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Familiengeschichte, die unter die Haut geht!

Tiefgründig, detailverliebt und absolut emotional – Reisebloggerin und Autorin Anika Landsteiner nimmt uns in ihrem Roman “Mein italienischer Vater” mit auf einen wunderschön geschriebenen Selbstfindungstrip in den Süden Italiens.

Giuseppe, Redaktion

Eigentlich sind Romane über Familiengeschichten so gar nicht mein Ding. Anika Landsteiner belehrte mich allerdings eines Besseren. Für die, die Anika nicht kennen: Sie ist Autorin und Reisebloggerin und hat mit „Mein italienischer Vater” eine Geschichte erzählt, die ich nicht einfach nur gelesen, sondern regelrecht inhaliert habe. Natürlich ist es in erster Linie eine Familiengeschichte, aber dabei geht es um so viel mehr. Es geht um Liebe, Selbstfindung, Neugier und darum, seine Zukunft auch ein Stück weit selbst in die Hand zu nehmen. Zu viel will ich natürlich nicht vorweg nehmen, aber dieses Werk kann ich wirklich jedem wärmstens ans Herz legen. Für uns hat sie sich Zeit genommen, um ein paar Fragen zu beantworten.

Liebe Anika, stell dich doch bitte kurz für unser Publikum vor, damit wir einen kleinen Eindruck von dir bekommen können:

ANIKA: Mein Name ist Anika Landsteiner, ich lebe in München und bin Autorin. Angefangen hat meine Arbeit mit meinem Reiseblog anidenkt, weil ich dadurch die Leidenschaften Reisen und Schreiben verbinden konnte. Daraus entstand 2017 mein erstes Buch „Gehen, um zu bleiben“, eine Sammlung verschiedener Reisen aus mehreren Jahren. Den Traum, einen Roman zu schreiben, habe ich, seit ich denken kann. Umso schöner war es also, dass ein Debütroman folgen durfte. Grundsätzlich habe ich in den letzten Jahren festgestellt, dass es in meiner Arbeit oftmals um die „innere und äußere Reise“ geht – das interessiert mich.

Schön, dass du deinen Premiere-Roman erwähnst: „Mein italienischer Vater“. Magst du uns erzählen, wie es zu diesem Titel kam und worum es in diesem Werk geht? Natürlich ohne zu viel davon vorweg zu nehmen.​

ANIKA: Mich interessieren Familiengeschichten und, wie oben erwähnt, die innere und äußere Reise einer Person. So entstand die Geschichte, dass die Protagonistin Laura nach dem Tod ihrer Mutter vollkommen ihren Halt im Leben verliert und, einem Impuls folgend, mit dem Auto zu ihrem Vater nach Süditalien fährt. Die beiden haben sich jahrelang nicht gesehen. Dort angekommen trifft sie nicht nur auf ihren Vater, sondern auch auf Gianna, die ihn schon immer liebte und der die Ankunft von Laura ein Dorn im Auge ist. Während sich Vater und Tochter annähern, deckt Laura ein Familiengeheimnis auf. Doch ihr Vater hüllt sich in Schweigen und für Laura stellt sich die Frage: In Apulien bleiben oder zurück nach München gehen.

Diese Geschichte wird vor dem Hintergrund des Garganos und viel italienischer Kulinarik erzählt.

Hat die Laura aus dem Buch eigentlich auch was mit der Anika, die diesen Roman geschrieben hat, gemein? Und haben vielleicht auch persönliche Erfahrungen diese Geschichte beeinflusst?

ANIKA: Wenig. Ich mag Laura, hätte aber wahrscheinlich vieles anders gemacht als sie. Das reizt mich an Fiktion – mir Dinge auszudenken, Welten entstehen zu lassen. Ich bin aber selbst für die Recherche von München zum Gargano gefahren und habe dort Zeit verbracht. Meine Erfahrungen sind dann natürlich ins Buch geflossen.

In deinem Blog anidenkt erkennt man schnell, dass das Reisen für dich von zentraler Bedeutung ist. Was war ausschlaggebend dafür, dass dieser Roman in Italien spielt?

ANIKA: Ja, ich schätze, das Reisen wird immer in meine Texte einfließen, mal mehr, mal weniger. Italien ist für mich eine absolute Sehnsuchtsdestination. Allerdings zeige ich in dem Buch vor allem den süditalienischen Winter, denn ich fand es spannend, diese Sommerdestination von einer anderen Seite zu beleuchten. Da Laura anfangs um ihre Mutter trauert und generell sehr nachdenklich ist, passt der Winter als Kulisse auch besser dazu.

Haben bestimmte Erfahrungen, die du in Italien gemacht hast, Einfluss auf dein Leben gehabt?

ANIKA: Ich mag viele italienische Gepflogenheiten. Sich fürs Essen Zeit zu nehmen und auch mal mittags ein Glas Rotwein in der Sonne zu trinken, anstatt sich durch den Alltag zu hetzen. In Italien bin ich immer ein Stück weit gelassener, davon kann ich mir in Deutschland nur immer wieder eine Scheibe abschneiden.

Um nochmal zurück auf deinen Roman zu kommen. Das wird ja sicher nicht dein letztes Werk gewesen sein. Wird dann wieder Italien im Fokus stehen oder lässt du dir das noch offen?

ANIKA: Vielleicht irgendwann mal wieder, Italien gibt ja so viel her. Im nächsten Roman aber noch nicht, denn die Geschichte um Laura und ihren Weg nach Süditalien soll ganz für sich alleine stehen können.

Vielen lieben Dank für das Interview.

Mein Italienischer Vater Buch
Ein Roman, der in den Bann zieht und authentisches Italienflair versprüht.