereits seit vielen Jahrhunderten in den Anden, bevor die Spanier bei einer Kolumbien-Expedition im 16. Jahrhundert die Knollen für sich „entdeckten“ und nach Europa brachten. Dementsprechend groß ist die Artenvielfalt in Kolumbien: ob gelb und klobig, weiß und runzelig oder rot und kugelrund – auf den Märkten werdet ihr die skurrilsten Entdeckungen machen! So manches traditionelle Gericht wird sogar mit mehreren Kartoffelsorten gekocht: In die beliebte Ajiaco gehört klassischerweise die Papa Sanabera (eine violette Kartoffelsorte), die Papa Pastusa (vergleichbar mit unseren normalen Kartoffeln) und die bei uns weitgehend unbekannte Papa Criolla. Eine Kartoffel, die wir auf unseren Streifzügen durch die Märkte entdeckt und sehr genossen haben, war die Papa roja. Sie ist so klein wie ein Golfball, hat eine intensiv rote Schale und ein gelbes Inneres. Sie schmeckt genial zu Fischgerichten. Einfach wie Pellkartoffeln kochen, und anschließend in warmer Butter schwenken, grobes Meersalz drauf und fertig! 

Schon mal so skurrile Kartoffeln gesehen? Auf kolumbianischen Märkten gibt es viel zu entdecken!

Obst – Frischeparadies Kolumbien

Kolumbien ist ein absolutes Paradies für alle, die von Obst und frischen Früchten nicht genug haben können! Wer hat auch schon mal eine reife Banane direkt vom Baum gegessen oder frisches Kokoswasser aus einer selbst aufgeschlagenen Kokosnuss getrunken? Wir durften beides in Kolumbien genießen und sogar noch vieles, vieles mehr: Ananas, Erdbeeren, Drachenfrüchte, Mangos, Maracujas, Orangen, Papaya, Kochbananen aber auch uns völlig unbekannte Früchte, wie die Mamey-Frucht, die Guave, Kapstachelbeeren, die Lulofrucht und die Andenbeere Mora. Doch Vorsicht: Aus hygienischen Gründen solltet ihr euch an den Leitsatz „boil it, peel it or forget it“ (= kochen, schälen oder ganz vergessen) halten. 

Rum – Fluch und Segen der Karibik

Spätestens wenn ihr in Cartagena an der karibischen Küste durch die Altstadt schlendert, die jahrhundertealten, aus Korallen erbauten Stadtmauern begutachtet und mehr über die Geschichte dieser Stadt erfahrt, werdet ihr in Piratenstimmung schwelgen. Cartagena wurde regelmäßig von Piraten heimgesucht – und das nicht zuletzt aufgrund der regen Rumproduktion in dieser Gegend. Auch heutzutage verteilt sich die weltweite Rumherstellung noch zu über 80 % in der Karibik. Fast jede karibische Insel stellt ihren eigenen Rum her. Leider werden viele davon komplett für den Export produziert. Wir hatten das Glück, in Cartagena ein Fleckchen Erde zu finden, das alle kolumbianischen Rumsorten beherbergt und für Rum Tastings zur Verfügung stellt. Den Abend mit so sorgfältig ausgewählten Rumsorten ausklingen zu lassen und den Piratengeschichten des Barkeepers zu lauschen war unbezahlbar. Eine schöne Erinnerung, von der wir noch lange zehren werden! Der beste Rum Kolumbiens? Für uns waren es zwei, der Ron Dictador und der Ron Parce. Letzterer ist sehr besonders, weil er rauchiger schmeckt als normaler Rum. Unbedingt ausprobieren!

Kakao – das kleine kolumbianische Frühstückchen 

Wow! Das war das erste Wort, das uns durch den Kopf schoss, als wir in Kolumbien unseren ersten Kakao tranken. Kein Wunder, denn neben feinstem Kaffee ist auch Edelkakao ein begehrtes Exportgut aus Kolumbien. So phänomenal lecker, so intensiv, so herrlich schokoladig hat für uns noch kein Kakao geschmeckt. Allein dafür lohnt es sich nach Kolumbien zu fahren! Die Einheimischen trinken ihn am liebsten zum Frühstück, nur mit Wasser aufgekocht und etwas Zuckerrohrsirup gesüßt. Eine weitere kolumbianische Frühstücks-Spezialität verbirgt sich hinter dem klingenden Namen Chocolate con queso. Dabei erwartet euch eine Tasse Kakao, zu der eine Scheibe Kuhmilchkäse gereicht wird. Klingt abgedreht, ist aber nicht allzu spektakulär. Unser Tipp? Den Käse lieber weglassen und dafür den puren Kakao genießen!

Lomo al Trapo – Foodporn für Fleischfans 

Ein absoluter Geheimtipp für alle, die ein ordentliches Stück Fleisch zu schätzen wissen: Gönnt euch Lomo al Trapo! Und zwar nicht irgendwo, sondern im Andrés Carne de Res, dem bekanntesten Restaurant Kolumbiens in Sachen Fleisch. Was sich hinter diesem Gericht verbirgt? Eine ausgefeilte kolumbianische Garmethode für Fleisch, die selbst unsere welterfahrenen Köche noch nie zuvor gesehen hatten. Lasst euch folgendes Szenario auf der Zunge zergehen: Ein Stück Rinderfilet in einer Hülle aus Salz und frischem, feingehacktem Oregano wird in ein feuchtes Baumwolltuch gewickelt und für ca. sieben Minuten pro Seite auf glühenden Kohlen gegart. Etwas mutig das Ganze, aber von dem Ergebnis waren wir hart geflashed. Ein derart auf den Punkt gegartes, mega saftiges und butterzartes Fleisch haben wir selten gegessen. Noch Wochen später ging uns dieser Geschmack und diese butterzarte Konsistenz des Filets nicht aus dem Kopf. Absolut einmalig! Wer Lomo al Trapo einmal zuhause nachmachen will, dem mag gesagt sein: Absolut nichts für Kontrollfreaks! Ist die Flamme zu groß oder das Baumwolltuch stellenweise nicht feucht genug, kann euch das Filet schnell anbrennen. Lieber erstmal bei den Profis in Kolumbien speisen gehen und anschließend unser Tutorial lesen!

Lomo al Trapo á la FOODBOOM